Hilfe Algen im Teich - Eine Algenblüte sinnvoll bekämpfen


Algenblüten bekämpfen


Besonders in den Sommermonaten kann es zu einer explosiven Vermehrung von Algen, der sogenannten Algenblüte, im Gartenteich kommen. Es bildet sich eine grüne Suppe aus kleinen planktischen Grünlagen. Wenn dann noch lange, schleimige Fadenalgen sich kreuz und quer durch das Teichbecken ziehen, wird es nicht nur unästhetisch, auch das Biologische Gleichgewicht im Teich droht dann zu kippen. Die Algen produzieren zwar einen Überschuss an Sauerstoff, aber wenn sie absterben, verschlechtert sich die Wasserqualität rapide. Die Algenfäden sterben ab und beginnen zu faulen und sich zu zersetzen. Dadurch wird Sauerstoff verbraucht und der Sauerstoffgehalt im Teich kann so stark absinken, dass im Anschluss an eine massive Algenblüte die Fische wegen Sauerstoffmangel zugrunde gehen.

Die Gartenteich-Literatur ist voller gut gemeinter Ratschläge, wie man Herr der Algenblüte werden kann. Und der Fachhandel hat sich längst auch darauf eingestellt mit einer ganzen Palette von Mitteln zum Stopp und Beseitigung der Algen. Bevor man zu solch zum Teil drastischen Mittel greift, ist es wichtig, zunächst einmal die Ursache für die Massenvermehrung der Algen zu klären. Nur wenn man dies kennt, können auch geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Und wichtiger als den immer wiederkehrenden Kampf gegen die Algen“pest“ aufzunehmen und mehr oder weniger erfolgreich an den Symptomen herumzulaborieren, wäre es die Milieubedingungen, die die Algenblüte auslösen, zu kennen und dann auch ein für allemal zu beseitigen.



Die Algenblüte nach dem Winter

Wenn ein Gartenteich neu eingerichtet wird, dann bleibt das Wasser in den ersten Tagen trüb und es stellt sich vorübergehend eine Algenblüte ein. Das ist aber noch kein Grund zur Besorgnis. Die Algen leben von dem Nährstoffüberschuss im Teich. Es dauert einige Zeit, bis die höheren Wasserpflanzen soweit heranwachsen, dass sie die Nährstoffe im Teichwasser aufzehren und die Algen als Nahrungskonkurrenten verdrängen. Genauso dauert es einige Zeit, bis die Mikroorganismen ihre volle Leistung beim Abbau überschüssiger Stickstoffverbindungen und organischer Stoffwechselprodukte der Teichbewohner erbringen können. Es dauert also einige Zeit, bis sich die biologischen Vorgänge im Teich eingespielt haben. Dann verschwinden die Algen von selbst. Jedes Jahr im März nach einem langen Winter wiederholen sich diese Abläufe, bis sich das Biologische Gleichgewicht einstellt. Während dieser Zeit heißt es abwarten, statt hektisch das Wasser zu wechseln oder zu chemischen Mitteln zu greifen, um die Algen zu beseitigen. In der Regel verschwindet diese Algenblüte zu Frühjahrsbeginn wieder von selbst.

Ursache einer Algenblüte

Anders ist die Situation, wenn es mitten in der Vegetationsperiode in den warmen Sommermonaten zu einer Massenvermehrung von Algen kommt. Hält die Algenblüte über mehrere Wochen an und nimmt in dieser Zeit auch noch zu, dann sollte man zu ersten Sofortmaßnahmen greifen. Eine erste Hilfe kann die Zugabe chemischer Mittel bieten, die das Algenwachstum hemmen, für höhere Wasserpflanzen und die im Teich lebenden Tiere aber weitgehend unschädlich sind. Sobald die Algen abgestorben sind, muss man die Fadenalgen herausfischen und auch das Teichwasser teilweise wechseln. Ist dies geschafft, gilt es, die Ursachen zu klären und - soweit dies noch möglich ist - zu beseitigen. Denn die meisten Fehler, die zu einer späteren Massenvermehrung von Algen führen, werden meist schon bei Planung und Bau eines Gartenteiches gemacht. Zu den häufigsten Fehlern zählen:

- eine falsche Standortwahl, wenn der Gartenteich den ganzen Tag über der vollen Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist und Teichareale im Halbschatten oder Schatten fehlen. Denn diese Grün- und Fadenalgen brauchen für ihre Massenvermehrung sehr viel Lichtenergie.

- eine zu geringe Wassertiefe des Gartenteichs. Dann heizt sich das Wasser bis zum Teichgrund auf und es kann sich keine thermische Schichtung wie in einem Teich mit einer ausreichenden Tiefenzone bilden. Dadurch zirkuliert das Teichwasser ständig und Nährstoffüberschüsse werden aus dem Mulm am Teichgrund nach oben bis zu den Algenkolonien geschafft.

- Laubbäume und –Sträucher in Ufernähe. Diese liefern zwar den nötigen Halbschatten, aber auch im Herbst jede Menge Falllaub. Es muss im Herbst abgefischt werden, sonst zersetzt es sich bis zum nächsten Frühjahr am Teichgrund und sorgt durch die freigesetzten Zerfallsprodukte für einen Nährüberschuss im Wasser, der eine Algenblüte auslösen kann.

- Kalkstein zur Randgestaltung des Gartenteichs oder kalkhaltiger Sand und Kies als Teichsubstrat sind eine der häufigsten Ursachen für eine explosionsartige Vermehrung der Algen. Die Algen vermehren sich in hartem, kalkhaltigem Wasser viel schneller als in kalkarmem oder kalkfreiem Wasser mit einer geringen Wasserhärte.

- rund um den Gartenteich ist die Gartenerde gut gedüngt, damit die Pflanzen im Teichhintergrund üppig wachsen und es fehlt ein leicht erhöhter Teichrand oder ein kleiner Graben, der verhindert, dass bei starken Niederschlägen, diese Erde in den Teich geschwemmt wird.

Die sind die häufigsten Kardinalfehler, die bei der Neuanlage eines Gartenteichs gemacht werden. Aber laubabwerfendes Gehölz am Gartenteich kann man durch Koniferen oder immergrüne Hartlaubgewächse ersetzen. Wo dies nicht möglich ist, hilft ein engmaschiges Netz, welches im Herbst über die Teichfläche gespannt wird, um das Falllaub abzufangen. Kalkhaltiges Gestein sollte man so schnell wie möglich durch kalkfreies Material ersetzen, z.B. durch Lavagestein, Basalt oder Granit. Schwieriger wird es, einen zu flachen Teich nachträglich zu vertiefen.

Hartes, karbonatreiches Wasser lässt sich enthärten, indem man das Wasser mit Hilfe von Torftabletten, Torfextrakten oder einem mit ungedüngtem(!) Torf im Filterbeutel in die letzte Kammer eines Mehrkammerteichfilters einsetzt. Die vom Torf freigesetzten Huminsäuren und Gerbstoffe säuern das Wasser leicht und gut gepuffert an und schwächen damit die Algenbildung erheblich ab.

Auch wenn die Fische im Teich zu viel gefüttert werden, die Futterreste ungenutzt zu Boden sinken und sich am Teichgrund langsam zersetzen, kann es durch Rücklösung überschüssiger Nährstoffe zu einer Massenvermehrung von Algen kommen. Dies passiert meist nur, wenn die Fische mit Trockenfutter versorgt werden. Deshalb immer nur so viel füttern, wie die Fische innerhalb wenigen Minuten restlos auffressen. Oder stattdessen zu Lebendfutter greifen.

Gute Dienste zur Vorbeugung von Algenblüten leisten auch Unterwasserpflanzen wie die feinblättrigen Tausendblattarten, das Hornkraut oder die Kanadische Wasserpest. Sie nehmen die im Wasser gelösten Nährstoffe viel schneller auf als andere Teichpflanzen und entziehen damit den Algen die Nährstoffgrundlage. Auch Schwimmblatt- und Schwimmpflanzen können das Algenwachstum durch die Abschattung der darunter liegenden Wasserschichten hemmen; dazu zählen das Feenmoos Azolla, die Krebsschere Stratiotes aloides, Wasserlinsen Lemna spec. und die Wassernuss Trapa natans, aber auch die exotische Arten wie die Muschelbluem und die Wasserhyazinthe.

Immer wieder wird empfohlen, algenfressende Fische einzusetzen. Dazu zählen vor allem die Gras- und Silberkarpfen aus dem Amurgebiet. Diese Unterwassermähmaschinen machen aber auch nicht vor den Teich- und Wasserpflanzen halt. Sie haben als Pflanzenfresser einen hohen Stoffwechselumsatz und fressen bald den ganzen Teich leer. Außerdem bevorzugen sie zunächst einmal Blattpflanzen, bevor sie sich über die Algen hermachen. Da ist es sinnvoller, die immer wieder nachwachsenden Fadenalgen geduldig Tag für Tag abzufischen. Da in diesen Algenfäden und Algenwatten zahlreiche Libellenlarven, kleinere Wasserschnecken und andere Teichbewohner leben, sollte man die abgekäscherten Algen für 1 bis 2 Tagen am Teichrand liegen lassen, dann haben diese Tiere eine Chance ins Wasser zurückkriechen zu können.





Fachbegriffe
Häufige Fragen