Frostschutzmaßnahmen rund um den Gartenteich


Frostschutzmaßnahmen rund um den Gartenteich


Auch wenn in Mitteleuropa infolge der Klimaerwärmung strenge Winter selten geworden sind und kaum Gefahr besteht, dass der Gartenteich bis zum Grund durchfriert, sollte man im Spätherbst geeignete Frostschutzmaßnamen in die Wege leiten.



Teichpflanzen

Unsere einheimische Teich- und Wasserpflanzen kommen normalerweise gut durch den Winter. Viele ziehen sich zurück, reduzieren ihre Blattmasse oder bilden Winterknospen, sogenannte Turionen, die auf den Boden sinken und erst im nächsten Frühjahr wieder zu neuen Pflanzen austreiben.

Gefährdet sind vor allem die Sumpf- und Teichrandpflanzen der Feuchtzone, da die dünne Substratschicht bis zum Boden durchfrieren kann.

Deshalb werden Stauden und mehrjährige Sumpfpflanze zurückgeschnitten und mit einer Mulmschicht als Frostschutz abgedeckt.

Gräser lässt man dagegen bis zum Frühjahr stehen, bindet aber die Halme und Blütenstände als Nässe- und Frostschutz oben an der Spitze zusammen.

Unter der Eisschicht

Und wenn dann doch einmal die Wasseroberfläche im Teich zufriert und die Gefahr besteht das sich Faulgase unter der Eisdecke im Wasser ansammeln können, muss man einen Teil der Wasserfläche offen halten oder für einen Abzug nach oben sorgen.

Man liest es zwar immer wieder, aber ein Strohbündel als Eisfreihalter ins Wasser zu stellen, ist eine ganz schlechte Idee. Denn auch das Strohbündel friert mit der Zeit ein, und auch in kaltem Wasser beginnt das Stroh irgendwann zu faulen.

Weitaus sinnvoller ist es, einen Eisfreihalter auf die Wasseroberfläche zu setzen. Im einfachsten Fall ist das ein Styroporring aus schwimmfähigem, dichten Material und einem Deckel aus etwas lockererem, gasdurchlässigen Styropor. Das Ganze ähnelt etwas einer Frisbeescheibe. Aber so bleibt stets eine kleine Fläche eisfrei und durch das Loch ist der Gasaustausch zwischen Luft und Wasser gesichert. Stattdessen kann man auch einen Teil der Wasserfläche mit Luftpolsterfolie bedecken, die mit Hilfe von Schienen oder Plastikrohren in Position gehalten wird.

Oft wird empfohlen, unter den Eisfreihalter einen Ausströmerstein anzubringen, über den mit einer Membranpumpe und einem Schlauch Luft ins Wasser gepumpt wird. Aber auch das ist eine ganz schlechte Idee. Denn Wasser hat seie größte Dichte bei 4°C. Und wenn im Winter das Teichwasser von der Oberfläche her bis auf 0°C abkühlt und sich Eis bildet, herrschen am Beckengrund immer noch 4°C. Das reicht, damit die Teichfische hier ihre Winterruhe verbringen können. Wird Luft ins Wasser geblasen, dann werden die Wasserschichten durcheinander gewirbelt und eiskaltes Oberflächenwasser dringt bis in die Tiefe. Und dann könnten die Fische wirklich erfrieren. Aus dem gleichen Grund sollte man im Winter auch Teichpumpen abschalten und aus dem Wasser nehmen oder dicht unter der Wasseroberfläche mit stark gedrosselter Leistung platzieren.

Stattdessen kann man einen Ozonisator am Teichgrund platzieren. Der gibt ständig Sauerstoff ab, der in sehr feinen Bläschen nach oben steigt, ohne die Wasserschichten durcheinander zu bringen. So lässt sich auch im Winter das Wasser mit Sauerstoff anreichern und die Bildung von Faulgasen verhindern.

Tipp für den Notfall

Hat man alle Vorsichtmaßnahmen ignoriert und steht doch eines Tages vor einer geschlossenen, dicken Eisdecke, dann auf keinen Fall ein Loch in das Eis schlagen. Die am Grund ruhenden Fische würden dadurch den plötzlichen Lärm aus ihrer Winterstarre hochschrecken und womöglich mit einem Kreislaufzusammenbruch enden. Lieber die Ruhe bewahren und ganz behutsam mit kochend heißem Wasser langsam ein Loch in die Eisdecke schmelzen. Dann einen Schlauch in das Loch schieben und einen Teil des Wassers über eine Pumpe absaugen, bis sich zwischen Eisdecke und Wasserspiegel eine isolierende Luftschicht von etwa 20cm Höhe bildet.





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