Die Wasserhyazinthe - Eichhornia crassipes

Eckdaten

  • Wasserhyazinthe
  • lat: Eichhornia crassipes
  • Haltung: mittel
  • Zucht: schwierig
  • Tiefe: Schwimmpflanze
  • Standort: sonnig, windgeschützt
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Winterhart: nein

Die Wasserhyazinthe stammt eigentlich aus dem tropischen Brasilien. Inzwischen ist sie aber fast weltweit in den Tropen verbreitet und vielerorts durch ihre dichte Schwimmpflanzendecke zu einem Problem für Schifffahrt und Fischerei geworden. Seit einigen Jahren wird sie auch bei uns als Schwimmpflanze in Gartenteichen und Warmwasseraquarien gepflegt. Die Wasserhyazinthe hat fleischige, leuchtend grüne Blätter und blasenförmig aufgetriebene Blattstiele, deren schwammartiges Pflanzengewebe luftgefüllt ist und der Schwimmpflanze den nötigen Auftrieb verleiht. Ihre stahlblauen bis hell-violetten Blütenstände erinnern an Frühjahrshyazinthen, mit denen sie allerdings nicht verwandt ist. Die Wasserhyazinthe ist nicht winterfest und muss in einem frostfreien Raum überwintert werden.

Foto: Peter Schröder, Copyright: H.Fröhlich 2013



Verbreitung und Lebensraum der Wasserhyazinthe

Die Wasserhyazinthe ist im tropischen Brasilien weit verbreitet, wo sie u.a. im Pantanal zu einem echten Problem geworden ist, da sie die gesamte freie Wasserfläche dicht mit einer Schwimmpflanzendecke überzieht und so alles Leben darunter erstickt. Teilweise versucht man, die Pflanzendecken abzuräumen, als Schweinefutter zu verarbeiten oder Anlagen zur Biogasproduktion damit zu versorgen. Ursprünglich als Zierpflanze in Botanischen Gärten angesiedelt, ist die Wasserhyazinthe inzwischen fast weltweit in stehenden und langsam fließenden Gewässern in den Tropen verbreitet. Teilweise werden Maschinen, teilweise leider auch Herbizide eingesetzt, um der Wasserhyazinthe Herr zu werden. In afrikanischen Pilotprojekten hat man Rüsselkäfer, deren Larven die Blättern der Wasserhyazinthen minieren, erfolgreich zur Biologischen Schädlingsbekämpfung der Wasserhyazinthen eingesetzt. Andererseits kann sie aber auch zur Wasserreinigung eingesetzt werden, da sie dem Wasser Schadstoffe entziehen kann. In Bangladesch wird sie sogar zur Trinkwasseraufbereitung genutzt. Die getrockneten Fasern werden zur Papierherstellung oder zum Korbflechten eingesetzt. Neben der Dickstieligen Wasserhyazinthe Eichhornia crassipes wird gelegentlich auch die Azurblaue Wasserhyazinthe Eichhornia azurea bei uns als Zierpflanze für den Gartenteich angeboten.

Merkmale, Form und Färbung der Wasserhyazinthe

Foto: Eran Finkle, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported

Die Wasserhyazinthe oder präziser die Dickstielige Wasserhyazinthe, denn es gibt neben Eichhornia crassipes weitere tropische Arten, gehört zur Familie der Wasserhyazinthengewächse (Pontederiaceae). Sie gehört wie die Gräser zu den einkeimblättrigen Pflanzen. Die Wasseryhazinthe hat dunkelgrün, fleischig glänzende Laubblätter, deren Blattstiele ballonförmig aufgetrieben sind. Sie enthalten im Inneren ein schwammartiges, mit Luft gefülltes Gewebe, das der Schwimmpflanze den nötigen Auftrieb verleiht. Die an Frühjahrhyazinthen erinnernden Blütenstände mit den stahlblauen bis hell-violetten Blüten erscheinen nur in sehr warmen Sommermonaten. Die Blütenähren haben 2 Hochblätter und bis zu 30 Blüten.

Pflege der Wasserhyazinthe im Gartenteich

Im Gegensatz zu ihren Standorten in tropischen Gewässern führt die Wasserhyazinthe im heimischen Gartenteich eher ein Schattendasein. Man rechnet mit etwa 2 bis 3 Pflanzen als Besatz pro qm. Oft gelingt es nicht, während der Sommermonate die Wasserhyazinthe zum Blühen zu bringen. Das mag weniger an mangelnder Sonneneinstrahlung, als an zu geringer Luftfeuchtigkeit während der heißen Jahreszeit liegen. Im Spätherbst muss die Wasserhyazinthe ins Winterquartier umziehen. Wer in der glücklichen Lage ist, ein Warmwasseraquarium oder noch besser ein Palludarium zu besitzen, der sollte sie dort überwintern. In dieser warmen, wassergesättigten Atmosphäre bringt man sie wahrscheinlich sogar zum Blühen. Als zweite Möglichkeit, kann man versuchen, die im Herbst gebildeten Schwimmkörper der Wasserhyazinthe an einem hellen Ort im Wintergarten zu überwintern; dabei sollte die Lufttemperatur allerdings zwischen 15 und 20 Grad Celsius liegen.

Vermehrung der Wasserhyazinthe

Die Wasserhayzinthe vermehrt sich unter den mitteleuropäischen Klimaverhältnisse zu einem geringen Maß vegetativ durch Ausläufer, aber nicht durch Frucht- und Samenbildung im Gartenteich und muss meist jährlich zugekauft werden, um den Bestand zu erhalten.