Der Tannenwedel - Hippuris vulgaris


Der Tannenwedel - Hippuris vulgaris


  • Tannenwedel
  • lat: Hippuris vulgaris
  • Haltung: einfach
  • Zucht: einfach
  • Tiefe: 10 bis 30cm
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Wasserhärte: kalkreiches, hartes Wasser
  • Winterhart: ja

Kleinen Nadelbäumen nicht unähnlich ragt der Tannenwedel mit seinen Trieben weit über die Wasseroberfläche hinaus. Mit seinen dunkelgrünen, nadelförmigen Blätter und den leuchtend dunkelroten Blüten bildet er einen abwechslungsreichen Kontrast zu an deren Flachwasserpflanzen mit ganz anderen Blattformen wie dem Pfeilkraut, dem Hechtkraut oder der Sumpf-Schwertlilie. Damit er sich mit seinen Ausläufern nicht über die ganze Flachwasserzone im Gartenteich ausbreitet, muss man ihn regelmäßig ausdünnen.

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Verbreitung und Lebensraum des Tannenwedels

Der Tannenwedel ist in der Paläarktis, Europa, Nordasien und Nordamerika weit verbreitet, aber nirgends häufig. Der Tannenwedel besiedelt auch Gebirgsseen und dringt am weitesten von allen Sumpf- und Wasserpflanzen nach Norden vor. Man findet ihn sogar in Grönland. Der Tannenwedel besiedelt die Flachwasserbereiche und Randzonen auf schlammig-sandigem Untergrund in stehenden und langsam fließenden Gewässern, sofern sie ausreichend Nährstoffe bieten und einen relativ hohen Kalkgehalt aufweisen.

Merkmale, Form und Färbung des Tannenwedels

Der Tannenwedel ist eine ausdauernde, mehrjährige Pflanze. Er bildet bis zu 1m lange Triebe, die sich zur Blütezeit 20cm und mehr über die Wasseroberfläche hinausschieben. Die Unterwasserblätter sind schmal, bis zu 8cm lang und schlaff. Die Überwasserblätter dagegen sind kurz, steif und laufen nadelförmig spitz zu. Sie stehen in regelmäßigen Quirlen rund um den Stängel. Damit erinnern sie entfernt an eine kleine Tanne; daher der deutsche Name Tannenwedel. Obwohl die Pflanze eher einem Schachtelhalmgewächs ähnelt, mit dem sie aber auch nicht näher verwandt ist. Die kleinen Blüten stehen in den Achseln dieser Überwasserblätter. Es gibt weibliche, männliche und zwittrige Blüten. Die Blüten sind rötlich-braun gefärbt. Sie erscheinen je nach Höhenlage und Wassertemperaturen zwischen Mai und August. In unseren Breiten liegt die Blütezeit in der Regel zwischen Juli und August. Als Frucht wird ein eiförmiger, nussartiger Samen gebildet. Der Tannenwedel bildet ein waagerechtes Rhizom, über das er sich recht schnell im flachen Wasser ausbreiten kann. Der Tannenwedel gehört zur Familie der Wegerichgewächse Plantaginaceae.

Pflege des Tannenwedels im Gartenteich

Der Tannenwedel gedeiht am besten bei einer Wassertiefe von 20 bis 30 cm auf einem schlammigen Boden in nährstoff- und kalkreichem Wasser. Hohe Wassertemperaturen werden gut vertragen. Man kann den Tannenwedel an einen sonnigen bis halbschattigen Platz im Gartenteich setzen. Der Tannenwedel ist absolut winterhart und bleibt auch während der Wintermonate grün. Er kann sich über sein waagerecht im Schlamm wachsendes Rhizom schnell im ganzen Flachwasserbereich des Gartenteichs ausbreiten. Daher muss man ihn rechtzeitig immer wieder ausdünnen, damit er nicht andere Wasserpflanzen verdrängt. Alternativ kann man dem Tannenwedel auch eine Rhizomsperre verpassen, indem man ihn in große Bottiche oder Pflanzgefäße setzt.

Vermehrung des Tannenwedels

Der Tannenwedel schiebt seine Triebe zur Blütezeit weit über die Wasseroberfläche hinaus. Damit ist eine Bestäubung der kleinen, roten Blüten auch durch den Wind möglich. Der Tannenwedel vermehrt sich aber auch vegetativ über die Rhizomausläufer und sogenannte Turionen. Turionen sind kleine, kolben- oder kugelförmige Überwinterungsorgane, die meist im Spätherbst gebildet werden. Sie lösen sich von der Mutterpflanze und sinken auf den Gewässergrund, wo sie überwintern. Im Frühjahr treiben dann aus diesen Turionen neue Pflanzen aus. Solche Überwinterungsorgane sind eigentlich eher für submerse Wasserpflanzen wie Tausenblatt und Wasserpest typisch.





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