Die Krebsschere - Stratiotes aloides


Die Krebsschere - Stratiotes aloides


  • Krebsschere
  • lat: Stratiotes aloides
  • Haltung: einfach
  • Zucht: mittel
  • Tiefe: ab 60cm
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Wasserhärte: kalkarm, aber nährstoffreich
  • Winterhart: ja

Die Krebsschere ist in Deutschland selten geworden und steht unter Naturschutz: Für den Gartenteich kann man sie aber aus Nachzuchten in Gartenfachbetrieben bekommen. Die Krebsschere, auch Wasseraloe genannt, bildet schwertförmige, am Rand gesägte Blätter, die in Rosetten stehen. Sie kommt allerdings nur zur Blütezeit an die Wasseroberfläche. Die Krebsschere ist getrenntgeschlechtlich, in mitteleuropäischen Gewässern dominieren männliche Pflanzen. Die Tochterpflanzen werden an langen Ausläufern gebildet. Die Mutterpflanze sinkt im Herbst auf den Teichgrund und bildet Turionen als Überwinterungsorgane, aus denen sich im Frühjahr weitere Tochterpflänzchen entwickeln. Um im Gartenteich optimal zu gedeihen und sich zu vermehren, braucht die Krebsschere möglichst kalkarmes, aber sehr nährstoffreiches Wasser und eine genügend große freie Wasserfläche.

Foto: Meneerke Bloem, Creative Commons Attr.-Share-Alike 3.0 Unported



Verbreitung und Lebensraum der Krebsschere

Die Krebsschere ist in Mitteleuropa verstreut verbreitet, aber außer in kalkarmen, stehenden Gewässern Norddeutschlands in Mitteleuropa nicht häufig. Im Osten reicht ihr Verbreitungsgebiet bis zum Kaukasus und nach Westsibirien. Sie besiedelt vor allem nährstoffreiche und eutrophierte, stehende Gewässer und langsam fließende Gräben und Altarme der Tiefebenen. Im Bergland findet man sie nur äußerst selten. In Deutschland ist der Bestand der Krebsschere stark gefährdet; sie ist durch mechanische Entkrautungsmaßnahmen der Gräben, Intensivierung der Teichwirtschaft und durch Sportangler gefährdet. Angler entfernen sie illegaler Weise, da sie in den Sommermonaten eine dichte Schwimmpflanzendecke bilden kann und dann natürlich beim Auswerfen und Einholen der Angelschnur stört. Sie gilt als besonders geschützte Art und darf nicht aus Freilandgewässern zum Umsiedeln in den eigenen Gartenteich entnommen werden. Nachzuchten der Krebsschere bekommt man jedoch in auf die Zucht heimischer Teich- und Wasserpflanzen spezialisierte Gartenfachbetrieben. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass sie zum Heimtransport in mit Wasser gefüllte Beutel verpackt werden, da die Blätter der Krebsschere sonst rasch an der Luft vertrocknen.

Merkmale, Form und Färbung der Krebsschere

Die Krebsschere, auch Wasseraloe genannt, gehört zu den Froschbissgewächsen (Familie Hydrocharitaceae). Die bis zu 40cm langen und 4cm breiten Blätter der Krebsschere sind stachelig und spröde. Diese Blätter sind in einer Rosette angeordnet. Die Krebsschere hat lange Wurzeln, die bis auf den Teichgrund reichen. Die Hochblätter der Blüten ähneln der Schere eines Krebses, daher rührt ihr deutscher Name. Die 2 bis 3cm großen Blüten setzen sich aus drei äußeren, grünen Kelchblättern und drei weißen Kronblättern zusammen und erinnern im Aussehen an die Blüten des Froschbiss Hydrocharis. Die Blütezeit fällt je nach den klimatischen Rahmenbedingungen in die Monate Juni bis September. Die kleinen weißen Blüten werden gerne von Insekten aufgesucht. Die Krebsschere ist getrenntgeschlechtlich, in Mitteleuropa kommen vor allem männliche Pflanzen vor. Es gibt männliche und weibliche Blüten, die sich also auf verschiedenen Pflanzen entwickeln. Da die Krebsschere nur im Sommer an der Wasseroberfläche schwimmt, wird sie oft zu den Unterwasserpflanzen satt zu den Schwimmpflanzen gerechnet.

Pflege der Krebsschere im Gartenteich

Die Krebsschere braucht einen Gartenteich mit einem schlammigen Untergrund, ebenso wie nährstoffreiches Wasser. Mit der Aufnahme solcher Nährstoffe trägt sie zugleich zur biologischen Klärung des Wassers bei. Erst zur Blütezeit kommt sie als Schwimmpflanze an die Wasseroberfläche. Ist das Teichwasser zu klar, dann wachsen die einzelnen Pflanzen recht sperrig in die Breite und behindern sich eggenseitig am Aufsteigen zur Wasseroberfläche. Sie bleiben dann untergetaucht und blühen auch unter Wasser. Die Krebsschere zieht sich während der Wintermonate auf den Teichgrund zurück und bilden dort Winterknospen, sogenannte Turionen, während die Laubblätter absterben. Im kommenden Frühjahr entwickeln sich aus diesen Turionen neue Blätter und es entstehen neue Tochterpflanzen. Die Grüne Mosaikjungfer ist auf die Krebsschere als Ablaichplatz für ihr Gelege angewiesen. Daher leistet man mit der Pflege der Krebsschere auch einen aktiven Beitrag zum Schutz dieser häufig an Gartenteichen anzutreffenden Libellenart. Auch aus diesem Grund sollte die Krebsschere in keinem größeren Gartenteich fehlen. Für eine offene Wasserfläche on 10qm reichen 3 Pflanzen. Die Laubblätter dienen zahlreichen Wirbellosen als Siedlungsflächen, besonders gerne werden sie auch von Wasserschnecken abgeweidet.

Vermehrung der Krebsschere

Die Krebsschere bildet im Laufe der Sommermonate in den Blattachseln bis zu einem halben Meter lange Ausläufer, an deren Enden sich kleine Tochterpflanzen bilden. Diese sinken genauso wie die Mutterpflanze im Herbst auf dem Teichboden und überwintern dort, bis sie im kommenden Frühjahr wieder an die Wasseroberfläche steigen und endgültig Wurzeln bilden. Demgegenüber spielt die geschlechtliche Vermehrung durch Samen kaum eine Rolle.





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