Der Filtergraben


Der Filtergraben


Auch wenn man im Gartenteich auf ein Bodensubstrat verzichtet, sammelt sich doch einiges an zu Boden sinkenden Schwebstoffen, Mulm und Detritus am Teichgrund an. In stark beanspruchten Teichen wie in einem Schwimmteich oder im Fischteich wird dieses Sediment immer wieder aufgewirbelt, trübt das Wasser und setzt durch die Rücklösung der im Sediment gespeicherten Nährstoffe eine Massenvermehrung von Algen in Gang. Diese Vorgänge verschlechtern nicht nur die Wasserqualität, sondern beschleunigen auch den Alterungsprozess des Teichs. Die am Teichgrund abgelagerten Partikel müssen daher regelmäßig aus dem Teich entfernt werden. Das kann mittels eines aufwendigen technischen Systems aus Teichpumpe und Mehrfilterkammern geschehen. Die günstigere und wesentlich wartungsärmere Alternative steht mit dem naturnahen Filtergraben zur Verfügung.



Beschaffenheit des Filtergrabens

Die Größe und Länge des Filtergrabens hängt von der Teichgröße, der Belastung des Teichs und von den Strömungsverhältnissen ab. Wichtig ist dabei, dass der Filtergraben langsam durchflossen wird, damit sich alle Schwebstoffe im Graben absetzen können, statt am Ende der Strecke wieder im Teich zu landen. JOREK schlägt vor, am Ende des Filtergrabens eine Teichpumpe zu installieren. Diese Teichpumpe saugt das Wasser aus dem Filtergraben an, sodass durch das entstehende Gefälle immer Wasser aus dem Teich in den Grabeneinlauf nachströmen kann. Die groben Partikel und Schwebstoffe haben sich im Filtergraben abgelagert, sodass die Teichpumpe nicht verstopfen und lange Zeit wartungsfrei laufen kann. Um auch die unter Umständen in Schwebe gebliebenen feinsten Partikel herauszufiltern, kann man die Pumpe mit einem Filtersystem koppeln, über das dann das gereinigte Wasser in den Teich zurückfließt.

Damit das Sediment auch wirklich in den Filtergraben transportiert wird, muss es zunächst einmal vom Teichgrund aufgewirbelt werden. Das funktioniert in einem naturbelassenen Teich mit Pflanzen, aber ohne Fische nicht so gut, wie in einem stärker beanspruchten Schwimm- oder Fischteich.

Pflanzen im Filtergraben

Der Filtergraben muss dicht mit Sumpf-, Teich- und Wasserpflanzen besetzt sein. Von Vorteil ist dabei eine Längszonierung des Filtergrabens – beginnend mit einer Schüttung aus kalkfreien (!) Steinen und Grobkies, gefolgt von Röhricht und emersen, über den Wasserspiegel ragenden Sumpfpflanzen, Schwimmblattpflanzen und ans Ende des Filtergrabens kommen die untergetauchten, submersen Wasserpflanzen. Entsprechend der im Verlauf des Filtergrabens immer feinblättrigeren Pflanzen werden zunächst die gröbsten Schwebstoffe abgefangen, dann im Bereich der Röhricht- und Schwimmblattpflanzen mittleren Partikelgrößen und schließlich von den dicht verzweigten Büscheln der Unterwasserpflanzen die feinen Schwebstoffe. Ein solcher Filtergraben filtert nicht nur die Schwebstoffe aus dem Wasser, die Pflanzen entziehen dem Wasser und dem schlammigen Boden Nährstoffe und die Bakterien und andere Mikroorganismen bauen Aminosäuren zu Ammonium, Nitrit und schließlich zu für die Fische ungefährlichem Nitrat ab. Ist der Graben lang genug, können anschließend denitrifizierende Bakterien das Nitrat zu gasförmigen Stickstoff reduzieren, der an die Luft abgegeben wird. Auf ähnlichem Wege werden auch Kohlenstoffverbindungen abgebaut und dem Wasser entzogen oder als Biomasse in den Pflanzen eingelagert und gelöstes Phosphat dem Wasser entzogen. Außerdem wird durch die Unterwasserpflanzen das Wasser mit gelöstem Sauerstoff angereichert.

Idealerweise verläuft der Filtergraben zur Längsseite des Gartenteichs. Dabei ist allerdings auf eine strikte Trennung von Teich- und Grabenwassers über die gesamte Laufstrecke zu achten. Dazu kann man eine Trennwand zwischen in den Boden einsetzen oder einen Damm mit Bodenmaterial aus dem Grabenaushub errichten. Die Trennwand oder der Damm kann durch Holzplanken oder Steinplatten verblenden und optisch zu einer Einheit verbunden werden.





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