Der Kinderteich - Ein Gartenteich speziell für Kinder


Der Kinderteich


Wasser zieht Kinder magisch an. Deshalb sollte man immer ein Schutzgitter um den eigenen Gartenteich herum anlegen, denn selbst in sehr flachem Wasser können Kleinkinder ertrinken. Aber warum nicht einen Kinderteich im Garten einrichten, der auf die Entdeckungsfreude oder die Interessen der Kinder zugeschnitten ist? Und es kostet gar nicht so viel Aufwand, einen solchen Kinderteich selbst anzulegen. Die im Fachhandel erhältlichen Fertigteiche aus Kunststoff sind dazu denkbar ungeeignet: Die Wände sind zu steil, die Tiefwasserzone zu tief und die Kinder kommen gar nicht weit genug an den Teich heran.

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An solch einem Gartenteich sollte man Kinder nicht unbeaufsichtigt lassen, und wenn, dann muss eine Kindersicherung in Form eines Gitters rund um den Gartenteich installiert werden. Dieser Gartenteich ist in der Seerosenzone bereits zu tief, hier könnten Kleinkinder ertrinken.



Ein spezieller Gartenteich für Kinder

Besser ist ein sogenannter Aufsitz- oder Hochteich. Dazu wird ein Fertigteich direkt auf den Erdboden aufgesetzt, also nicht ins Erdreich eingegraben. Das kann ein Miniteich in kreisrunder oder ovaler Form sein. Man kann aber auch eine Wanne oder einen Brunnentrog nehmen. Ist der Miniteich nicht tiefer als 40 bis 50cm, kann auf eine Zonierung mit verschiedenen Tiefenstufen verzichtet werden. Das Wasserbecken wird aus optischen Gründen verkleidet, z.B. durch in den Boden eingelassene Holzpfähle aus dem Baumarkt, die mit ihrer Oberkante bündig mit dem Teichrand abschließen oder durch eine gemauerte Einfassung aus Natursteinen.

Hat man ein Hanggrundstück, dann kann man den Teich auch so in den Hang einbauen, dass er auf der Hangseite nur wenige cm über die Umgebung herausragt (das ist wichtig als Kapillarsperre) und auf der Talseite frei bleibt, sodass die Kinder an dieser Stelle bis an die Wasserfläche heranreichen können. Wichtig ist hier eine stabile Absicherung vor Hangrutschungen und eine Sichtblende durch einen ringsum in den Boden eingelassenen Palisadenzaun. Auf der Hangseite sollte der Teich dagegen nicht mehr zugänglich sein – dazu eignet sich beispielweise eine dichte Hecke aus halbhohen Lebensbäumchen, Scheinzypressen oder Berberitzen.

Baustahlgitter als zusätzliche Sicherung

Der Kinderteich sollte möglichst eine langgestreckte rechteckige oder ovale Form haben. Dann kann man nämlich eine zusätzliche Kindersicherung in den Teich einbauen. Dazu lässt man sich ein Baustahlgitter mit einer Gitterweite von 10 x 10cm passend zuschneiden. Ein solcher Baustahl ist nicht völlig korrosions- und rostfrei. Daher lässt man ihn verzinken oder mit Kunststoff ummanteln. Dann setzt man einige Hohlblocksteine (aus kalkfreiem Material) standsicher an die inneren Längsseiten des Teichs und passt das Gitter so ein, dass es sicher auf den Steinen aufliegt und etwa 5 bis 10cm unter der Wasseroberfläche positioniert ist.

An den Schmalseiten wird das Gitter mit einigen flachen Steinen beschwert. Das erleichtert auch Tieren den Ein- und Ausstieg aus dem Wasser. Man sollte auch dafür möglichst kalkfreies Gestein verwenden, zum Beispiel aus rotem Porphyr oder Granit. Am besten mit einer leicht aufgerauten Oberfläche, damit Singvögel, die am Teich Wasser trinken wollen, nicht abrutschen können. Die Pflanzen werden Gitter und Steine teilweise überwachsen, sodass sie nicht mehr störend wirken.

Wichtig ist, dass das Becken exakt horizontal ausgerichtet, denn ein schiefer Wasserspiegel lässt sich später nicht mehr korrigieren. Auch das Baustahlgitter muss waagerecht im Teich ausgerichtet werden.

Bausätze für Kinderteiche aus dem Fachhandel

Hochteiche in passender Größe und geringer Tiefe werden vom Fachhandel auch als kompletter Bausatz angeboten, z.B. in Sechseckform mit massivem, wetterfest imprägnierten Kiefernholz mit Teichfolie zur Innenverkleidung und einer solar betriebenen Teichpumpe mit Springbrunnenaufsätzen. Einen solchen etwas größeren Hochteich bekommt man sogar in Rechteckform mit einer seitlichen Pflanze und einer Wassermühle im Miniformat, die auf einem seitlich angebrachten Holzpodest steht. Dazu gehört eine Teichpumpe, die das Wasser über eine kurze Schlauchleitung in die Mühle pumpt, wo es dann über das Mühlrad in den Teich zurückfließt. Wichtig ist, dass alle elektrisch betriebenen Pumpen, Filter und Beleuchtungseinrichtungen aus Sicherheitsgründen nur mit Solarstrom betrieben werden.

Fertige Hochteiche in Palisadenform gibt es auch aus imprägnierten Holzleisten, die durch unsichtbar verlaufende Drahtseile miteinander verbunden sind und durch feuerverzinkte Stahlelemente innen stabilisiert werden. Auch hier kann dann einfach die Teichfolie eingehängt und an den Rändern befestigt werden.

Ein Hochteich aus Gabionen, die mit Steinen aufgefüllt werden, ist dagegen nicht zu empfehlen. Die Verletzungsgefahr an den scharfkantigen Steinen ist für die Kinder zu groß.

Pflanzen im Kinderteich

Gegenüber der Seite des Teiches, die für die Kinder frei zugänglich ist, setzt man einen größeren Pflanzkorb mit einer Zwergseerose auf den Teichgrund. Bei einer Wassertiefe von nicht mehr als 40 bis 50cm muss der Pflanzkübel nicht auf einen erhöhten Sockel gestellt werden. Die kleinen Seerosen werden auch so mühelos ihre Stiele bis an die Wasseroberfläche treiben können, wo sie dann ihre Schwimmblätter und Blüten ausbreiten können. Zusätzlich kann man ein oder zwei Pflanzkörbe mit Teichpflanzen, die über die Wasseroberfläche hinauswachsen, in den Teich setzen: Dazu eignen sich Zwerg-Rohrkolben, Tannenwedel, Hechtkraut, Pfeilkraut oder Schwanenblume. Als Pflanzsubstrat nimmt man ungedüngte Teicherde oder ein Sand-/Lehmgemisch, welches mit einer Kiesschicht abgedeckt wird, damit das Pflanzsubstrat nicht abgeschwemmt wird. Im Gartenfachhandel bekommt man Langzeitdünger in Form kleiner Düngerkegel, die in die Teicherde dicht an den Wurzelballen der Pflanzen gesteckt werden und sie über eine lange Zeit mit den notwendigen Nähstoffen versorgen, ohne dass das Wasser überdüngt wird, was sonst zu einer massiven Algenblüte führen könnte. Auch einige Stängel lose im Wasser treibender Wasserpest, Hornkraut oder Tausendblatt sollten nicht fehlen. Sie vermehren sich rasch und sind optimale Sauerstofflieferanten.

Fische im Kinderteich

Was wäre ein Kinderteich ohne Fische? Bei einem solchen Wasservolumen kann man bis mittelgroße Goldfische oder Goldorfen einsetzen. Oder ein Pärchen der besonders schön gefärbten Sonnenbarsche. Auch ein kleiner Schwarm Moderlieschen käme infrage, aber die sind so schlicht gefärbt, dass sie im Teichwasser leicht übersehen werden. Wie auch schon bei der Installation des Teiches sollten die Kinder von Anfang am Kauf, am Einsetzen, an der regelmäßigen Fütterung der Fische und Pflege des Gartenteichs beteiligt werden. So lernen sie auch für ihre Schützlinge Verantwortung zu übernehmen. Wenn Fische in den Kinderteich eingesetzt werden, sollte auf jeden Fall eine Belüftung im Teich installiert werden. Dazu reicht eine unterwasser installierte Teichpumpe mit einem Fontänenaufsatz aus, und das Ganze möglichst wieder solarbetrieben.

Bei stärkerem Fischbesatz kann auch ein außen an das Becken gehängter Außenfilter notwendig werden. Wichtig ist hier, dass alle Geräte und elektrischen Leitungen VDE-geprüft und für den Garten-Außenbereich zugelassen sind und kindersicher und frostgeschützt unterirdisch verlegt werden. Auch hier gilt, dass alle Steckdosen und Anschlüsse nur in einem Abstand von mindestens 3m zum Teich installiert werden dürfen.

Allerdings ist ein solcher Kinderteich nicht so tief, dass die Fische, aber auch Frösche und Molche, darin überwintern könnten. Deshalb quartiert man die Fische im Herbst, wenn die Wassertemperaturen langsam unter 10°C fallen, in ein Kaltwasseraquarium im Haus um.

Aber auch ohne Fische, kann das Teichleben für Kinder spannend sein. Mal schlüpfen farbenprächtige Libellen aus den an den Pflanzenstängeln klebenden Nymphenhüllen. Mal hüpfen ganze Wolken von dickbäuchigen Wasserflöhen. Oder Wasserläufer laufen „Schlittschuh“ auf der Wasseroberfläche, Wasserkäfer strecken ihr Hinterteil aus dem Wasser heraus, um eine Luftblase zu sammeln und als Sauerstoffvorrat mit unter Wasser zu nehmen. Oder es wimmelt im Wasser von frisch geschlüpften Kaulquappen. So gibt es immer irgendetwas zu beobachten. Auch ein kleiner Kescher, ein kleines tragbares Plastikaquarium und eine Becherlupe sollten nicht fehlen. Dann kann sich das Kind einige Kleinlebewesen herausfangen und kurze Zeit zur besseren Beobachtung in das Plastikbecken umquartieren. Vielleicht steht sogar ein Schülermikroskop zur Verfügung, um die Welt im Wassertropfen zu studieren.





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