Der Koiteich - Vorüberlegungen und Planungen zum Koi-Teichbau


Vorüberlegungen und Planungen zum Koi-Teich


Bevor man mit dem Bau und Einrichten eines für die Pflege von Koi bestimmten Teichs beginnt, sollten man einige prinzipielle Vorüberlegen anstellen, sich Informationen einholen, sich eventuell auch von Teichbaufachleuten beraten lassen, denn ein Koi-Teich unterschiedet sich in einigen entscheidenden Punkten von einem gewöhnlichen Gartenteich oder einem mit Goldfischen besetzten Fischteich.

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Standort des Koiteiches

Als Standort wählt man einen Platz, der im Tagesverlauf zu einem Drittel im Schatten, zu 2/3 in der vollen Sonne liegt. Dann kann sich das Teichwasser auch während heißer Sommertage nicht zu sehr aufheizen. Es sollten allerdings keine Laubbäume als Schattenspender am Teichrand stehen; sonst hat man im Herbst zu viel Ärger mit dem Falllaub. Besser geeignet sind Bambusarten (mit Rhizomsperre), Chinagras und Koniferen.

Beschaffenheit und Dimensionen des Koiteiches

Ein Koiteich sollte möglichst groß und tief sein. Dann wird das Wasser im Sommer nicht zu warm und im Winter friert es nicht völlig zu. Man rechnet pro Koi mit einem Wasservolumen von wenigstens 1000 Liter; auch wenn der Koi anfangs recht klein ist, bei guter Pflege wird er schnell heranwachsen. Koi fühlen sich nur in Gruppen wohl; 10 bis 20 Exemplare sollten es schon sein. Also muss der Koiteich mindestens 10 bis 20m³ Volumen haben. Die Wassertiefe sollte zwischen 180 und 200cm betragen, die Wände möglichst senkrecht angelegt werden. Dann beträgt die Teichfläche mindestens 11m². Werden mehr Koi gehalten, muss ein entsprechend größeres Teichvolumen eingeplant werden. Dann kommt man aber bald in Dimensionen, wo man für den Teich eine Baugenehmigung einholen muss. Das ist von Bundesland zu Bundesland verschieden; die Rahmenbedingungen und zulässigen Dimensionen sind der jeweiligen Landesbauordnung zu entnehmen. Beim örtlichen Bauamt erfährt man, welche Mindestabstände zum Nachbargrundstück oder öffentlichen Wegen und Straßen einzuhalten sind.

Wichtig ist bei einem derartig tiefen Teich mit senkrecht abfallenden Wänden vor allem eine optimale Sicherung. Gerade Farbkarpfen üben auf Kinder eine magische Anziehungskraft aus. Der Teichbesitzer muss dafür Sorge tragen, dass die Kinder nicht abrutschen und in den Teich fallen können. Der Teichhalter ist in jedem Fall haftbar.

Rund um den Koiteich

Ist ein Sitzplatz am Koiteich geplant, dann wäre zu überlegen, den Teich direkt an die überdachte Terrasse am Haus zu legen. Dann kann man auch bei Regen die Koi beobachten. Und bereits vorhandene Außensteckdosen lassen sich für den Betrieb von Pumpe, Filter und Teichbeleuchtung nutzen. Dabei muss man allerdings beachten, dass zwischen Teich und Stromanschluss ein Mindestabstand von 3m eingehalten werden muss. Alle elektrischen Anschlüsse und Kabel müssen den VDE-Normen für Außenanlagen entsprechend.

Man sollte auch von vorneherein ein Bodenablauf und einen Teichüberlauf einplanen. Zur Standardausstattung eines intensiv genutzten Koiteich gehören ein Skimmer, der die Wasseroberfläche sauber hält und ein Filter mit mechanischer und biologischer Reinigungsstufe. Ein in den Wasserkreislauf integrierter Bachlauf mit einem kleinen Wasserfall, über den Wasser in den Teich zurückfällt, ist eine sinnvolle Ergänzung. Der Bachlauf mit seiner Randbepflanzung mildert die formale Strenge des rechtwinklig angelegten Koiteiches ab; er trägt zur Sauerstoffanreicherung bei, und die Koi lieben es, in der Strömung dicht unterhalb des Wasserfalls zu stehen.

Materialien für den Koiteich

Man hat die Wahl zwischen verschiedenen Teichbaumaterialien. Die einfachste und robusteste Lösung ist in den meisten Fällen ein Betonteich, der zusätzlich mit einer Schicht von glasfaserverstärktem Polyester (GFK) beschichtet. Im Vergleich hat ein Folienteich den Nachteil, dass sich immer irgendwo Falten bilden. Das lässt sich nie ganz vermeiden. Und in diesen Falten kann sich dann Schmutz sammeln und Faulschlamm bilden. Zwischen Betonwand und Polyesterschicht lässt sich sogar eine zusätzliche Wärmedämmung einbauen. Und ist einmal eine Generalüberholung fällig und der Teich muss trockengelegt werden, dann können die Wände mühelos mit einem Hochdruckreiniger von Algenaufwuchs befreit werden. Als Teichfilter wählt man am besten einen Filtersystem mit mehreren Kammern, die unabhängig voneinander geöffnet und gereinigt werden können. Eine nachgeschaltete Pumpe garantiert einen besonders störungsfreien Betrieb, da der Schmutz bereits im vorgeschalteten Filter hängen bleibt. Ein solches Filtersystem, bei dem Wasser passiv aus dem Teich in den Filter nachströmt, muss immer auf gleicher Höhe mit dem Wasserspiegel im Teich abschließen (Teichfilter im Überblick). Um die Keimzahl der Abwasserbakterien und pathogene Keime im Teichwasser möglichst niedrig zu halten, empfiehlt sich außerdem ein parallel zum Filter geschaltetes UVC-Gerät, mit dem auch gleichzeitig planktische Minialgen abgetötet werden und verklumpen (UVC-Klärung). Unter Umständen kann auch eine zusätzlich oberhalb der Wasserlinie aufgestellte Membranpumpe mit einem Verbindungsschlauch und Ausströmerstein für eine zusätzliche Sauerstoffversorgung während der heiße Sommerperiode nützlich sein (Membranpumpen; Wasserumwälzung und Belüftung). Ein in dieser Form angelegter Koiteich dient ausschließlich der optimalen Haltung der Farbkarpfen.

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Es geht aber auch völlig anders: Wer eine harmonisch in die Gartenlandschaft integrierte Teichanlage mit bepflanzten Schwimminseln, Röhricht- und Flachwasserzone vorzieht, bei dem eine Gruppe von Koi die Krönung des Gartenteichs, aber nicht den alleinigen Zweck des Gartenteich bilden, der wählt eine konventionelle Gartenteichform mit sanft abfallenden Ufern und einer Teichfolie als Untergrund. In einem gut geplanten und optimal bepflanzten Teich kommt fast ganz ohne Teichtechnik aus. Asiatische Wassergärten sind in der Regel so angelegt. Da solche Teiche nicht überall gleich tief sind, muss die Wasserfläche entsprechend größer gewählt werden. Selbstverständlich ist ein solcher naturnaher Teich nicht für eine Massenhaltung von Koi geeignet. Vorbildlich gestaltete Weitere Beispiele sind der Fachliteratur zu entnehmen (u.a. TEICHFISCHER 2002 – 2010).

Literatur

GESCHWINDT,W. (2007): Der Koiteich als Schwimmbad. Was ist zu beachten, wenn man mit seinen Koi schwimmen möchte?. - in: Gartenteich Sonderausgabe Nr.17: Koi und Koiteiche.- (Dähne Verlag, Ettlingen), S.72-77.
GONELLA,H. & P.BOEHRER (1998 ): Koi – Japanische Farbkarpfen. (bede-Verlag, Ruhmannsfelden),79 S.
HILBLE,R. (1998): Kois .-(Gräfe & Unzer Verlag, München), 65 S.
HOLMES,K. & T.PITHAM (2003): Koi im Gartenteich – Anlage und Wartung.-(Natur & Ter Verlag, Münster), 96 S.
NEUFELD,W. (2007): Platz ist auch im kleinen Teich. Koiteichbau im kleinen Garten.- in: Gartenteich Sonderausgabe Nr.17: Koi und Koiteiche.- (Dähne Verlag, Ettlingen), S. 17-22.
NEUMANN,M. & P. (2002): Der Koi-Teich. Unsere Erfahrungen beim Bau.- Garteneich – Das Wassergarten-Magazin (Dähne Verlag Ettlingen), S.12-14.
NEUMANN,P. (2006): Japanisches Flair am Koiteich – Die Ufergestaltung.- Gartenteich – Das Wassergarten-Magazin (Dähne Verlag, Ettlingen) 1/2006, S.24-26.
TEICHFISCHER,B. (2010): Schöne Teiche sind keine Hexerei – Beispiele für attraktive Koiteiche.- Gartenteich Sonderausgabe Nr.17 Asiatische Gartenteiche (Dähne Verlag Ettlingen), S. 58-63.
TEICHFISCHER,B. (2007): Filter überflüssig? Koiteiche sind auch ohne aufwendige und arbeitsintensive Filterung möglich. – Gartenteich – Das Wassergarten-Magazin (Dähne Verlag Ettlingen) 1/200/, S. 56-59.
TEICHFISCHER,B. (2004): Attraktive Koiteiche.- in: Gartenteich – das Wassergarten-Magazin (Dähne Verlag, Ettlingen) 2/2004, S. 56-59.
TEICHFISCHER,B. & I. (2002): Attraktive Koiteiche.-Wie machen es die anderen? - Gartenteich – Das Wassergarten-Magazin (Dähne Verlag Ettlingen), S.36-38





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