Einen Schwimmteich im Garten anlegen


Der Schwimmteich


Ein Schwimmteich ist gewissermaßen eine Kombination aus Swimmingpool und Gartenteich. Im Gegensatz zum Swimmingpool, dessen Badewasser aufwendig gereinigt und aufbereitet werden muss, kommt ein Schwimmteich mit wesentlich weniger Technik und Chemie aus. Das Badevergnügen in einem solchen Schwimmteich ist dank seiner angrenzenden naturnahen Wasserlandschaft, des klaren, weichen und vor allem ungechlorten Wassers größer als in einem konventionellen Swimmingpool. Hier kann man sogar mit den eigenen Koi oder Goldfischen um die Wette schwimmen. Bei Regen oder Sturm muss die Wasserfläche nicht abgedeckt werden. Und im Winter könnte man sogar hier Schlittschuhlaufen, vorausgesetzt die Eisdecke ist dick genug und die Teichfolie ist am Rand ausreichend befestigt.

Foto: Günter Grumer, Creative Commons Attr. 2.0 Generic, Flickr

© Scheiteldelle - Fotolia.com

Eine vorbildlich konzipierte Pflanzenkläranlage in Form eines bewachsenen Bodenfilters als Biologische Reinigungsstufe eines Schwimmteiches



Die Beschaffenheit des Schwimmteiches

Der Rand eines Schwimmteichs muss stabil und ausreichend gesichert sein, denn ein solcher Schwimmteich ist wesentlich stärkeren Belastungen ausgesetzt als ein gewöhnlicher Gartenteich. Für den Schwimmteil sollte man deshalb eine reißfeste EPDM-Kautschukfolie in einer Stärke von mindestens 1,5mm wählen. Außerdem muss für einen sicheres, rutschfestes Ein- und Ausstieg in den Teich gesorgt werden. Entweder in Form einer Badeleiter oder mit flachen, breiten Stufen, die an einer Seite des Teichs ins tiefe Wasser hinunterführen.

Der Schwimmteil sollte eine Wassertiefe von etwa 1,5m haben. Bei größerer Wassertiefe müsste eigentlich – so sehen es die einschlägigen Verordnungen vor – ein Bademeister vor Ort sein. Ein Schwimmteich erreicht u.U. bereits Ausmaße, bei denen eine Baugenehmigung eingeholt werden muss (Baugenehmigung für Gartenteiche). Schwimmteil und der mit den Pflanzen besetzte Flachwasserteil müssen klar voneinander getrennt sein.

Der Regenerationsteil im Schwimmteich

Als Teichgrund im mit Repositionspflanzen besetzten Regenerationsteil wird eine etwa 20cm hohe Schicht aus Feinkies gewählt. In diesem Substrat können sich Mikroorganismen ansiedeln, die zur Biologischen Selbstreinigung beitragen. Der mit den Teichpflanzen besetzte Regenerationsteil sollte im Idealfall gleich groß sein wie der Schwimmteich. Am Ende der Regenerationsstrecke kann ein zusätzlicher Filterteich in den Kreislauf integriert werden. Das vorgereinigte Wasser wird dabei mit Hilfe einer Teichpumpe vom Regenerationsteil in den etwas erhöht liegenden Filterteich gepumpt, von dem aus das völlig gereinigte Wasser im freien Fall oder über einen künstlichen Bachlauf in den Schwimmteich zurückfließt. Eine besonders gute Reinigungsleistung erzielt man mit einem bewachsenen Bodenfilter als Endstufe, wie dies im Bild dargestellt ist. Dann kann die Fläche des naturnah gestalteten Regenerationsteils reduziert werden – ein Vorteil, wenn für die Gesamtanlage des Schwimmteichs nur wenig Platz zur Verfügung steht. Satt eines parallel zum Schwimmteil angeordneten Regenerationsbereichs kann auch ein separater Filtergraben in den Kreislauf integriert werden. Während im Regenerationsbereich vor allem untergetauchte und emerse, über die Wasserfläche hinaus ragende Pflanzen zum Bepflanzen gewählt werden, wird der Filtergraben vor allem mit Sumpf- und Röhrichtpflanzen besetzt, da – ähnlich wie zuvor beschriebenen, bewachsenen Bodenfilter, die Reinigungsleitung während der Passage des Schwimmteichwassers durch das Grabensediment und den Entzug der Nährstoffe durch die Pflanzenwurzeln erzielt wird.

Solange die Teichpflanzen noch anwachsen und noch nicht die volle biologische Klärleistung bringen, kann es zu Wassertrübungen kommen. Um dies zu vermeiden, kann man in die Kiesschicht Matten mit angereichertem Zeolith einbauen. Zeolith ist ein feinporöses Material aus kristallinem Silikat, welches im Wasser gelöste Nährstoffe absorbiert und darüber hinaus dank seiner stark vergrößerten Oberflächenstruktur hervorragende Siedlungsbedingungen für Bakterien bietet, welche Stickstoffverbindungen abbauen. Statt die Pflanzen direkt in die Kiesschicht im Untergrund einzupflanzen, kann man sie auch einzeln oder in kleinen Gruppen in Pflanzkörbe setzen. Das hat den Vorteil, dass man bei einer irgendwann fälligen Generalreinigung die Pflanzen leichter aus dem Teich nehmen kann. Oder Pflanzen, die nicht winterhart sind, mitsamt ihrem Pflanzkorb ins Winterquartier bringen.

Der Schwimmbereich

Auf ein Teichsubstrat im Schwimmbereich sollte man besser verzichten.

Damit man nicht auf der Teichfolie ausrutscht, wenn sich auf ihr allmählich eine glitschige Aufwuchsschicht aus Algen gebildet hat, kann man einen sogenannten Teichroboter einsetzen. Für die Reinigung von Badeteichen wurde eigens ein „Bioteich-Turbo“-Reiniger entwickelt, der über Nacht selbständig die Teichfolie von Schmutzpartikeln und Algen befreit.

Gefahr Stom am Schwimmteich

Es muss auch an dieser Stelle noch einmal mit allem Nachdruck hingewiesen werden, dass alle Steckdosen und Stromanschlüssen VDE-geprüft sein müssen und wenigstens 3m vom Becken entfernt sein müssen (Stromversorgung und Sicherheit).

Literaturhinweis:

BAUMHAUER,J., A.FRANZ & K.LEHMANN (2009): Wassergenuss im eigenen Garten – die neue Generation Naturpools und Schwimmteiche.- in: GARDEN-STYLE (Magazin-Verlag München), Ausgabe März-Mai 2009, S.58-62.
JOREK,N. (2004): Beispielhafte Gartenteiche – Das Handbuch zur Planung von Natur-, Fisch- und Schwimmteichen.- Verlag Natur und Garten (Ibbenbühren).
STEIN,S. (1995): Bachläufe und Badeteiche selber Bauen.- Verlag Georg Callway (München).
STEMPEL,U.E. (2008): Gartenteiche planen, anlegen und pflegen.- Franzis Verlag (Poing).





Fachbegriffe
Häufige Fragen