Teichfolien für den Gartenteich: Folienarten


Teichfolien für den Gartenteich


Im Gegensatz zu Fertig- und Betonteichen hat man bei Folienteichen einige entscheidende Vorteile: Abgesehen vom geringeren Arbeitsaufwand kann man Folienteiche in allen Größen und Formen anlegen. Auch größere Wassertiefen, wichtig für eine frostfreie Überwinterung von Fischen am Teichgrund, sind kein Problem. Es stehen Folien aus verschiedenen Materialien und in unterschiedlichen Stärken zur Verfügung.



Teichfolie aus PVC (Polyvinylchlorid)

Am häufigsten wird Teichfolie aus PVC verwendet – vor allem für kleine und mittelgroße Gartenteiche; sie wird auch schon am längsten vom Fachhandel angeboten und hat sich daher als Standard-Teichfolie durchgesetzt. Teichfolien aus Polyvinylchlorid (PVC) sind besonders geschmeidig, lassen sich gut verlegen und verkleben, sind sehr belastbar und strapazierfähig. Das geschmeidige Material passt sich gut dem Untergrund an und so können auch kompliziertere Teichformen gut mit PVC-Teichfolie ausgelegt werden. Sofern man Herr wird über die unzähligen Falten, die sich dabei bilden. Aber das Problem hat man mit anderem Folienmaterial auch. Am besten verlegt man die PVC-Folie an warmen Tagen; wenn es zu kalt ist, wird PVC steif und lässt sich weniger gut verarbeiten. Meist wird schwarz als Farbe gewählt, Teichfolien aus PVC gibt es aber auch in Grün und Braun. Die einzelnen Teichbahnen lassen sich relativ einfach zusammenkleben. Und falls der Teich‚ mal undicht wird, lassen sich PVC-Teichfolien mit einem speziellen Teichfolienkleber oder Flüssig-PVC recht einfach reparieren (Was tun, wenn der Teich ein Leck hat?). Je nach Qualität kommt es in der ersten Zeit zu Ausdünstungen ins Wasser. Aber das verliert sich nach 1 bis 2 Wochen, und vorher sollte man ja ohnehin keine Fische in den Teich einsetzen. PVC-Folien gibt es in den Stärken 0,5, 0,8, 1,0, 1,2 und 2,0mm.

Teichfolien aus PE (Poylethylen)

Teichfolien aus PE (Poylethylen) sind preiswert und besonders umweltverträglich, sie sind besonders fisch- und pflanzenverträglich. Aber damit erschöpfen sich auch schon ihre Vorteile. Ihre Umweltverträglichkeit besteht vor allem darin, dass PE rückstandsfrei und biologisch abbaubar ist. Aber schließlich sollte der Folienteich ja einige Jahre halten und nicht vorzeitig „biologisch abgebaut werden“. Außerdem ist die PE-Folie relativ steif und schwieriger zu verlegen. Außerdem ist die PE-Folie teurer als Teichfolie aus PVC. Allerdings ist Poylethylen UV-beständiger als PVC. das kann beim Teichrand von Vorteil sein, wenn dieser blank liegt und ungeschützt dem Sonnenlicht ausgesetzt ist. PE-Teichfolie eignet sich nur für kleinere Teichgrößen, da man sie an einem Stück verlegen sollte. Die Teichbahnen lassen sich nämlich nicht kalt verkleben, sondern nur mit Heißluft miteinander verbinden oder man nimmt dazu ein Klebeband. Solche Nahtstellen sind jedoch nicht sehr haltbar und können mit der Zeit undicht werden. Ähnliche Probleme können auch reparierte und geflickte Stellen bereiten. PE-Teichfolien werden in Stärken von 0,5 und 1,0mm angeboten.

Teichfolien aus EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk)

Seit einigen Jahren stehen auch Folien aus EPDM, einem synthetischen Kautschuk (EPDM = Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) für Gartenteiche zur Verfügung. Sie zeichnen sich durch besonders gute Verarbeitungsmöglichkeiten aus und sind deshalb auch für große Teiche geeignet. Denn EPDM hat eine besonders hohe Dehnbarkeit und Reißfestigkeit, sodass man die Folien aus diesem Material auch gut an kühleren Tagen verlegen und verarbeiten kann. PE- und PVC-Folien lassen sich dagegen nur bei Temperaturen von mehr als 15°C verarbeiten. Außerdem ist das Material sehr unempfindlich gegenüber UV-Strahlen. Allerdings haben EPDM-Folien auch ihren Preis und sind nicht gerade billig. Die Anschaffung lohnt sich vor allem dann, wenn der Teich besonderen Belastungen ausgesetzt wird, bei steinigem Untergrund oder größeren Tiefen etwa bei einem Schwimmteich oder einem Koiteich. Denn die Folie ist auch fisch- und pflanzenfreundlich. Sie ist kälte- und hitzebeständig. Lecks sind relativ einfach mit Flicken aus EPDM und einem speziellen Kelber zu reparieren.

Fazit

Die Lebensdauer von PVC-Teichfolien wird mit etwa 20 bis 25 Jahren angegeben, die von EPDM-Folien mit 30 Jahre, während PE-Folie kaum mehr als 20 Jahre halten. Entsprechend gestaffelt sind die Garantien die die Hersteller auf die Haltbarkeit der Folien gewähren. Allerdings sind nach JOREK (2004) die Herstellerangaben zur Haltbarkeit nur bedingt aussagekräftig, da es keine verbindlichen DIN- oder ISO-Normen für Teichfolien gibt. So wird die Wurzelfestigkeit der Folien in der Regel nur für einen kurzen Zeitraum mit gekeimten Lupinensamen getestet. Und die UV-Beständigkeit bezieht sich auf lediglich 3000 Stunden, in denen die Folien dem Sonnenlicht ausgesetzt wurden.

Teichfolien kaufen

Beim Kauf der Teichfolien sollte man darauf achten, dass das verwendete Material regeneratfrei ist, also keine Anteile aus wiederverwerteter Folie mit Giftstoffen enthält. Und die UV-Stabilität der Folie darf nicht durch eingelagertes, hochgiftiges Cadmium erreicht worden sein.

Je tiefer der Teich ist, desto höher ist der Wasserdruck, der auf der Teichfolie lastet. Ab einer größeren Tiefe sollte man daher nur Folienstärken von mindestens 1mm, besser 2mm verwenden. Für kleinere Teiche mit einer Fläche < 5m² und weniger als 1m Tiefe reichen Folienstärken zwischen 0,5 und 0,8mm aus.

Egal welches Folienmaterial für den Teichbau verwendet wird, man sollte es nie direkt auf den Untergrund verlegen, sondern mit Sand und Vlies unterfüttern. Das gleicht Unebenheiten besser aus und die Gefahr, dass durch Wurzeln oder Steine die Folie überdehnt wird und reißt, ist wesentlich geringer.

Literatur

JOREK,N. (2004): Beispielhafte Gartenteiche.- Das Handbuch für die Planung von Natur-, Fisch- und Schwimmteichen. (Verlag Natur und Garten, Ibbenbühren), 255 S.
o.A. (2003): Gartenteiche planen und anlegen-. (Ecomedia Verlag, Brühl), 95 S.
SCHIMANA,W. (2006 ): Technik für den Gartenteich.-Blv-Garten-Plus-Reihe (BLV-Verlag, München), 95 S.
STEMPEL, U.E. ( 2008): Gartenteiche planen, anlegen und pflegen.- Franzis Verlag, Poing), 128 S.





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