Egel und Würmer im Gartenteich


Egel und Würmer am Gartenteich


Egel und Würmer

Der Fischegel - Piscicola geometra

Der Fischegel ist weitverbreitet. In den Gartenteich gelangt er meist als blinder Passagier mit Teich- und Wasserpflanzen. Er ist sehr gewandt im Aufspüren seiner Wirtstiere und dabei auch nicht wählerisch in Bezug auf Fischart und -größe. Er kann kleinere Fische so stark durch den Blutverlust schwächen, dass sie zugrundegehen. Außerdem überträgt er einige schwerwiegende Fischkrankheiten.

Der Glas-Strudelwurm - Mesostoma ehrenbergi

Der Glas-Strudelwurm hat einen glasartig durchsichtigen, flachen Körper, der von einem dichten Wimpermantel überzogen ist, mit dessen Hilfe er sich gleitend durchs Wasser bewegt. Er spinnt im Wasser Schleimfäden, mit denen er kleinere Nahrungstiere aus dem Wasser fängt. Er vermehrt sich ungeschlechtlich in Form von Subitaneiern, paart sich aber auch und produziert dann Dauereier, aus denen erst nach überstandenem Winter junge Strudelwürmer schlüpfen.

Der Hundeegel - Erpobdella octoculata

Der Hundeegel ist leicht an seinen 8 Augen zu erkennen, daher der wissenschaftliche Artname octoculata. Dieser Rollegel ist kein Blutsauger, sondern verschlingt kleinere Wirbellose. Die Eikokons werden an die Unterseite von Seerosenblätter oder anderen Teichpflanzen und Steinen abgelegt. Nach einigen Wochen schlüpfen die jungen Egel. Der Hundeegel verträgt auch mäßig belastete und verschmutzte Gewässer und ist ein wichtiger Bioindikator für die Gewässergütebestimmung.

Die milchweiße Planarie - Dendrocoelum lacteum

Die milchweiße Planarie ist aufgrund ihrer milchweißen Körperfärbung mit keinem anderen Strudelwurm zu verwechseln. Sie gleitet auf einer Schleimschicht mit der Bauchsohle über Steine und Pflanzen im Wasser hin. Beutetiere werden durch ein Verdauungssekret aufgelöst und dann aufgesaugt. Diese Planarie ist ein Zwitter, der Eikokon gelangt durch Aufplatzen der Körperhaut der Mutter ins Freie. Aus den Eiern schlüpfen voll entwickelte, kleine Planarien.

Der Zweiäugige Plattegel - Helobdella stagnalis

Der Zweiäugige Plattegel gehört zu den Rüsselegeln; er saugt jedoch nicht an Wirbeltieren, sondern nur an kleineren Mückenlarven, Schnecken und anderen Wirbellosen Blut. Er entwickelt in organischen belasteten Gewässern oft Massenvorkommen, da er dort genügend Beutetiere findet und gilt als Indikator für die Gewässergüteklasse 3. Auch dieser Vertreter der Familie der Plattenegel betreibt eine intensive Brutpflege.

Der Schlammröhrenwurm - Tubificidae

Schlammröhrenwürmer bilden eine kleine, mit Sekret ausgekleidete Röhre aus Sand- und Schlammpartikeln, die teilweise über den weichen Gewässerboden hinausragt. Sie stecken mit dem Vorderende in der Röhre und wedeln mit dem freien, aus den Röhren ragenden Hinterkörpern Frischwasser herbei. Der Blutfarbstoff Hämoglobin färbt den Körper rot. Das Hämoglobin ermöglicht den Tubificiden eine optimale Nutzung auch geringer Sauerstoffkonzentration, sodass sich in stark mit organisch verunreinigtem, nährstoffreichem Wasser große Kolonien bilden können.

Der Große Schneckenegel - Glossiphonia complanata

Der Große Schneckenegel ist durch seine typische, zum Kopf stark verjüngte Körperform, die knorpelige Oberfläche und das charakteristische Farbmuster auf der Oberseite deutlich vom Kleinen Schneckenegel und anderen Egelarten zu unterscheiden. Er ernährt sich vom Blut der Wasserschnecken und anderer Wirbellosen. Die Mutter betriebt Brutpflege, trägt den Eikokon aber nicht wie der Kleine Schneckenegel auf dem Bauch mit sich herum, sondern harrt für viele Wochen ohne Nahrungsaufnahme aus, um die Brut mit ihrer Körperunterseite zu schützen.

Der Kleine Schneckenegel - Glossiphonia heteroclita

Der Kleine Schneckenegel ist weit verbreitet, wird aber leicht übersehen. Er kriecht spannerartig umher, oder lauert an Wasserpflanzen und Steinen auf Beute. Vor allem Wasserschnecken zählen zu seinem Beuteschema. Der Kleine Schneckenegel betreibt eine besonders intensive Brutpflege. Die Mutter ist mit ihrer Brut auf der Bauchseite eng verzahnt und kann auch weiter auf Nahrungssuche gehen. Auch später heften sich die jungen Egel noch längere Zeit mit ihren Saugnäpfen an der Mutter fest und saugen mit ihr gemeinsam Schnecken und andere Wirbellose aus.

Die Teichschlange - Stylaria lacustris

Wenn sie sich nicht gerade an Wasserpflanzen oder im Schlamm am Teichgrund aufhält, dann bewegt sie sich wie eine Seeschlange windend vertikal nach oben Richtung Wasseroberfläche. Aber vor dieser Teichschlange braucht man sich nicht zu fürchten. Dieser nur wenig mehr als 1cm lange Wurm aus der Familie Naididae, dem Verwandten des Regenwurms, ist absolut harmlos für Mensch und Tier.

Das Wasserkalb - Gordius aquaticus

Gordius aquaticus, das Wasserkalb, nimmt in ausgewachsenem Zustand keine Nahrung auf und knäult sich oft völlig bewegungslos um denn Stängel einer Wasserpflanze, so dass er leicht übersehen wird. Die Larven von Gordius aquaticus durchlaufen einen komplizierten Entwicklungszyklus in einem Wasserinsekt als Wirtstier.





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