Der Goldfisch - Carassius auratus auratus


Der Goldfisch - Carassius auratus auratus


  • Goldfisch
  • lat: Carassius auratus auratus
  • Haltung: einfach
  • Zucht: einfach
  • Wasserbedingungen: 10 bis 20°C
  • Winterhart: ja

Der Goldfisch wurde bereits vor Tausenden von Jahren in China aus der Silberkarausche gezüchtet. In China galten Goldfische als Glücksbringer, und um dem Glück ein wenig nachzuhelfen, wurden zum Teil sehr farbenprächtig gemusterte, aber teilweise recht unnatürliche geformte Sorten des Goldfischs herausgezüchtet. Nur wenige davon, neben der dem gewöhnlichen Goldfisch der Kometenschweif und der Shubukin, haben normal entwickelte Flossen und können normal schwimmen, sodass sie auch für die Teichhaltung geeignet sind. Während sich die meisten Goldfische in unserem Klima erst im zweiten Jahr umfärben, weisen Shubukin von Anfang an die späteren Farbmuster auf. Goldfische sind gesellig und friedlich und sollten deshalb immer in einer größeren Gruppe gehalten werden. Entsprechend groß muss das Wasservolumen des Gartenteichs gewählt werden. Goldfische können im Teich überwintern, wenn die Wassertiefe mindestens 90cm beträgt, sodass der Teich nicht bis zum Bodengrund zufrieren kann. Sobald im späten Frühjahr die Wassertemperaturen steigen, beginnen die Goldfische mit der Paarung. Als Freilaicher entlassen die Weibchen die befruchteten Eier einfach ins Wasser. Da Goldfische als Laichräuber ihrer Brut nachstellen, muss der Bodengrund der Flachwasserzoen genügend feinfiedrige Wasserpflanzen als Versteckmöglichkeiten den Jungfischen bieten.

Foto: DianaWard, Public Domain



Verbreitung und Lebensraum des Goldfischs

Der Goldfisch ist eines der ältesten "Haustiere". Der Goldfisch wurde erstmals in fast dreitausend Jahre alten chinesischen Schriften erwähnt. Die systematische Goldfischzucht erlebte eine erste Blüte im 12. Jahrhundert n.Chr. in Südchina unter der Song-Dynastie. Alle Goldfische gehen auf die Silberkarausche Carassius auratus gibelio als Stammform zurück, und stammen nicht – wie man immer noch liest - von der europäischen Karausche Carassius carassius ab, auch wenn es auch von der Karausche längst goldfarbige Zuchtsorten gibt. In China galten Goldfische als Glücksbringer. Und damit sein Glück nicht dem Zufall überlassen wird und ihm ein wenig nachgeholfen wird, züchtete man immer wieder neue Formen und teilweise völlig skurrile Formen des Goldfisches. Goldfische sind vielfach in Europa ausgewildert worden, sodass sich in manchen Freilandgewässern stabile Populationen entwickelt haben.

Merkmale, Form und Färbung des Goldfischs

Goldfisch ist schon längst nicht mehr gleich Goldfisch. Denn Goldfische sind schon lange nicht mehr nur einfarbig goldfarben. Auch die ursprüngliche, naturnahe Körperform ist nur einem Teil der Goldfische geblieben. Es gibt Schleierschwänze, Teleskopfische, Buckelköpfe, Himmelsgucker, um nur eine Extremformen zu nennen. Aber auch noch gut schwimmfähige, halbwegs natürlich wirkende Zuchtsorten wie der Kometenschweif und der Shubukin zeigen nur noch eine entfernte Ähnlichkeit mit der Stammform. Aber alle Goldfische haben ein auffälliges Merkmal: Der erste Strahl der Rückenflosse ist nur halb so lang wie der zweite Strahl. Bei anderen Karpfenfischen (Familie Cyprinidae), auch der Europäischen Karausche, ist der erste Flossenstrahl genauso lang wie der zweite. Oft gleichen die buntgescheckten, farbenfrohen Goldfische und Shubukins Miniausgaben der Koi. Doch vom chinesischen Farbkarpfen, kurz Koi genannt, unterschieden sich die Goldfische eindeutig durch das Fehlen von Barteln. Die meisten Goldfische, die in unseren Gartenteichen gezüchtet werden, sind zunächst graugrün, grauschwarz oder dunkel messingfarben. Die typische Goldfärbung entwickelt sich meist erst im zweiten Lebensjahr. Wann sich dieser Farbwechsel vollzieht, das hängt nicht von der Größe der Fische ab, sondern von der Wassertemperatur. Je höher die sommerliche Wassertemperatur ist, desto eher färben sich die jungen Goldfische um. Allerdings sollte die sommerliche Durchschnittstemperatur von 20°C im Goldfischteich möglichst nicht überschritten werden. Als Sarasa-Kometen werden zweifarbig gefleckte Formen bezeichnet.

Alle anderen Zuchtsorten der Goldfische sind nur bedingt oder gar nicht für eine Haltung im Gartenteich geeignet. Entweder sind sie wärmebedürftig und nicht völlig winterhart oder sie haben so skurrile, unnatürliche Flossen- und Körperformen, das sie kaum zu einer normalen Schwimmbewegung fähig sind. Neben den auch in Deutschland seit langem in Aquarien gepflegten Schleierschwänzen und Teleskopfischen gehören dazu Löwenköpfe, Doppelschleierfische, Himmelsgucker, Büffel- und Eierfische, denen die Rückenflosse weggezüchtet worden ist, oder die sogenannten Perlschupper. Diese Perlschupper haben abstehende mit rauen Noppen besetzte Schuppen, die sich – besonders perfide - durch eine in der Jugend künstliche erzeugte Infektiöse Bauchwassersucht gebildet haben. Viele dieser Zuchtsorten entsprechen dem Kindchenschema mit einer kurzen, breiten Kopfform, möglichst großen Augen und einem möglichst pausbäckigen Gesicht. Oranda haben links und rechts vom Kopf so große Wucherungen, dass sie bereits die Augen überwachsen. Rotkäppchen sind bei Japanern besonders beliebt, denn auf einer weißen Körpergrundgrundfärbung zeigen diese Goldfische auf der Kopfoberseite einen kreisrunden, roten Fleck und erinnern damit an die japanische Nationalflagge. Einige dieser seltsamen züchterischen Auswüchse werden mit Recht als Qualzuchten abgestempelt und dürfen nach geltendem Tierschutzrecht in Deutschland nicht mehr im Handel angeboten werden.

Pflege des Goldfischs im Gartenteich

Goldfische können je nach Größe und Anzahl das ganze Jahr hindurch in einem Kaltwasseraquarium, im Miniteich oder in einem Gartenteich normaler Größe gepflegt werden. Goldfische sind zwar keine ausgesprochenen Schwarmfische, leben aber trotzdem gern gesellig und sind überaus neugierig. Sie sind unter ihres gleichen und gegenüber anderen Teichgenossen friedlich und können gut selbst mit kleineren Fischen wie dem Bitterling oder der Elritze zusammen gehalten werden. Selbst für eine kleine Gruppe von Goldfische sollte der Gartenteich bereits ein Mindestvolumen von wenigstens 4m³ haben. Während man für Koi-Teiche ein möglichst steiles Uferprofil bevorzugt, sollten Goldfischteiche wenigstens an drei Seiten eine flache Uferzone aufweisen, in der sich vor allem die Jungfische gerne aufhalten. Die vierte Seite kann steiler ausfallen, damit die Goldfische bei der Fütterung möglichst nah herankommen können und mit der Zeit handzahm werden. Will man die Goldfische im Teich überwintern, dann muss der Teich eine Mindesttiefe von 90cm aufweisen, damit er auch in strengen Wintern nicht bis zum Grund zufriert. Sicherheitshalber sollte man aber trotzdem rechtzeitig im Spätherbst einen sogenannten Eisfreihalter an der Wasseroberfläche installieren. Ist der Fischbesatz hoch, sollte man eventuell zusätzlich einen Oxydator zusätzlich das ganze Jahr am Teichgrund platzieren, damit das Teichwasser das ganze Jahr hindurch eine für die Atmung der Fische ausreichende Sauerstoffkonzentration aufweist. Wichtig ist, dass der Teich sich in den Sommermonaten nicht zu sehr aufheizt, denn die optimale Wassertemperatur ist für Goldfische ist bereits bei 20°C erreicht. Der Fischteich sollte deshalb bereits im Schatten oder Halbschatten angelegt werden oder ein Teil der Wasseroberfläche mit Seerosen oder Schwimmblättern anderer Pflanzen bedeckt sein, unter denen sich die Fische aufhalten können.

In einem großen Naturteich mit geringem Fischbesatz finden die Goldfische als Allesfresser genügend Nahrung. Füttert man sie zusätzlich mit handelsüblichem Goldfisch-Flockenfutter, dann immer nur sehr sparsam, soviel wie die Fische innerhalb von zwei, drei Minuten wegfressen können. Denn Goldfische sind hemmungslos und neigen dazu, sich zu überfressen. Überschüssiges zu Boden sinkendes Futter und auch die Exkremente der Golfische kann das Teichwasser mit der Zeit derartig überdüngen, dass das Biologische Gelichgewicht kippt. Goldfische wühlen auch gerne im weichen Ufergrund wie alle Karpfenfische, daher sollte man den Boden der Flachwasserzone stellenweise mit Sand oder Feinkies bedecken. Auch eine stellenweise dichte Bepflanzung ist von Vorteil. Allerdings betrachten auch Goldfische feinfiedrige, weiche Wasserpflanzen als Nahrungsergänzung. Daher sollte man lieber breit- und hartblättrige Wasserpflanzen wählen.

Vermehrung des Goldfischs

Im späten Frühjahr, wenn die Wassertemperaturen allmählich wieder ansteigen, werden die Goldfische unruhig und die Männchen beginnen beim Paarungsspiel die Weibchen, kenntlich an dem durch den Laichansatz rundlicheren Bauch, vor sich her zu treiben. Ein plötzlicher Wetterwechsel oder kurze, heftige Regenschauer, wie sie im April nicht selten sind, können das Balzgebaren weiter steigern. Irgendwann gibt das Weibchen die Flucht vor dem Männchen auf, bleibt zitternd über den Wasserpflanzen stehen und lässt sich vom Männchen immer wieder in die Bauchseite stupsen. Das Männchen presst schließlich seinen Körper an den Leib des Weibchens. Kurz darauf entlässt das Goldfisch-Weibchen die ersten Eier, die frei im Wasser umhertreiben. Das Weibchen legt eine Pause ein und entschwindet für kurze Zeit in tiefere Wasserzonen. Bald darauf beginnt das Paarungsritual von neuem; das wiederholt sich so oft, bis das Weibchen alle Eier abgelegt hat und wieder völlig schlank und damit für das Männchen uninteressant geworden ist. Goldfische stellen ihrem Laich nach, daher muss der Goldfischteich den Jungfischen genügend Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten bieten.

Will man bestimmte Goldfischsorten gezielt und möglichst effektiv weiterzüchten, dann kann man auch versuchen die Jungfische mit einem feinmaschigen Netz aus dem Teich zu fischen und in einem separaten Kaltwasseraquarium aufziehen, bis sie als Halbwüchsige wieder in die Freiheit des Gartenteichs entlassen werden können. Im Aquarium kann man die Jungfische zunächst mit Artemia-Nauplien, später auch mit Wasserflöhen und anderem Zooplankton aufziehen und schließlich an normales Flockenfutter für Gold- und Teichfische gewöhnen.

Literaturhinweis

STADELMANN, P. (1999): Goldfische. (Gräfe & Unzer Verlag, München), 65 S.





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