Pflegemaßnahmen während der Vegetationsperiode

Solange der Gartenteich noch nicht überaltert ist, hat man in den ersten Jahren kaum größere Probleme bei der Pflege der Teichvegetation zu erwarten, das sollte aber nicht ausschließen, dass man regelmäßig das Teichgeschehen und die Entwicklung der Teichvegetation kontrolliert und, wenn nötig, regulierend eingreift. Zu Beginn der Vegetationsperiode ist der Nährstoffgehalt im Teich noch so gering, dass das Pflanzenwachstum erst ganz langsam in Gang kommt. Anders ist die Situation im nährstoffreichen Filtergraben und oberhalb der Uferböschung. Unkraut wächst bekanntlich schneller als die Kulturpflanzen. Am besten man beugt dem Wildwuchs vor, indem man an den freien Plätzen im Teichhintergrund einjährige Sommerpflanzen einsät.



Im Frühjahr

Im März entfernt man Falllaub, Totholz und andere Pflanzenreste im Umfeld des Teiches und auf den Flächen der Sumpf- und Feuchtzone, um den aufkeimenden und austreibenden Pflanzen Platz zu machen.

Sind keine Frosttage mehr zu erwarten, können ab April Wasserpflanzen, Sumpfpflanzen und Teichrandpflanzen gepflanzt werden oder wieder vom Winterquartier in den Garten umziehen. Seerosen und andere Korbpflanzen, die den Winter über im Haus verbracht haben, setzt man nicht gleich auf den Teichgrund der Tiefenzone, sondern gewöhnt sie stufenweise von der Flachwasserzone aus an die endgültige Wassertiefe. Auf diese Weise können die Blattstiere der Seerosen kräftesparend mitwachsen und ihre Schwimmblätter immer an der Wasseroberfläche halten. Nach den Eisheiligen können dann auch wieder die exotischen, wärmeliebenden Pflanzen langsam an die Freilandbedingungen gewöhnt werden.

Pflege im Frühsommer

Im Frühjahr werden Blütenstaub und Samen von Weiden, Buchen und Pappeln durch den Wind verbreitet und können u.U. eine dichte weißlich-gelbe Kahmhaut auf dem Wasser bilden. Dagegen kann man wenig ausrichten und meist verschwindet diese Wassertrübung bereits nach einigen Tagen von selbst. Oder man setzt einen Skimmer ein, der die Wasseroberfläche absaugt. Samen und Blütenstaub werden im Wasser durch Bakterien abgebaut. Dabei werden Reste aus den Proteinketten freigesetzt, die dazu führen, dass unter starker Luftzufuhr im Bereich einer Fontäne oder unterhalb eines Wasserfalls sich ein Schaumteppich bildet. Aber das ist harmlos und verschwindet wieder von selbst. Allerdings werden bei solchen Abbauprozessen Nährstoffe freigesetzt, die kurzfristig zu einer Massenentwicklung von Algen führen kann.

Auch Im Mai können sich noch einmal Wassertrübung und Algenblüte einstellen. Nach den Wintermonaten stellen sich erst allmähliche stabile Verhältnisse in Teich ein, wenn die Wasserpflanzen austrieben und dem Wasser Nährstoffe entziehen. Trübung und Algen werden dann wieder verschwinden. Andernfalls sollte man das Wasser auf gängige Parameter wie Wassertemperatur, pH-Wert, Härte und falls möglich, mit Hilfe von Schnelltests auch Nitrat, Nitrit und Ammonium, vielleicht sogar den Sauerstoffgehalt im Wasser messen.

Im Juni beginnen dann die eigentlichen Pflegemaßnahmen. Regelmäßig sind abgestorbene oder vergilbte Pflanzenteile zu entfernen, damit sich am Teichboden nicht zu viel organisches Material sammelt und sich dort Faulschlamm ansammelt. Seerosen und andere Schwimmblattpflanzen sollte man regelmäßig auf Fraßspuren von Seerosenzünsler und Seerosenblattkäfer kontrollieren; Blattlauskolonien mit einem feuchten Schwamm von den Blätter abstreifen. Beginnt der Wasserspiegel an heißen Sommertagen abzusinken, dann sollte man alle paar Tage diesen Wasserverlust wieder auffüllen. Sind weniger als 5% des Teichvolumens zu ersetzen, kann man dann das Frischwasser ohne Bedenken langsam einlaufen lassen. Ist der Wasserbedarf höher, dann sollte man das Leitungswasser zuvor entchloren und vortemperieren. Das Sumpfbeet und die Feuchtzone im Gartenteich dürfen nicht austrocknen. Deshalb muss man auf ausreichende Feuchtigkeit im Boden kontrollieren und bei Bedarf diese Areale kräftig wässern.

Pflege im Spätsommer

Im Juli setzen die ersten kleinen und größeren Katastrophen mit akutem Sauerstoffmangel und Algenblüte ein. Als Erstmaßnahmen, etwa um ein Fischsterben zu verhindern, kommt ein Oxydator zum Einsatz und die Fadenalgen werden Hilfe einer Teichzange abgefischt. Weitere Maßnahmen und Problemlösungen werden in Algenblüte; Was ist zu tun, wenn, akuter Sauerstoffmangel herrscht?Blattläuse und andere Schädlinge die Pflanzen heimsuchen?... angeboten. Wird der Bestand an Teich- und Wasserpflanzen zu dicht, muss man auslichten.

Im August beginnen die ersten Pflanzen zu kümmern und Mangelerscheinungen zu zeigen. Wahrscheinlich fehlt es ihnen jetzt an Nährstoffe. Seerosen und andere Korbpflanzen kann man mit einem Langzeitdünger in Form von Düngerkügelchen versorgen. Auf keinen Fall sollte man Flüssigdünger in den Teich schütten. Das würde lediglich eine neue Algenblüte hervorrufen.

Literatur

JOREK,N. (2004): Steuerung der Vegetation.- in: Beispielhafte Gartenteiche.-(Verlag Natur und Garten, Ibbenbühren), S.246-247.
JOREK,N. (2004): Wartung im Frühling und Sommer.- in: Beispielhafte Gartenteiche.-(Verlag Natur und Garten, Ibbenbühren), S.248-249.
POLASCHEK,I. (1996): Arbeitskalender Gartenteich.- (Falken Verlag, Niedernhausen).
POLASCHEK,I. (2012): Januar bis Dezember – die Gartenteichpflege im Jahresverlauf. –in: Gartenteich – das Wassergarten-Magazin (Dähne Verlag, Ettlingen), Heft 3/2012, S.14-19.