Wasserwechsel im Gartenteich

Teichwasser verdunstet oder wird von den Pflanzen aufgenommen; das fehlende Wasser sollte regelmäßig nachgefüllt werden, sonst konzentrieren sich die im Wasser gelösten und suspendierten Stoffe und Partikel im verbleibenden Restwasser zu sehr und die Milieubedingungen im Gartenteich verschlechtern sich. Oder die Feucht- und Uferzone trocknet aus.



Gründe für einen Wasserwechsel

Mitunter ist aber auch ein Wasserwechsel notwendig, obwohl der Wasserspiegel im Gartenteich nicht gesunken ist. Ein Wasserwechsel wird nötig

- wenn durch die Exkremente der Teichfische die Ammonium- und Nitritkonzentrationen im Wasser über das für Fische verträgliche Maß hinaus ansteigen.

- wenn das Algenwachstum plötzlich drastisch zunimmt.

- wenn z.B. starken Regenfällen gedüngte Gartenerde in den Teich eingeschwemmt worden ist.

- wenn das Teichwasser versehentlich mit Pflanzenschutzmittel oder anderen Shadstoffen kontaminiert worden ist.

- wenn Fische erkrankt waren und aus dem Teich abgefischt wurden.

- wenn einmal im Jahr ein Großreinemachen im Teich ansteht.

Vorgehen beim Wasserwechsel

Ob das gesamte Teichwasser oder nur ein Teil gewechselt werden muss, das hängt von der Ausgangssituation ab und muss von Fall zu Fall entschieden werden. Dabei spielen auch die Rahmenbedingungen wie Temperaturunterschiede zwischen Teich- und Frischwasser, Sauerstoffkonzentration, Kapazität des Teichfilters u.a. eine Rolle.

Welches Wasser eignet sich für den Wasserwechsel? Prinzipiell sollte das Frischwasser etwa im gleichen Härtebereich liegen wie das Teichwasser; das ist normalerweise bei Leitungswasser der Fall, welches ein pH-Wert um den Neutralpunkt hat und eine mittlere Wasserhärte aufweist. Gechlortes Leitungswasser muss aber zuvor durch Entgasen entchlort werden; Regenwasser kann verwendet werden, wenn es nicht zu sauer ist (pH-Wert nicht unter 6). Grundwasser, welches eine Quelle und einen Brunnen speist, ist in der Regel arm an gelöstem Sauerstoff, enthält aber reichlich Kohlendioxid und Eisen, welches bei Quellaustritt als braungelber Eisenocker, was eigentlich nichts anderes ist als Rost, ausfällt. Daher darf man solches Wasser nicht sofort verwenden, sondern muss es eine Weile stehen lassen, damit das Kohlendioxid entgast und das Eisen ausfällt. Dies kann beschleunigt werden, wenn man mit Hilfe einer Membranpumpe Luft in das Wasser einbläst.

Wieviel Wasser wechseln?

Bei einem Teilwasserwechsel wird in der Regel nicht mehr als ein Fünftel des Wasservolumens ausgetauscht. Bei einem kompletten Wasserwechsel leert man den Teich bis auf eine Restwassermenge von 5%, die im Bodensubstrat enthalten sind. Am einfachsten lässt sich das Teichwasser mit Hilfe einer Tauchkreiselpumpe absaugen. Dazu wird der Ansaugstutzten einige cm über dem Teichgrund platziert, damit kein Bodenschlamm aufgewirbelt wird. Bei einem Teilwasserwechsel, kann man Frischwasser kontinuierlich nachfüllen, während das Altwasser abgesaugt wird; sodass sich der Wasserspiegel während des Wasserwechsels nicht ändert.

Wasser über den Filter wechseln

Ist ein Mehrkammerfiltersystem in den Wasserkreislauf des Gartenteichs integriert, dann kann man das Wasser auch über diesen Filter ablaufen lassen: Dazu öffnet man das Bodenventil des Biofilters oder lässt das Wasser aus der Absetzkammer absaugen. Auch das Frischwasser kann über den Filter zulaufen und über die Pumpenkammer in den Teich fließen. Der Wasseraustausch muss langsam vor sich gehen; das nimmt einige Zeit in Anspruch. Damit dabei am Ende der Teich nicht versehentlich völlig leergepumpt wird oder überläuft, empfiehlt es eine Bewässerungsuhr mit automatischer Abschaltung in das System einzubauen.

Soll etwa 1/4 des Teichwassers ausgetauscht werden, dann darf das einlaufende Frischwasser höchstens 10°C kälter sein als das Teichwasser. Soll die Hälfte gewechselt werden, dann darf der Temperaturunterschied entsprechend nicht mehr als 5°C betragen. Bei einem kompletten Wasserwechsel muss das Frischwasser ungefähr die gleiche Temperatur haben wie das abgelassene Teichwasser.

Nach einem Teilwasserwechsel oder bei einem kompletten Wasserwechsel muss möglichst schon während des Wasseraustausch der pH-Wert und die Wassertemperatur kontrolliert werden, wenn die Ausstattung dazu vorhanden ist auch der Sauerstoffgehalt und die Wasserhärte. In einem mit teuren Koi oder anderen Zierfischen besetzten Teich zahlt sich dabei u.U. die Investition in einen Teichcomputer aus, mit welchem die wichtigsten Wasserparameter kontinuierlich gemessen und z.T. auch reguliert werden können.