Den Gartenteich winterfest machen

Abgestorbene Seerosenblätter und die Schwimmblätter anderer Pflanzen müssen entfernt werden; exotische und nicht winterfeste Pflanzen, dazu gehören auch einige Seerosenarten, werden in das Winterquartier gebracht und in einen wassergefüllten Kübel, einen Zimmerteich oder in ein Aquarium gesetzt.

Eventuell muss man die Teichränder von Fadenalgen säubern, die sich dort im Laufe des Sommers festgesetzt haben. Dazu wird der Wasserspiegel etwas gesenkt. Dies ist auch die richtige Zeit, um zu stark wuchernde Sumpf- und Röhrichtpflanzen auszulichten. Rohrkolben, Schilf und Bisnen lässt man möglichst stehen. Ihre luftgefüllten Halme dienen gleichzeitig als kleine Luftschächte, durch die Faulgase aus dem Teich abziehen können.

Im Spätherbst muss man dafür sorgen, dass kein Falllaub in den Teich geweht wird. Dazu spannt man am besten ein engmaschiges Netz in 1m Höhe über der Wasserfläche auf. Bereits im Spätherbst kann in strengen Frostnächten die Wasseroberfläche des Gartenteichs zufrieren. Das bedeutet aber noch nicht, dass die Wassertemperatur über dem Gewässergrund bis auf 4°C abgesunken ist. Die Temperatur kann vielmehr noch 6°C und mehr betragen. Amphibien, die sich im Winter auf den Teichgrund zurückziehen, haben noch nicht ihren Stoffwechsel völlig reduziert und sind noch nicht in Winterstarre verfallen. Sie müssen noch ab und zu an die Wasseroberfläche kommen, um Atemluft zu schöpfen. STEMPEL (2008) empfiehlt daher, bereits im Spätherbst einen Eisfreihalter auf die Teichfläche zu setzen.

In älteren Büchern liest man immer wieder, dass man ein Bündel Stroh in den Teich stellen soll, um einen Teil der Wasserfläche offen und eisfrei zu halten. Es ist aber eher so, dass sich das Stroh mit Wasser vollsaugt und dann selbst durchfriert. Aber selbst dann wird das Stroh noch von Bakterien zersetzt, beginnt zu faulen und belastet das Wasser. Stattdessen platziert man einen Styroporring von mindestens 50cm Durchmesser und 5 bis 10cm Höhe und einen darauf passenden Deckel – ebenfalls aus Styropor – auf der Wasseroberfläche (STEMPEL 2008). Dieser Eisfreihalter muss über der tiefsten Stelle des Teichs verankert werden. Dann können dort die Faulgase, die sich auch im Winter im Teich bilden, entweichen, auch wenn die übrige Teichfläche zugefroren ist.

Mit weiter sinkenden Temperaturen sammelt sich am Teichgrund Wasser von 4°C. Wasser hat ja bekanntlich bei 4°C seine größte Dichte und ist am schwersten. Vorausgesetzt der Teich ist tief genug und friert nicht bis zum Boden zu. Fische und Froschlurche verharren nun in einer Winterstarre am Teichgrund und reduzieren ihren Stoffwechsel auf ein Minimum. Nicht so die Fäulnisbakterien; sie sind auch bei Temperaturen um 4°C noch aktiv und bilden Schwefelwasserstoff (H2S) und andere Faulgase, die nach oben steigen und sich unter der Eisfläche sammeln. Dies ist ein weiterer Grund, einen Eisfreihalter aus Styropor einzusetzen, damit die Faulgase entweichen können. Sonst würden sie mit der Zeit Fische und Amphibien vergiften.

Vorsicht ist geboten, wenn man die Teichpumpe auch im Winter in Betrieb lässt. Dadurch wird das Wasser umgewälzt, sodass sich die Wasserschichten durchmischen, und das kalte Oberflächenwasser sich mit dem wärmeren Wasser durchmischt. Dadurch kann man zwar eine Zeitlang die Eisbildung an der Wasseroberfläche verhindern, aber die untere Wasserschicht über dem Teichsediment sinkt bis unter die 4°C-Marke und die am Boden ruhenden Fische und Amphibien erfrieren. Wenn die Teichpumpe auch im Winter in Betrieb bleiben soll – eventuell in Kombination mit einem Eisfreihalter – dann sollte man sie in den oberen Wasserschichten platzieren, sodass nur diese obere Zone umgewälzt werden und das Tiefenwasser eine Temperatur von 4°C behält. Andererseits müssen Teichpumpen, damit sie selbst nicht kaputt frieren, mindestens 50 bis 60cm tief ins Wasser gesetzt werden. Fazit: Teichpumpen am besten den Winter über aus dem Teich nehmen und im Haus überwintern; hat man einen Eisfreihalter, dann werden sie auch eigentlich im Teich nicht gebraucht. Denn die Unterwasserpflanzen wie die Kanadische Wasserpest oder das Hornkraut produzieren auch zumindest zu Beginn des Winters weiterhin Sauerstoff, wenn auch nur auf Sparflamme. Aber das reicht für den ebenfalls auf Sparflamme laufenden Stoffwechsel der Teichbewohner aus. Später reduzieren auch Wasserpflanzen ihren Stoffwechsel und überwintern in Form von zu Boden sinkenden Turionen. Statt einer Teichpumpe ist es besser einen Oxydator einzusetzen, der das Teichwasser mit feinperlendem Sauerstoff versorgt und so die Fäulnisprozesse im Teich unterbindet.

Unterwasserpumpen werden gründlich gereinigt und in einem Eimer mit sauberem Leitungswasser gelagert; Außenpumpen und Teichfilter werden dagegen den Winter über trocken aufbewahrt.

Man sollte es tunlichst unterlassen, ein Loch in die Eisdecke zu hacken. Fische sind sehr geräuschempfindlich und würden durch den plötzlichen Lärm aus ihrer Winterstarre hochgeschreckt und einen Kreislaufkollaps erleiden. Wenn schon, dann schmilzt man mit heißem Wasser ein Loch in die Eisdecke und saugt mit einem Schlauch einige cm Wasser ab, sodass zwischen Eis und Wasseroberfläche ein Luftpolster entsteht.

Exotische und wärmeliebende Fische werden mit sinkenden Wassertemperaturen nicht mehr gefüttert und schließlich in ein Aquarium als Winterquartier umgesetzt. Koi sind zwar eigentlich nur auf bestimmet Farbmuster selektionierte Karpfen, aber empfindlicher und anfälliger als diese. Koi stammen in der Regel aus Teichkulturen Südostasiens, wo auch im Winter die Wassertemperaturen nicht unter 10 bis 15°C sinken. Aber sie sind meist zu groß, um im Aquarium zu überwintern. Deshalb werden Koiteiche in unseren Brieten im Winter meist beheizt. Über einen Frostwächter wird die Teichheizung eingeschaltet, sobald die Wassertemperatur unter einen bestimmten, zuvor eingestellten Wert sinkt. In strengen Winter reichen solche einfachen Teichheizungen nicht aus, um das Wasser über die ganze Tiefe warm zu halten. Immerhin können sie aber die Wasseroberfläche eisfrei halten, sodass Faulgase entweichen können. Als Alternative schlägt HAUSES (2007) vor, die Teichheizung über einen Wärmetauscher an das Heizsystem im Haus anzuschließen.

Literatur

Ohne Autorenangabe (2003): Wichtige Pflegemaßnahmen im Wechsel der Jahreszeiten.- in: Gartenteiche planen und anlegen.- (Ecomedia Verlag, Brühl), S.93.
JOREK,N. (2004): Wartung im Herbst und Winter.- in: Beispielhafte Gartenteiche.-(Verlag Natur und Garten, Ibbenbühren), S.250-251.
HAUSES,L. (2007): Gesund durch den Winter – Wie unsere Koi die kalte Jahreszeit überleben.- in: Gartenteich – das Wassergarten-Magazin (Dähne Verlag, Ettlingen), Heft 4/2007, S.60-65.
POLASCHEK,I. (1996): Arbeitskalender Gartenteich.- (Falken Verlag, Niedernhausen).
POLASCHEK,I. (2007): Vorbereitung für den Winter- Herbstreinigung für den Wassergarten.- –in: Gartenteich – das Wassergarten-Magazin (Dähne Verlag, Ettlingen), Heft 4/2007, S.14-17.
POLASCHEK,I. (2012): Januar bis Dezember – die Gartenteichpflege im Jahresverlauf. –in: Gartenteich – das Wassergarten-Magazin (Dähne Verlag, Ettlingen), Heft 3/2012, S.14-19.
STEMPEL, U.E. (2008): So bringen Sie den Teich gut über den Winter.- in: Gartenteiche planen, anlegen und pflegen.- (Franzis Verlag, Poing), S.106-108.