Mooskugeln - Glossar

Mooskugeln werden eigentlich nicht von einem Wassermoos gebildet, sondern von einer fadenförmigen Grünalge Aegagroplia linnaei, bei uns besser bekannt unter ihrem alten Nmanen Cladophora aegagropila. Eigentlich ist diese in vielen stehenden Gewässern der nördlichen Hemisphäre zu Hause. Allerdings bildet sie meist entweder nur ein dichtes Polster auf der dem Licht abgewandten Seite von Felsen oder einen lockeren Teppich aus fadenförmigen Büscheln auf schlammigem Untergrund.

Als Kugelform sind sie vor allem im isländischen Myvatn-See im Akan-See auf der japanischen Insel Hokkaido bekannt. Das ist auf die ganz speziellen Strömungs- und Substratverhältnisse sowie spärliche Beleuchtung in diesen Gewässern zurückzuführen. Dabei wachsen die Algen von einem Mittelpunkt strahlenförmig nach allen Seiten – pro Jahr ca. 5mm. Im Aikan-See können diese „Algen“-kugeln schließlich einen Durchmesser von bis zu 30cm erreichen. Die runde Form entsteht, weil die Kugeln durch Wind und Wellen immer wieder gedreht werden.

Seit den 1970-ziger Jahren wurden die Mooskugeln auch nach Deutschland eingeführt. Seit einigen Jahren werden sie im Zoofachhandel zusammen mit dem steigenden Interesse an der Haltung exotischer Süßwassergarnelen angeboten. Denn die Garnelen weiden diese Mooskugeln gerne auf der Suche nach kleinen Aufwuchsorganismen ab. Bei intensiver Beleuchtung im Aquarium steigern die Algen ihre Photosynthese und bilden verstärkt Sauerstoffbläschen, sodass die Kugeln so viel Auftrieb bekommen, dass sie im Wasser schweben. Im Dunkeln sinken sie dann wieder zu Boden. Mooskugeln, die ständig im Wasser schweben, sind meist eine Mogelpackung. Sie enthalten einen künstlichen Kern aus leichtem Plastikmaterial. Unter optimalen Bedingungen können sich die Mooskugeln mehrere Jahre im Kaltwasseraquarium halten. In zu warmem Wasser zerfallen sie zu einzelnen Fadenkolonien. Außerdem reagieren sie empfindlich auf Bodenmulm und Schwebstoffe im Wasser.

Seit einiger Zeit liest man auch von Haltungserfolgen dieser Mooskugeln in Freilandteichen. Sinnvoll ist das, wenn die Süßwassergarnelen mit ihren Mooskugeln vom Aquarium in einen kleinen Miniteich zur Sommerfrische umgesiedelt werden. Voraussetzung ist aber auch hier, dass das Wasser im Miniteich sehr klar und schwebstofffrei ist. Außerhalb darf die Wassertemperatur auch im Sommer nie 24°C übersteigen. Auch im Miniteich werden die Kugeln von den Garnelen zum Abweiden aufgesucht; außerdem dienen sie als Sauerstofflieferanten. Die Beschränkung auf Miniteiche ergibt sich schon aus dem nicht gerade billigen Preis für die Mooskugeln im Zoofachhandel.



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