Teichpflanzen vermehren - Glossar

Hat man erst einmal einen gewissen Grundstock an Teichpflanzen erworben, dann kann man viele Arten auch relativ leicht selbst weiterzüchten und vermehren. Abgesehen von einjährigen Pflanzen, deren Fortbestand sich ohnehin nur mit Hilfe von Saatgut sichern lässt, bilden auch viele mehrjährige, ausdauernde Stauden im Laufe der Vegetationsperioden Samen, mit deren Hilfe sich die Pflanzen generativ vermehren lassen, obwohl die vegetative Vermehrung vieler rasch wachsender Arten meist recht einfach gelingt.

Die Samen lassen sich von den reifen Fruchtständen der Pflanzen absammeln. Will man sie bald wieder aussäen, dann empfiehlt sich eine kühle und feuchte Zwischenlagerung. Sonst trocknet das Saatgut zu sehr aus und braucht dann wesentlich länger zum Keimen. Werden die Samen erst im Spätherbst geerntet und können dann erst im nächsten Frühjahr ausgebracht werden, dann muss man sie kühl und trocken lagern, damit sie nicht schimmeln.

Kaltkeimer können jedoch direkt wieder ausgesät werden, denn sie brauchen eine Kälteperiode, um dann mit den wieder ansteigenden Temperaturen im Frühjahr den Keimvorgang in Gang zu setzen. Stattdessen kann man das Saatgut solcher Kaltkeimer aber auch für einige Zeit im Kühlschrank zwischenlagern und dann aussäen.

Lichtkeimer dürfen beim Aussäen nicht mit Erde bedeckt werden. Ihre Samen werden nur kräftig an das Keimsubstrat angedrückt. Teich- und Sumpfpflanzen sät man nicht direkt in oder am Teich aus, sondern lässt sie unter optimalen Licht-, Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen in Saatschalen keimen. Dann ist die Ausbeute an Jungpflänzchen größer. In der Regel erhält man im Gartenfachhandel aber kein Saatgut, sondern getopfte Pflanzen. Einige exotische Wasser- und Sumpfpflanzen bilden unter unseren klimatischen Bedingungen aber auch gar keine Früchte und Samen aus. Dann ist man auf die vegetative Vermehrung angewiesen.

See- und Teichrosen kann man durch Teilen ihres Wurzelstocks vermehren. Der beste Zeitpunkt ist dann gekommen, wenn die Schwimmblattdecke so dicht geworden ist, dass man die Pflanzen auslichten und ihre Pflanzkörbe dazu aus dem Wasser herausnehmen muss. Zur Vermehrung nutzt man nur die Spitzen des Rhizoms, da dort die meisten Blütenknospen sitzen. Diese Ausläufer werden dann direkt wieder in einen Pflanzkorb gesetzt und im Teich versenkt. Seerosenstauden mit einem echten Wurzelstocken bilden Augen, aus denen sich Bulben bilden. Diese kann man herausschneiden und in einem Topf mit feuchtem Lehm zu neuen Jungpflanzen heranziehen.

Bei Uferpflanzen, die ein Rhizom bilden, werden von den Rhizomspitzen etwa 15cm lange Stücken abgetrennt, alle dunklen Wurzelreste entfernt und diese Rhizomausläufer wieder direkt in das Teichsubstrat gesetzt. Uferpflanzen mit zwiebelartigen Wurzelknollen lassen sich vermehren, indem man den Wurzelstock z.B. mit zwei Grabgabeln vorsichtig auseinander zieht. Welke Blätter werden entfernt, alte, dunkelbraune Wurzeln abgeschnitten und die jungen, neuen Wurzeln eingekürzt und jedes Teilstück wieder in die Erde eingepflanzt.

Submerse, vollständig untergetauchte Wasserpflanzen lassen sich am einfachsten als Stecklinge vermehren. Dazu schneidet man die einzelnen Triebe in 10cm große Stücke und setzt diese in einen mit Erde gefüllten Topf. Der Pflanztopf wird dann in der Flachwasserzone des Gartenteichs so tief platziert, dass die Stecklinge etwa 15 bis 20cm hoch von Wasser bedeckt sind. Die Stecklinge fixiert man mit Zahnstochern oder kleinen Holzstäbchen, damit sie nicht durch den Auftrieb oder mit der Strömung aus dem Pflanzsubstrat fortgerissen werden. In der Regel bilden Wasserpflanzen aber erst ab einer Wassertemperatur über 15°C neue Wurzeln.

Am einfachsten lassen sich Schwimmpflanzen vegetativ vermehren. Bei einheimischen Pflanzen wie den Wasserschlaucharten oder den Wasseraloe zieht man im Herbst das Wurzelgeflecht auseinander und setzt die Pflanzen dann wieder einzeln auf die Wasseroberfläche. Exoten wie die Muschelblume und die Wasserhyazinthe muss man im Warmwasseraquarium überwintern. Bei ausreichender Beleuchtung bilden sie bald an kurzen Ausläufern zahlreiche Tochterpflänzchen, die sich bald von selbst von ihrer Mutterpflanzen abschnüren oder man hilft vorsichtig etwas nach und setzt die abgetrennten Pflänzchen wieder ins Wasser. Im Frühjahr können Mutter- und Tochterpflanzen dann in den Gartenteich ausquartiert werden.



Weitere nützliche Themen

Seerosen pflanzen
Uferpflanzen
Submerse Teichpflanzen
zum Glossar