Thermische Schichtung und Vollzirkulation - Glossar

In größeren stehenden Gewässern baut sich in den Sommermonaten eine stabile thermische Schichtung aus. Die obere Wasserschicht wird durch die Sonneneinstrahlung am stärksten erwärmt. Hier konzentrieren sich vor allem die planktischen Algen. Das für dieses Phytoplankton nutzbare Licht nimmt innerhalb weniger Meter Wassertiefe rasch ab. Darauf folgt eine Sprungschicht, in der nun auch die Temperatur sehr schnell abnimmt und das Niveau der gleichbleibend kühlen Tiefenzone erreicht.

Diese thermische Schichtung ist in den Sommermonaten in größeren Seen sehr stabil. Mit den Herbststürmen setzt eine Vollzirkulation ein, die Schichtung wird zerstört und das Wasser bis in die Tiefenzone durchmischt. Dadurch bildet sich im Winter eine andere stabile thermische Schichtung aus, mit kühlerem Wasser an der Oberfläche und 4°C warmem Wasser am Gewässergrund. Diese Temperaturunterschiede bleiben auch unter einer Eisdecke bestehen. Für viele Tiere, nicht nur Fische und Amphibien, die am Gewässergrund in eine Art Winterstarre verfallen, ist sie überlebenswichtig.

Im Frühjahr kommt es dann zu einer erneuten Vollzirkulation; mit zunehmender Erwärmung bildet sich dann wieder die stabile Schichtung der Sommermonate aus.

Diese Abläufe finden im Prinzip in kleineren und flacheren Gewässern wie einem Weiher oder Gartenteich auch statt. Nur sind die Schichtungen aufgrund der geringeren Wassertiefe nicht so stabil. Schon bei einer geringen Wasserströmung, sei es durch den Wind oder die laufende Teichpumpe, wird die Schichtung zerstört und das Wasser bis zum Teichgrund umgewälzt. Außerdem ist die Teichtiefe so gering, dass der Lichteinfall auch bis zum Gewässergrund für die Photosynthese von Algen und höheren Wasserpflanzen ausreicht. Während also in einem Gewässer geringer Tiefe Schichtung und Vollzirkulation in rascher Folge wechseln können, ist die beschriebene Winterstagnation mit einer kühleren oberen Wasserschicht und einer relativ warmen Tiefenzone von 4°C auch in naturnahen Teichen stabil – egal ob mit oder ohne Eisbedeckung. Für die am Teichgrund überwinternden Fische und Amphibien ist das überlebenswichtig.

Lässt man sattdessen die Teichpumpe auch über die Wintermonate weiterlaufen, wird die Schichtung zerstört und das bis auf 0°C herunter gekühlte Wasser gelangt bis in die Tiefenzoen dicht über dem Teichboden. Selbst wenn der Teich dann nicht bis zum Grund zufriert, kann das den Tod für die Fische bedeuten. Selbst ein direkt auf dem Teichboden installierte Ozonisator kann bereits durch die aufsteigenden Luftblasen eine solche Zirkulation auslösen. Deswegen ist beim Einsatz von Teichtechniken im Winter äußerste Zurückhaltung angebracht. Wenn, dann müssen diese Geräte nur soweit abgesenkt werden, dass lediglich die oberflächennahe Wasserschicht im Strömung umgewälzt wird. Dies richtig auszutarieren, ist jedoch in einem Teich mit verhältnismäßig geringer Wassertiefe nicht einfach.



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