Die Wasserlobelie - Lobelia dortmanna

Eckdaten

  • Wasserlobelie
  • lat: Lobelia dortmanna
  • Haltung: mittel
  • Zucht: mittel
  • Tiefe: 10 bis 50cm
  • Standort: sonnig, windstill
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Winterhart: ja

Die Wasser-Lobelie Lobelia dortmanna ist eine Pflanze leicht saurer, nährstoffarmer und sauberer, stehender Gewässer Nord-Europas und Nordamerikas. Mit ihren kleinen, aber dichten Blattrosetten wächst sie in rund 30cm Wassertiefe auf sandig-schlammigem bis feinkiesigem Untergrund. In Deutschland sind ihre natürlichen Beständen vom Aussterben bedroht. Die Wasser-Lobelie eignet sich als ausgesprochene Liebhaberpflanzen für den Miniteich und die Flachwasserzone des Gartenteichs. Sie vermehrt sich sowohl über Samen als auch vegetativ durch kleine Tochterrosetten, die an Ausläufern der Mutterpflanze gebildet werden.

Foto: Rolf Engstrand, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported



Verbreitung und Lebensraum der Wasserlobelie

Die Wasser-Lobelie kommt im Norden Amerikas und Europas vor. Sie besiedelt dort nährstoffarme, leicht saure, stehende Gewässer. Sie wächst in der Flachwasserzone in Ufernähe bis in 30cm Wassertiefe, passt sich aber gut an wechselnde Wasserstände an. Ihre Blattrosetten trifft man gelegentlich noch in 3m Wassertiefe, dann kann sie dort aber keinen Blütenstand, der immer über die Wasseroberfläche hinauswachsen muss, bilden. In Deutschland ist diese Wasserpflanze allerdings streng geschützt, da sie an den wenigen natürlichen Standorten im Norden und Westen vom Aussterben bedroht ist.

Merkmale, Form und Färbung der Wasserlobelie

Die Wasser-Lobelie ist eine mehrjährige, krautige Wasserpflanze. Sie gehört zur Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae) und bildet zusammen mit der roten Kardinalslobelie Lobelia cardinalis, dem Männertreu und vielen weiteren Arten die Gattung Lobelia diese Familie. Die Wasser-Lobelie bildet eine dichte Rosette aus fleischigen, linealischen und zungenförmig abgerundeten Laubblättern. Ihre weißen bis blass-blauen Blüten stehen in bis zu acht in lockeren Trauben an bis zu 80cm hohen, weit über die Wasseroberfläche hinausragenden Stängeln.

Foto: Rolf Engstrand, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported

Die Blüte setzt sich aus einer blass-blauen Röhre und 5 weißen Kronzipfeln zusammen. Davon sind die beiden oberen klein, schmal und nach oben gebogen. Die drei unteren Zipfel, die die Unterlippe bilden, sind lanzettförmig breit und zeigen geradeaus nach unten. Die Wasserlobelie blüht zwischen Juni und September. Die Fruchtkapsel enthält zahlreiche Samen.

Pflege der Wasserlobelie im Gartenteich

Die Wasser-Lobelie braucht ein leicht saures, kalk- und nährstoffarmes Wasser in der Flachwasserzone oder in einem Miniteich mit zwischen 10 und maximal 50cm Wassertiefe. Mit ihrer Blattrosette wurzelt sie unter Wasser in einem sandigen bis kiesigen Untergrund. Sie blüht allerdings nur emers, also oberhalb der Wasserlinie. Auch an wechselnde Wasserstände ist sie gut angepasst. Als nordische Pflanze gedeiht sie am besten in relativ kühlem Wasser an einem halbschattigen Platz. Die Wasser-Lobelie ist außerdem recht konkurrenzschwach und kann leicht durch andere Wasserpflanzen mit ähnlichen Milieuansprüchen wie dem Fieberklee verdrängt werden. Insgesamt kann diese interessante Wasserpflanze vor allem ausgesprochenen Liebhabern von Wasserpflanzen-Gärten empfohlen werden. Beim Umgang mit der Wasser-Lobelie ist allerdings Vorsicht geboten, da sie giftig ist. Sie enthält das nach der Gattung benannte Alkaloid lobelin, welche eine neurotoxische Wirkung auf das zentrale und periphere Nervensystem zeigt und in höheren Konzentrationen vor allem in dem mit der Wasser-Lobelie verwandten Indianertabak Lobelia inflata vorkommt, welcher früher auch zur Raucherentwöhnung eingesetzt wurde.

Vermehrung der Wasserlobelie

Die Wasser-Lobelie vermehrt sich in erster Linie über die zahlreichreichen Samen, die im Spätsommer in der zweifächrigen Fruchtkapsel gebildet werden. Außerdem bilden sich an Nebenverzweigungen kleine Rosetten, die als Diasporen fungieren.