Was tun, wenn Blattläuse und andere Schädlinge die Pflanzen heimsuchen?

Vollständig untergetauchte Wasserpflanzen werden naturgemäß weniger von Pflanzenschädlingen befallen. Wenn sie nur noch schlaffe Stängel oder gelbe, bleiche Blätter entwickeln, dann liegt wahrscheinlich ein Nährstoffmangel vor. Das kann zum Beispiel ein Mangel an Eisen sein, der dazu führt, dass kein Blattgrün ausgebildet werden kann.

Kümmern Pflanzen, die in einem Pflanzkorb stehen, dann liegt das oft daran, dass ihrem Ausbreitungsdrang zu enge Grenzen gesetzt sind. Dann muss man sie in einen größeren Pflanzkorb umtopfen. Solche Containerpflanzen leiden aus dem gleichen Grund auch eher als die frei im Wasser treibenden Pflanzen unter Nährstoffmangel. Dann muss man einen Langzeitdünger in Form von Düngerkegeln oder –kügelchen in das Pflanzsubstrat stecken. Dann ist die Nährstoffversorgung wieder für einige Monate gesichert.

Auch wenn die Standortbedingungen nicht stimmen, beginnen die Pflanzen zu kümmern. Das kann Lichtmangel sein oder - im Gegenteil - fehlender Schatten für schattenliebende Pflanzen. Die falsche Wassertiefe ist eines der häufigsten Ursachen für Mangelerscheinungen bei Seerosen. Werden die Seerosen zu tief gesetzt, kostet es die Pflanze zu viel Energie und Substanz, bis sie ihre Blattstiele an die Wasseroberfläche schieben können. Eine so geschwächte Seerose entwickelt dann meist auch keine Blüten. Durch unzureichende Milieubedingungen geschwächte Teichpflanzen sind dann auch besonders anfällig für Pilz- und Bakterienbefall. Dann hilft es nur noch, die befallenen Pflanzenteile herauszuschneiden und anschließend einen besseren Platz für die Pflanzen im Teich zu suchen. Ist schon die Bekämpfung von Pilz- und Bakterienkrankheiten bei Landpflanzen schwierig, so ist bei Wasserpflanzen praktisch unmöglich. Umweltschonende Pflanzenschutzmittel wurden für Landpflanzen entwickelt; für Wasserpflanzen fehlt dazu wohl eine ausreichende Nachfrage. Und Mittel auf chemischer Basis haben in einem Gartenteich absolut nichts zu suchen. Das gilt auch für die Bekämpfung von Schneckenplagen oder in den Blättern minierende Insektenlarven. Betroffen sind vor allem Schwimm- und Schwimmblattpflanzen. Blattläuse und Thripse haben zwar im Garten etliche Fressfeinde, aber welcher Marienkäfer, welche Florfliege holt sich schon gerne nasse Füße? Blattläuse kann man mit einem feuchten Schwämmchen oder Wattebausch vorsichtig von den Blättern abreiben. Im Wasser gehen sie dann zu Grunde. In einem größeren Teich, in dem man nicht mehr bis an die befallenen Schwimmblätter heranlangen kann, kann man versuche die Blätter vom Teichrand mit dem Gartenschlauch abzuspritzen.

Larven des Seerosenzünslers

Die meisten Schäden an den Blätter von Seerosen und anderen breitblättrigen Schwimmpflanzen werden aber durch die gefräßigen Larven des Seerosenzünslers Nymphula nympheata, einem Wasserschmetterling, und des Seerosenblattkäfer verursacht. Die ersten Stadien der Raupen des Seerosenzünslers können auch unter Wasser Sauerstoff über ihre Hautoberfläche aufnehmen, sie fressen sich in die Stängel und Blätter und legen dabei kleine Gänge an. Im Laufe ihrer Entwicklung sind sie dann auf Luftatmung angewiesen und und wechseln auf die Blattoberseite. Dort fressen sie dann Löcher in die Blätter von Seerosen, Seekanne, Laichkräuter oder Wasserknöterich. Aus den herausgeschnittenen Blattstückchen schneidern sie einen Köcher, in dem sie sich dann später auch verpuppen. Die Schäden, die die Raupen anrichten, sind natürlich ärgerlich. Aber es gibt kaum eine andere wirksamer Methode als die befallenen, von Löchern durchsiebten Schwimmblätter abzuschneiden und zu entsorgen. Dabei muss man aber sehr vorsichtig zu Werke gehen. Denn die Raupen lassen sich bei der geringsten Erschütterung ins Wasser fallen und tauchen erst wieder auf, wenn die „Luft rein ist“. Zwei weitere Arten aus der Familie der Zünsler minieren stattdessen in Laichkräutern der Gattung Potamogeton oder in Wasserlinsen (Laichkrautzünsler, Wasserlinsenzünsler).

Schilfzünsler Chilo phragmitellus

Ein naher Verwandter, der Schilfzünsler Chilo phragmitellus, miniert dagegen in Schilf und Wasserschwaden Glyceria. Seine Raupen können dabei bis weit unter die Wasseroberfläche vordringen, da die Stängel luftgefüllt sind. Die Raupen verpuppen sich auch in den Stängeln. Mit ihrer Miniertätigkeit können diese Raupen den ganzen Bestand an Röhrichtpflanzen vernichten.

Seerosenblattkäfer Galerucella nymphaeae

Der Fünfte im Bunde der Minierer ist der Seerosenblattkäfer Galerucella nymphaeae. Er legt seien Eipakete auf den Blättern von See- und Teichrosen. Die Raupen hinterlassen dann auf diesen Blättern die für Blattkäfer typischen Fraßspuren. Auch hier hilft es nur, die betroffenen Schwimmblätter abzuschneiden und zu entfernen. Zum Ablesen sind die nur wenige mm großen Käferlarven zu klein.