Der Fischteich

Es macht einen großen Unterschied, ob man im Gartenteich Fische hält und zur Bestandssicherung auch vermehrt, oder einen Teich auch zur kommerziellen Fischzucht betreibt. Mancher kommt vielleicht auch auf die Idee, seinen privaten Teich als Angelgewässer zu nutzen. Dagegen ist eigentlich nichts einzuwenden, man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass vor dem Baubeginn eine ganze Reihe Genehmigungen von diversen Behörden einzuholen sind, und diese Genehmigungen sind an bestimmet, nicht immer einfach zu erfüllende Auflagen geknüpft.

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Liegt das Grundstück, auf dem der Fischteich angelegt werden soll, im geschlossenen Ortsbereich, dann braucht man vom zuständigen Bauamt eine Baugenehmigung. Diese Verpflichtung ist übrigens nicht nur auf Fischteiche beschränkt, sondern hängt von der Größe und dem Wasservolumen des geplanten Teiches ab, kann also auch für einen größeren Schwimmteich oder Naturteich bindend sein. Liegt das Grundstück außerhalb einer geschlossenen Ortschaft, dann muss die Baugenehmigung von der zuständigen Behörde des Landkreises eingeholt werden. Liegt der geplante Teich nicht innerhalb einer geschlossenen Gartenfläche, sondern in offenem, frei zugänglichem Gelände, dann muss auch das Ministerium für Land-, Forst- und Fischwirtschaft seine Zustimmung erteilen. Grenzt die Fläche an ein Naturschutzgebiet, dann muss auch die Naturschutzbehörde zum Teichvorhaben eine Genehmigung erteilen.



Frischwasser und Abwasser am Fischteich

Normalerweise haben Fischteiche eine Zu- und Ablauf. Ein geschlossener Kreislauf mit entsprechenden Anlagen zur Wasseraufbereitung käme in den meisten Fällen viel zu teuer. Also handelt es sich, um die Wasserentnahme aus einem öffentlichen Gewässer, bzw. Einleitung in ein öffentliches Gewässer. Dazu muss die Untere Wasserbehörde ihre Genehmigung erteilen. Auch dann, wenn für das Wasser im Fischteich nicht ein Fließgewässer angezapft wird, sondern der Teich aus Grundwasser einer Quelle gespeist wird. Diese Behörde wird die Genehmigung in aller Regel nur dann erteilen, wenn der Wasserverlust (z.B. durch die Verdunstung über die Teichoberfläche) und die Gewässerbelastung in der Fließstrecke unterhalb der Teichanlage ein tolerierbares Maß nicht übersteigt. Da bei einer intensiv betriebenen Fischzucht kräftig zu gefüttert werden muss, ist dies aber leider oft der Fall. Unter Umständen kann zwischen Fischteich und Fließgewässer ein Filtergraben angelegt werden, der als Biologische Selbstreinigungsstrecke das Teichwasser soweit reinigt, dass es wieder undenklich in das öffentliche Fließgewässer eingeleitet werden kann.

Angeln am Fischteich

Hat man vor den Fischteich als privaten Angelteich für sich und seine Angelkameraden zu nutzen, so muss jeder auch für einen solchen privaten Teich einen Jahresfischereischein besitzen, die entsprechende Angelprüfungen erfolgreich abgelegt haben und mindestens 18 Jahre alt sein. Bei Nichtbefolgung können drastische Strafen die Folge sein. Das gilt natürlich erst recht, wenn man sein Gewässer als öffentliches Angelgewässer anbieten will. Dann muss man entweder einen Angelsportverein gründen oder ein Gewerbebetrieb anmelden, und zwar beim Finanzamt, dem Ministerium für Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft, der zuständigen Fischereiaufsicht und der Fischereigenossenschaft, über die alle Sportangler versichert werden müssen.

Gesetzliche Bestimmungen zum Fischteich

Egal ob die Anlage als Angelteich oder zur Fischzucht genutzt werden soll, bei solchen Dimensionen, fallen etliche Kubikmeter an Aushub an, die entweder im Gelände rund um den Teich aufgeschüttet werden müssen oder abtransportiert und umweltgerecht anderswo deponiert oder entsorgt werden müssen. Auch dazu bedarf es einer behördlichen Genehmigung.

Das gesamte Gelände rund um die Teichanlage muss so gesichert sein, dass Unbefugte keinen Zutritt haben. Das gilt vor allem für Kinder, die von Wasserflächen meist magisch angezogen werden. Fällt ein Kind ins Wasser und ertrinkt, kann der Teichbesitzer wegen fahrlässiger Tötung zur Verantwortung gezogen werden.

Aufteilung und Strukturierung

Größe, Form und Ausstattung einer Fischzuchtanlage sind vor allem davon abhängig, welche Fische gezüchtet werden sollen. Ein Forellenteich sieht anders aus als ein Karpfenteich. Forellen sind auf strömendes, sauerstoffhaltiges und relativ kühles Wasser angewiesen. Der Forellenteich sollte deshalb eine langestreckte Form haben, 1 bis 1½m tief sein, und einen Zulauf oder einer Umwälzpumpe mit einer Fördermenge von wenigstens 10 Liter pro sec haben. Wichtig ist, dass der Teich abgelassen werden kann. Dazu installiert man am Teichende einen sogenannten Teichmönch, über den der Wasserspiegel konstant gehalten oder bei Bedarf das Wasser kontrolliert abgelassen werden kann. Besser als einen einzigen großen Forellenteich zu betrieben, ist es, die Anlage in mehrere parallel angelegte Teiche aufzuteilen, die jeweils einen eigenen Zu- und Ablauf haben. Nur so kann man sicher sein, dass Fischkrankheiten, die in einem Teich aufgetreten sind, sich nicht in der ganzen Anlage ausbreiten.

Ein Karpfenteich ist in der Regel wesentlich größer, aber flacher als ein Forellenteich. Der Teichboden ist normalerweise von einer geschlossenen Grasnarbe bedeckt. Er wird erst im Frühjahr „Bespannt“, also geflutet, damit sich das Wasser erwärmen kann und sich ausreichend Zooplankton bildet. Dann erst werden die Karpfen eingesetzt. Denn, um sie zum Ablaichen zu bringen, müssen die Wassertemperaturen ausreichend hoch sein. Unter Umständen muss ein Fachmann mit einer sogenannten Hypophysierung der Laichbereitschaft der Karpfen etwas nachhelfen. Nach dem Ablaichen werden die Zuchttiere in der Regel wieder abgefischt. Damit die Jungfiche bis zum Herbst gut heranwachsen, müssen sie täglich mit Zooplankton aus einem eigens angelegten Planktonteich versorgt, und später auch mit Pellets gefüttert werden. Wer sich diesen Aufwand nicht antun will, der kann natürlich auch Jungfische zum Teichbesatz kaufen. Um auch die zu Boden sinkenden Futterreste optimal zu nutzen, können Schleien als Besatzfische dazu gesetzt werden. Haben die Karpfen schließlich „Schlachtreife“ erreicht, wird der Karpfenteich im Spätherbst bis auf einen Rest abgelassen und die ausgewachsenen Fische entnommen. Statt den Karpfenteich den Winter über trocken zulegen, kann man ihn schon im zeitigen Frühjahr wieder bespannen und zur Aufzucht von Hechtbrut nutzen. Haben die Junghechte eine Größe von 8 bis 9cm erreicht, dann neigen sie zum Kannibalismus. Dann sollte man sie abfischen und beispielsweise an Angelsportvereine als Besatzfische abgeben.