Der Gartenteich im Schatten

Liegt ein Teil der Teichfläche im Halbschatten und der übrige Teil bekommt für wenigstens 6 Stunden den vollen Sonnenschein ab, dann ist dies eher günstig als schlecht. Denn so wird sich das Teichwasser auch an heißen Sommertagen nicht extrem aufheizen. Auch wenn bis zu einem Drittel des Teiches ständig beschattet wird, muss dies noch kein Problem sein. Es wird ja immer wieder betont, wie wichtig eine sorgfältige Standortwahl beim Teichbau ist. Aber vielleicht waren die Koniferen noch klein und weit genug vom Teich entfernt. Jetzt nach einigen Jahren sind sie jedoch mehrere Meter in die Höhe gewachsen und ihre länger werdenden Schatten haben den Teich erreicht. Auch das ist noch kein Problem: Es gibt einige Wasserpflanzen, die auch im Schatten gut gedeihen; und für die Randbepflanzung ist die Auswahl an Schatten- bis Halbschattenliebenden Pflanzen fast genauso groß wie an sonnenhungrigen Arten. Viele unserer einheimischen Fischarten fühlen sich ohnehin bei niedrigeren Wassertemperaturen wohl. Nicht zu vergessen, dass dann auch die Löslichkeit von Sauerstoff im Wasser größer ist als bei hohen Temperaturen.

Liegt der Teich allerdings im Bereich von Laubbäumen, dann hat man jetzt ein Problem: Die Bäume werfen nach einigen Jahren nicht nur ihren Schatten auf die Wasserfläche, auch viel Laub wird mit den Herbststürmen auf die Wasseroberfläche geblasen und sinkt auf den Teichgrund, wo es sich unter Luftabschluss zu Faulschlamm zersetzt. Da hilft nur ein Laubnetz, welches man zu Herbstbeginn über den Teich spannen muss.



Seerosen und Pflanzen für einen Teich im Schatten

Die meisten Seerosen brauchen die volle Sonne, um zu blühen. Die Gelbe Teichrose Nuphar lutea dagegen gedeiht auch im Schatten, ebenso wie der Zwergrohrkolben Typha minima, die Wasseraloe, die Krebsschere, das Hechtkraut und die Gelbe Sumpfschwertlilie. Und für einen kleinen Miniteich im Schatten kommt auch die Zwergteichrose Nuphar pumila infrage. Unter den Schwimmpflanzen sind es vor allem einige Wasserlinsenarten, die sich auch im Schatten vermehren ohne gleich die ganze Wasserfläche zu überwuchern, vorausgesetzt das Wasser ist trotzdem warm genug: Die Dreifurchige Wasserlinse Lemna trisulca, die Kleine Wasserlinse Lemna minor und die Vielwurzelige Teichlinse Spirodela polyrhiza.

Geeignete Unterwasserpflanzen

Schwieriger wird es bei der Wahl geeigneter Unterwasserpflanzen, die ja ohnehin viel weniger Licht abbekommen als Pflanzen, die über die Wasseroberfläche hinauswachsen. Ausnahmen bilden der Gemeine Wasserstern Callitriche palustris und die Wasserfeder Hottonia palustris. Auch das Quellmoos Fontinalis antipyretica kommt relativ wenig Sonnenlicht aus; es braucht jedoch kühles, fließendes Wasser und eignet sich deshalb für einen Platz in einem beschatteten Bachlauf.

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In der Flachwasserzone

Für eine im Schatten liegende Flachwasserzone kommen der Tannenwedel Hippuris vulgaris, das Pfeilkraut Sagittaria sagitifolia und der Fieberklee Menyanthes trifoliata infrage.

Das Sumpfbeet

Schattenverträgliche Pflanzen für das Sumpfbeet sind u.a. die Bachbunge Veronica beccabunga, der Gilbweiderich Lysimachia vulgaris, das Pfennigkraut Lysimachia nummularia, die Sumpfdotterblume Caltha palustris, die Sumpfcalla Calla palustris und die Sumpfschwertlilie Iris pesudacorus.

Der Rand des Gartenteiches

Mit geringen Lichtmengen kommen am Gewässerrand vor allem Farne und Moose, Funkien (Hosta), die Pestwurz, die Bergenie (Bergenia cordifolia), Figerhut (verschiedene Digitalis-Arten) das Schaublatt, das Mädesüß (Filipendula ulmaria), der Blutweiderich sowie einige Gräser (die Waldmarbel Luzula sylvatica, die Riesensegge Carex pendula oder die Japan-Segge Carex morrowii) aus, aber auch einige kleineren Stauden wie der Kriechende Günsel Ajuga reptans, die Karpathenglockenblume, die Gauklerblume, das Vergissmeinnicht (Mysotis-Hybriden), das Lungenkraut (Pulmonaria sacch.) und eine ganze Reihe von Primelarten aus.

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Blickt man über den Teich auf eine dunkle Gehölzgruppe im Hintergrund, dann sollte man Schattenpflanzen mit leuchtend hell grünen oder weiß gemusterten Blättern (wie die Weißrandfunkie Hosta sieboldii) oder weiß- und rosablühende Arten wählen. Dunkelblau blühende Pflanzen oder Schattenpflanzen mit dunkelgrünem Laubblatt würden sich dort zu wenig vom Hintergrund abheben.

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Vor allem die Halbschattenpflanzen am Gewässerrand sind sogar besser an einen Platz im Schatten als in der Sonne angepasst, denn hier wechselt das Mikroklima im Jahresverlauf, wenn die Laubbäume und Sträucher im Hintergrund zu Frühjahrsbeginn noch kahl sind, von einem relativ hellen, trockenen und windgeschützten warmen Stadium zu einem dunkleren, relativ kühlen und luftfeuchten Milieu im Sommer.

Literaturhinweis

POLASCHEK,I. (2006): Gewässer im Schatten.- Gartenteich – Das Wassergarten-Magazin 3/2006, S.18-24.
ZINKERNAGEL,G. (1985): Pflanzungen im Schatten.- in: Blumenbeete und Rabatten richtig gestalten (BLV Verlag München), S.80-97.