Der Schlammsauger

Ein Gartenteich kann noch so sorgfältig gefiltert und sauber gehalten werden, irgendwann sammelt sich dann doch so viel Schlamm durch herabsinkendes Futter, Pflanzenreste und andere Zersetzungsprodukte, dass er aus dem Teich entfernt werden muss, da sich sonst Faulschlamm bildet und das biologische Gleichgewicht im Teich zu kippen droht. Gründelnde Fische könnten den fauligen Schlamm aufwühlen, sodass übel riechender Schwefelwasserstoff und Methan freigesetzt werden. Daher gehörte es früher zum jährlich wiederkehrenden Ritual, den Gartenteich entweder im Spätherbst oder im Frühjahr abzulassen und den Schlamm schaufelweise aus dem Becken herauszuschöpfen. Eine schweißtreibende Arbeit, die überdies vielen Libellenlarven und anderen am Gewässergrund lebenden Wirbellosen das Leben kostete.

Mit einem Schlammsauger kann man sich und seinen Teichbewohnern diese Prozedur ersparen. Der Teich lässt sich damit regelmäßig entschlammen: So lässt sich die Gefahr, dass sich Faulschlamm bildet und der Teich zu kippen droht, auf ein Minimum reduzieren.

Schlammsauger haben in der Regel auf der Saugseite einen Schlauch und ein ausziehbares Rohr, mit dem Schlamm und Bodenmulm wie bei einem Staubsauger aufgesaugt werdem können. Mit verschieden feinen Düsen und Siebvorsätzen kann das abzusaugende Material auf bestimmte Korngrößen beschränkt werden. Beim Einschalten des Schlammsaugers entsteht im Sammelbehälter durch das Absaugen der Luft ein Vakuum und der Behälter füllt sich bis zu einer gewissen Höhe mit dem wässrigen Schlamm. Dann schaltet der Motor ab, ein Ablaufventil öffnet sich und die ablaufende Schlammbrühe wird mit einem Schlauch in ein Sumpfbeet, eine Grube oder in einen Sammelbehälter zur endgültigen Entsorgung entleert. Sobald der Behälter leer gelaufen ist, schaltet sich der Motor wieder ein und weiterer Schlamm wird angesaugt. Solche Einkammersysteme arbeiten also rhythmisch, indem Schlamm angesaugt und dann entleert werden muss, bevor weiterer Schlamm angesaugt werden kann.

Für die Entschlammung kleiner Becken kann man auch statt mit einem elektrisch betrieben Schlammsauger mit einem rein mechanischen Gerät arbeiten, welches mit einer Handpumpe in Gang gesetzt wird.

Moderne Schlammsauger mit einem Zweikammersystem arbeiten schneller und sind weniger störanfällig. Während sich die eine Kammer mit Schlamm füllt, wird die zweite Kammer bereits entleert usw. Auf diese Weise ist eine kontinuierliche Entschlammung möglich.

Für größere Schlammmengen und Bodenschlamm, der auch Kies und andere gröbere Teile enthält, sollte man statt eines Schlammsaugers eher eine robuste, verschleißfreie Membranpumpe einsetzen. Der Gartenfachhandel bietet dazu spezielle Schlammpumpen an.