Energieeinsparen beim Bachlauf

Bei einem künstlich angelegten Bachlauf besteht eines der größten Probleme darin, mit einer möglichst geringen Pumpenleistung einen deutlich sichtbaren Effekt des strömenden und fließenden oder über kleine Kaskaden springenden Wassers zu erzeugen. Man will ja schließlich nicht den optischen Eindruck eines stehenden oder gar trockenfallenden Wassergrabens erzeugen.

Doch die dafür erforderliche Pumpenleistung wird oft erheblich unterschätzt. Oft wird von den Pumpenherstellern die maximale Förderleistung angegeben; diese bezieht sich aber immer nur auf die Wasseroberfläche des Gartenteichs, also auf 0cm Höhe. Mit jedem Zentimeter, den das Wasser vom Teich in den Bacheinlauf hinauf gepumpt werden muss, sinkt aber die tatsächliche Förderleistung. Zudem hat jede Pumpe als weitere Kenngröße eine Förderhöhe in m Wassersäule, die nicht überschritten werden kann. Die Leistung muss so ausgelegt sein, dass es für einen vorgeschalteten Filter und Bachlauf ausreicht. Als erste Näherung muss man pro cm Bachbreite mit einer Pumpenleistung von wenigstens 100l pro Stunde rechnen.



Die Leistung der Pumpe

Das Bachbett sollte jedoch wenigstens so breit sein, dass die Uferpflanzen nicht mit der Zeit den ganzen Bachquerschnitt zuwuchern. Deshalb sollte die Bachbreite wenigstens 50 bis 60cm betragen. Die aktive Fließwasserrinne kann man aber durch seitliche Kiesbänke und Steine auf 20cm Breite beschränken. Dann käme man also mit einer Pumpenleistung von 2000 Liter pro Stunde oder 33 Liter pro Minute.

Die Erfahrung Zeit aber, dass dies nicht völlig ausreicht. Nicht nur die Dimension des Bachbetts, man spricht hier vom hydraulischen Querschnitt, auch das Gefälle und die Förderhöhe, die Pumpe zwischen Gartenteich und Bacheinlauf überwinden muss, spielt eine Rolle bei der Berechnung der tatsächlich notwendigen Förderleistung der Pumpe. Bei einer durchschnittlichen Wassertiefe von 15cm und einem Gefälle von 1 bis 2cm pro laufenden Meter Fließstrecke sollte danach die nötige Förderleistung mit 2 Liter pro Minute multipliziert mit der Gerinnebreite in cm, also 2 x 20 = 40 Liter pro min kalkuliert werden.

Den optischen Eindruck verbessern

Der optische Eindruck, dass das Wasser tatsächlich fließt, hängt nicht unbedingt von der Fließgeschwindigkeit und dem Gefälle des Bachlaufs ab. Die Wasserströmung wird vielmehr sichtbar, wenn man kleinere Strudel und Wirbel erzeugt, indem man in Abständen größere Steine dem Wasser in den Weg legt oder Engpässe in die Fließstrecke einbaut.

Es ist auch sinnvoll, mehrere kleine Kaskaden in den Bachlauf zu integrieren, vor denen sich das Wasser anstaut, um dann in einem Wasserfall über die Abrisskante zu stürzen. Für den optischen Eindruck ist auch bei einem solchen Wasserfall nicht die Wassermenge entscheidet. Bereits mit einem dünnen Wasserschleier erreicht man einen beeindruckenden Effekt, vorausgesetzt man lässt das Wasser über eine flache Überlaufplatte mit einer exakt waagerechten, breiten Abrisskante strömen. Wasser, welches sattdessen über Sohlschwellen oder kontinuierliche Rampen geleitet wird, fließt zwar auch, aber die Fließbewegung ist im Gegensatz zur Kaskade kaum sichtbar. Außerdem ist es natürlich wichtig, dass man frontal auf den Bachlauf schaut.

Statt eines einzigen größeren Wasserfalls mit entsprechender Fallhöhe baut man besser mehrere kleinere Kaskaden in den Bachlauf ein. Dann immer genügend Wasser in den Staubereichen oberhalb der Schwellen stehen – das ist wichtig, damit nicht der ganze Bachlauf trockenfällt, wenn die Pumpe einmal versagt, zur Energieeinsparung nachts abgeschaltet wird oder wenn die Pumpe im Herbst ausgebaut und ins Winterquartier gebracht wird.