Die Teichfolie für den Gartenteich

Beim Anlegen eines Gartenteiches stellt sich schnell die Frage woraus dieser gebaut werden soll. Mit anderen Worten: Was soll das Wasser daran hindern, ins Erdreich zu versickern? Möglichkeiten gibt es viele. Entweder man verwendet Plastikwannen, wie sie in Baumärkten angeboten werden, oder man entscheidet sich für einen Betonteich. Eine dritte Möglichkeit ist, sich von einem Spezialisten einen natürlichen Teich aus Lehm und Ton anlegen zu lassen.

Speziell bei größeren Teichen mit über 1000 Liter Wasserinhalt wird man in der Regel Teichfolie wählen, um den Teich zu bauen. Teichfolie ist nicht teuer und die Handhabung ist auch für unerfahrene Heimwerker mit etwas Grundwissen einfach möglich. Wir wollen in diesem Bericht einen Überblick über die Teichfolienarten, die Verarbeitung, die Planung als auch die Pflege geben, um dem Leser einen vollständigen Überblick zu vermitteln.



Welche Teichfolien gibt es, wo liegen die Unterschiede?

Grundsätzlich unterscheidet man mehrere unterschiedliche Materialien, aus denen Teichfolien bestehen können. Dazu zählen PVC, PE und EPDM.

  • Die PVC-Teichfolie ist die Standard-Teichfolie, die am häufigsten verwendet wird. Sie ist sehr weich und lässt sich dadurch sehr gut verarbeiten. In der Regel wird eine Stärke von 1mm verwendet, bei besonders beanspruchten Teichen wie Schwimmteichen sollte eine Stärke von 1,5mm bevorzugt werden. PVC-Teichfolie bietet einen dauerhaften Schutz und eine gute Leistung zu einem sehr attraktiven Preis.
  • Die PE-Teichfolie hingegen wird nur in speziellen Fällen verwendet. Die Verarbeitung lässt sich nur mit Heißluft durchführen. Daher gestaltet sich das spätere Flicken von Löchern als äußerst schwierig. Eine Verarbeitung sollte dem Profi vorbehalten bleiben, daher ist dies keine Do-It-Yourself-Folie. Vorteile sind das leichte Gewicht und die etwas höhere UV-Beständigkeit.
  • EPDM-Teichfolie besteht aus Kautschuk und erinnert beim Anfassen an einen Autoreifen. Sie ist sehr weich, dehnungsfähig und extrem haltbar. Man kann von einer Haltbarkeit von mindestens 30 Jahren ausgehen. Die hohe Reißfestigkeit und Zähigkeit macht die Teichfolie zur Folie der Wahl bei vielen Wurzeln, großen Fischen und steinigem Grund. Da die Folie keine Weichmacher enthält, ist sie bei der Haltung von Wirbellosen und empfindlichen Fischen wie den Kois sehr zu empfehlen. Von vielen professionellen Gartenbauern ist die EPDM-Folie inzwischen die meistverwendete Folie. Leider ist sie auch etwas teurer als die anderen Folien, allerdings relativiert sich der geringe Mehrpreis bei einer Standzeit von 30 Jahren schnell.

Was kommt unter die Teichfolie, um Lecks zu vermeiden?

Die Teichfolie soll viele Jahre dicht sein, ohne dass Löcher entstehen. Wenn man sich ansieht, wie Löcher entstehen, kann man bereits beim Bau des Gartenteiches einige potentielle Ursachen vermeiden. Man unterscheidet zwei Arten von Löchern.

  • Löcher von außen nach innen: Diese entstehen häufig durch Steine, die von unten gegen die Teichfolie drücken, oder durch Wurzeln, die langsam über Jahre in die Folie bohren.
  • Löcher von innen nach außen: Auch, wenn dies meist nicht bedacht wird, bei fachgerechter Installation der Teichfolie entstehen die Lecks in der Folie häufig durch den Menschen selbst. Ob man bei der Teichreinigung in Schuhen in den Teich steigt und auf in den Teich gefallene spitze Steine tritt, oder ob man beim Zurückschneiden stark wuchernder Wurzeln mit der Gartenschere versehentlich die Teichfolie erwischt: Die Gründe können vielfältig sein.

Durch eine fachmännische Verarbeitung der Teichfolie kann man die Gefahr, dass Wurzeln von Bäumen oder Steinen Löcher in die Folie drücken, deutlich reduzieren. Hier gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten, die sinnvoll kombiniert einen sehr langfristigen Schutz bieten.

  • Sand als Puffer unter der Teichfolie: Hat man das Loch, in das der Teich kommen soll, ausgehoben, wird eine 5-8cm dicke Schicht aus feinem Sand eingebracht, auf den die Teichfolie gelegt wird. Der Sand bildet dann die Auflagefläche für die Teichfolie und hält diese von spitzen Steinen fern.
  • Spezielles Teichflies: Spezielles Teichflies wird in das Erdloch gelegt und bildet so eine Pufferzone zwischen Erdreich und Teichfolie. Teichflies ist sehr günstig und kann in mehreren Lagen übereinander (längs und quer) gelegt werden.

Da sowohl Sand als auch Teichflies zu sehr günstigen Preisen erhältlich sind, sollten die beiden Materialien kombiniert werden. Zuerst wird eine Lage Sand in das Loch gefüllt, danach werden mehrere Lagen Teichflies eingebracht und dann wird die Teichfolie daraufgelegt.

Neben der richtigen Verarbeitung kann man auch durch die Wahl des Materials und der Dicke der Teichfolie die Gefahr reduzieren, dass ein Loch entsteht und der Teich ausläuft. Prinzipiell kann die Teichfolie nicht dick genug sein, und es gibt kaum Nachteile bei der Verwendung einer sehr dicken Folie. Allerdings steigt mit der Dicke der Folie auch der Preis, sodass die Dicke und der Preis gegeneinander abgewogen werden müssen.

Falls trotz aller Vorsichtsmaßnahmen nun doch ein Loch in der Teichfolie entsteht, ist das natürlich auch kein Beinbruch. Mit speziellen Folienklebern kann man einfach ein Stück Teichfolie auf das Loch kleben und es so flicken. Natürlich ist dies mit etwas Arbeit (Wasser ablassen, Folienkleber besorgen, usw.) verbunden, doch dies hält sich in Grenzen.

Teichfolie je nach Teichform und Größe

Bei Teichen, die mit Hilfe von Teichfolie gebaut werden, ist man bei der Wahl der Teichform und Tiefe ganz frei. Zu empfehlen ist eine sehr große Flachwasserzone, die mit Teichpflanzen bestückt werden kann. Sie sollte mindestens 1/3 bis 1/2 der Teichfläche einnehmen. Auch ein besonders tiefer Bereich, in dem sich die Fische im Winter aufhalten können, ist wichtig.

Bei der Wahl der passenden Größe der Teichfolie verwendet man am besten den Teichfolienrechner von www.gartenbista.de. Mit diesem Rechner kann auch die benötigte Menge an Teichvlies ermittelt werden. Etwas Puffer schadet dabei jedoch nie. Es gibt nichts Ärgerlicheres, als wenn die Teichfolie 30 Zentimeter zu klein ist.