Die Malermuschel - Unio pictorum

  • Malermuschel
  • lat: Unio pictorum
  • Haltung: einfach
  • Zucht: mittel
  • Alter: mehrjährig
  • Winterhart: ja

Mehrere Malermuscheln sollte man in einem Miniteich pflegen, wenn in diesem auch Bitterlingspärchen gepflegt werden. Denn im Laufe der Stammesgeschichte hat sich eine Symbiose zwischen Muschel und Fisch entwickelt. Die Weibchen legen ihre Eier mit Hilfe ihrer Legeröhren in den Atemschlitz der Muschel, wo sie im Mantelraum Schutz finden und sich im Atem- und Filterwasserstrom der Muschel entwickeln.

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Die Larven der Malermuschel wiederum graben sich mit Hilfe ihrer Haken in die Haut der Bitterlinge ein und reifen dort zu kleinen, vollentwickelten Muscheln heran.



Verbreitung und Lebensraum der Malermuschel

Die Malermuschel kommt in weiten Teilen Europas vor, außer im Süden in den Mittelmeerländern. Im Ost reicht ihr Verbreitungsgebiet bis zum Ural. Unio pictorum besiedelt Seen, Altarme und auch Flüsse. Früher war diese Flussmuschel viel weiter verbreitet und bildet zahlreiche räumlich getrennte Sonderformen. Im Laufe der um sich greifenden Biotopzerstörung und Wasserverschmutzung gingen viele Standorte verloren und mit ihnen diese Sonderformen.

Eine Standortvarietät, eine Malermuschel mit einer sehr dunklen und großen Schale, die früher in der Donau neben der Normalform existierte, findet man heute dort nur noch gelegentlich als leere Schalen.

Durch den Fischbesatz in vielen Gewässern gelangen auch die Larven der Malermuscheln aus standortfremden Populationen in neue Gewässer und verdrängen dort die angestammten Sonderformen, sodass sich allmählich nur noch uniforme und schnell wachsende Malermuscheln ausbreiten.

Merkmale, Form und Färbung der Malermuschel

Die Malermuschel gehört zu den mittelgroßen Flussmuscheln der Gattung Unio. Meist ist sie bereits mit 10cm Schalenlänge ausgewachsen. Im Vergleich zur Teichmuschel ist ihre Schale dickwandiger und entsprechend schwerer. Die Schale ist etwa doppelt so lang wie hoch, wobei die Schalenränder oben und unten etwa parallel verlaufen. Am Wirbel sind insgesamt 6 kleine Höcker zu sehen, die in zwei Reihen angeordnet sind. Die Schalenfarbe ist grünlich- bis gelbbraun oder einfach dunkelbraun gefärbt.

Die Malermuschel im Gartenteich

In einer kleinen Gruppe leistet die Malermuschel gute Arbeit bei der Klärung des Teichwassers. Wenn man Bitterlingspärchen pflegt und auf Nachwuchs hofft, dann muss man auch einige Malermuscheln einsetzen. Am besten in einem Miniteich, da behält man im wahrsten Sinne am besten die Übersicht und einen Einblick in die Wechselbeziehung zwischen diesen Fischen und Muscheln.

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Als Bodengrund wählt man am besten einen hellen Sand und Feinkies, in die sich die Muschel gerne bis zur Hälfte eingraben. Eine Randbepflanzung sorgt für die nötigen Versteckmöglichkeiten für die Fische. Wichtig ist eine kräftige Belüftung des Teichs, die zugleich für eine ausreichende Wasserströmung sorgt. Denn sowohl die Fische als auch die Malermuscheln sind auf sauerstoffreiches Wasser angewiesen. Auf eine Filteranlage kann man dagegen im Miniteich verzichten; die Wasserreinigung besorgen bereits die Malermuscheln, die Schwebstoffe, Plankton und auch die Futterreste der Fische aus dem Wasser abfiltrieren und damit für Klarheit sorgen.

Bitterlinge und Malermuscheln sind winterhart: Da ein Miniteich aber zu leicht an strengen Frosttagen bis zum Boden zufrieren kann, sollte man den kleinen Teich mitsamt seinen Bewohnern den Winter in einen unbeheizten, aber frostfreien Raum an einem hellen Platz unterbringen.

Vermehrung der Malermuschel

Die Malermuschel ist zwittrig und bringt kleine, vollentwickelte Jungmuscheln zur Welt. Die Eier verbleiben zunächst im Brutraum der Muschel, wo sich die ersten Larvenstadien entwickeln. Im Endstadium heften sich diese Glochidien mit Hilfe ihrer Hakenkränze und Klebfäden an Fische an, wo sie sich in deren Haut halten und bis zu kleinen Muscheln weiterentwickeln. Als Wirttiere kommen Bitterlinge, aber auch andere Teichfische infrage.

Die Abhängigkeit der Bitterlinge von den Malermuscheln ist dagegen weitaus größer. Die Fortpflanzungsperiode der Bitterlinge beginnt im Frühjahr, wenn die Wassertemperaturen auf 17 bis 18 Grad Celsius ansteigen. Das Bitterlings-Weibchen bildet dann eine Legeröhre, mit deren Hilfe sie nach und nach bis zu 40 Eiern in mehreren Schüben durch den Atemschlitz in die Mantelhöhle der Muschel injiziert. Sofort entlässt das Männchen dicht über der Atemöffnung sein Sperma, welches mit Atemwasserstrom ins Innere der Muschel gelangt und die Bitterlingseier befruchtet.

Wenn die Fischlarven schlüpfen dann hängen sie mit einem Wulst hinter dem Kopf so fest zwischen den Kiemen der Muschel, dass sie nicht mit dem Atemwasser aus der Muschel heraus gespült werden können. Beide Parteien, Fische und Muscheln überstehen diesen gegenseitigen Brutparasitismus unbeschadet.