Ein Moorbeet anlegen

Moore und Sümpfe haben einige beiden gemeinsame Eigenschaften, es gibt aber auch gravierende Unterschiede, die beim Anlegen, Bepflanzen und Pflegen von Sumpf- und Moorbeeten unbedingt beachtet werden müssen. Sümpfe und Moore setzen sich aus tiefgründigen, wassergesättigten Böden zusammen, die nur zeitweise nach starken Niederschlägen oder Überschwemmungen von Wasser überstaut sind. Da hören dann aber auch schon die Gemeinsamkeiten auf. Sümpfe bilden sich im Uferbereich von Flüssen und Seen und stehen mit dem offenen Gewässer in der Regel in Kontakt. Moore dagegen bilden sich bei der Verlandung von Seen und in Senken, in denen sich Regenwasser sammelt.

Unter Luftabschluss oder in zu kaltem oder saurem Wasser werden abgestorbene Pflanzenteile nur unvollständig zersetzt, weil unter solchen Bedingungen die Abbautätigkeit von Bakterien und Pilzen gehemmt ist. Dann bildet sich allmählich ein Flachmoor, welches sich von den Ufern zur Gewässermitte hin ausdehnt und ein Niedermoor entsteht. Im Niedermoor wächst langsam ein dichtes, flächendeckendes Polster aus Torfmoosen der Gattung Sphagnum in die Höhe, sodass sich die darunterliegenden abgestorbenen Pflanzenreste lediglich zu Torffasern zersetzen, die nicht weiter abgebaut werden. Schließlich wächst der Moosrasen soweit in die Höhe, dass der Kontakt zum Grundwasserspiegel verlorengeht. So wird aus dem Niedermoor ein über die Umgebung hinaus aufgewölbtes Hochmoor. Vorausgesetzt es gelangt auch weiterhin nährstoffarmes Niederschlagswasser in das Moorgebiet. Solch ein Hochmoor stellt einen Extrembiotop dar, in dem nur hochspezialisierte Pflanzen existieren können. Der lockere, faserreiche Moorboden ist nährstoffarm und reagiert sauer, wobei der pH auf 3,5 und weniger sinken kann. Dagegen ist die Lebensgemeinschaft des Teiches auf ein nährstoffreiches, saures bis leicht alkalisches Milieu (pH 7 bis 8) angepasst.

Für die Fische im Teich hätte bereits ein pH von 5,5 letale Folgen. Schon aus diesem Grund, ist klar, dass im Gegensatz zu Sumpfzone und Sumpfbeet ein Moorbeet völlig getrennt vom eigentlichen Gartenteich angelegt werden muss. Es darf keinen Wasseraustausch zwischen Teich und Moorbeet geben –egal in welche Richtung.

Zunächst wird eine etwa 50cm tiefe Grube ausgehoben. Die Breite sollte nicht mehr als 1,5m betragen, damit die Moorbeetpflanze später von allen Seiten erreichbar sind, ohne dass das Moorbeet betreten wird. Dann wird die Grube mit Teichfolie ausgelegt, die soweit über den Rand ragen muss, dass – ähnlich wie beim Teichbau – eine wirksame Kapillarsperre gebildet wird, die verhindert, dass durch die Kapillarwirkung der Poren im umgebenden Erdreich Wasser aus dem Moorbeet oder durch Pflanzenwurzeln angesaugt wird; außerdem darf kein Erdreich aus der Umgebung in das Moorbeet eingeschwemmt werden.

Um das Moorbeet später möglichst abwechslungsreich bepflanzen zu können, sollte man ein einseitiges, leichtes Gefälle vorsehen. An einer Seite wird ein Überlauf vorgesehen, die übrigen Seiten etwas erhöht. Dann kommen auf die trockenere Hälfte des Moorbeets die eher trockenen Boden liebenden Pflanzen (vor allem Heidepflanzen), und im feuchten Moor“inneren“ werden dann die echten heimischen Moorpflanzen wie Sumpfwurz und Lungenenzian angesiedelt.

An der tiefsten Stelle werden einige Löcher in die Teichfolie geschnitten, damit bei Dauerregen überschüssiges Niederschlagswasser abfließen kann. Damit andererseits immer genügend Wasser gespeichert werden kann, durchbohrt man einige Plastikeimer rundherum mit etwa 3cm großen Löchern und stellt sie mit der Öffnung nach oben auf die Teichfolie.

Nun wird das Beet mit spezieller Moorerde oder ungedüngtem Torf bis zum Rand aufgefüllt und mit kalkfreiem Wasser, besser Regenwasser, gründlich gewässert, bis das Substrat wassergesättigt ist. Mit dem Bepflanzen sollte man einige Tage warten, damit sich das Substrat in dieser Zeit setzen kann.