Welche Wintergärten gibt es?

Um das passende Heizsystem zu finden, muss man sich zunächst überlegen, wie man den Wintergarten nutzen möchte. So kann entschieden werden, ob es überhaupt eine Beheizung braucht und wenn ja, wie leistungsstark das Heizsystem sein muss. Je nach Verwendung können die folgenden drei Arten von Wintergärten unterschieden werden.

  • Kalte Wintergärten stehen häufig getrennt vom Hauptbau. Sie müssen nicht beheizt werden und sind deshalb am kostengünstigsten. Hauptsächlich wird ein kalter Wintergarten dazu verwendet, um Pflanzen optimal vor Frost zu schützen. An wärmeren Tagen lässt er sich wie eine überdachte Terrasse nutzen. Die Innentemperatur erreicht hier auf maximal 12 °C.
  • Mittelwarme Wintergärten sind eine Variante des kalten Wintergartens. Sie werden nicht nur für verschiedene Pflanzen-Arrangements verwendet, sondern dienen auch als Aufenthaltsort – zumindest zu bestimmten Zeiten. Meistens wird ein mittelwarmer Wintergarten im Winter und in den Übergangsjahreszeiten als Wohnraum verwendet. Diese Art von Wintergarten wird auf Temperaturen zwischen 12 °C und 19 °C erwärmt.
  • Warme Wintergärten sind häufig Teil der Gebäudehülle und werden auf mindestens 19 °C beheizt. Sie dienen nämlich ganzjährig als gemütlicher Wohnraum. Deshalb zeichnen sich solche Wohnwintergärten in der Regel durch eine zweifache Verglasung und gut isolierte Rahmenprofile aus.

Sobald die Art des Wintergartens feststeht, kann über eine geeignete Heizung nachgedacht werden. Hier sollte man sich darüber bewusst sein, dass jedes Heizsystem Vor- und Nachteile mit sich bringt – die Auswahl sollte deshalb gut überlegt sein. Die folgenden Heizungsarten bieten sich für den Wintergarten an.

Infrarotheizung

Eine Infrarotheizung ist eine praktische Zusatzheizung für den Wintergarten. Sie sorgt für angenehme Temperaturen innerhalb weniger Minuten. Der große Vorteil von Infrarotheizkörpern ist, dass sie punktuelle Wärme produzieren, ohne dass der ganze Wintergarten beheizt werden muss. Hier nimmt man ohnehin nur bestimme Bereiche, wie z. B. die Sitzgruppe, in Anspruch. Im Gegensatz zu herkömmlichen Heizkörpern wird beim Heizen mit Infrarot nicht die Luft selbst, sondern Wände, Böden, Decke und Einrichtung erwärmt. Diese festen Bestandteile nehmen die Wärme auf, speichern sie und geben sie nach und nach an den Raum ab. So entsteht gleichmäßige Wärme ohne Luftaufwirbelungen. Strahlungsheizungen sind deshalb sehr gesundheitsfördernd:

Wirkung der Infrarotstrahlung auf den Körper © heatness.de

Konvektionsheizkörper

Klassische Heizkörper sind eine weitere Möglichkeit, um den Wintergarten optimal zu beheizen. Sogenannte Konvektionsheizungen schaffen eine wohlig warme Atmosphäre, indem sie nicht die jeweilige Einrichtung, sondern die Luft aufheizen. Erwärmte Luft steigt nach oben, kühlt an der Decke ab und sinkt wieder in Richtung Boden. Dort wird sie erneut erwärmt, wodurch eine Luftzirkulation entsteht.

Die Konvektion zum Beheizen des Wintergartens ist am effektivsten, wenn der Heizkörper im kältesten Bereich platziert werden – direkt an den Fenstern. So wird die Kältestrahlung verringert und das Beschlagen der Glasflächen verhindert.

Weil sie hier meist als optisch störend empfunden werden, können sie ebenfalls in den Fußboden des Wintergartens integriert werden (Unterflurheizungen). Konvektoren mit niedriger Bauhöhe lohnen sich auch deshalb, weil sie die Raumästhetik positiv beeinflussen.

Fußbodenheizung

Fußbodenheizungen für den Wintergarten sind zwar energieeffizient und optisch unauffällig, aber dennoch sollten sie nicht als alleiniges Heizsystem zum Einsatz kommen. Ihre thermische Trägheit ist nämlich ein großer Nachteil.

So können sie nur sehr langsam heruntergeregelt werden, sodass der Wintergarten schnell überhitzt wird. Bei einem plötzlichen Kälteeinbruch braucht es ebenfalls relativ viel Zeit, damit die Fußbodenheizung die gewünschte Wärme im Wintergarten spendet. Deshalb empfiehlt es sich, dieses Heizsystem nur als Zusatzheizung einzusetzen – so kann besser auf Kälte- und Wärmespitzen reagiert werden.

Luft-Luft-Wärmepumpe

Mit einer Luft-Luft-Wärmepumpe lässt sich der Wintergarten genauso effizient beheizen. Sie pumpt die Außenluft nach innen und erwärmt sie. Die warme Luft wird daraufhin im ganzen Wintergarten verteilt. Für kleinere Wintergärten reichen schon Modelle mit geringer Watt-Leistung. Für größere sollten sogenannte Splitgeräte zum Einsatz kommen – diese leiten warme Luft über Bodenkanäle in den Wintergarten.

Ein großer Vorteil von Luft-Luft-Wärmepumpen ist, dass sie den Wintergarten nicht nur beheizen, sondern in warmen Perioden auch kühlen können. Außerdem sind sie leicht nachrüstbar – sie erfordern nur eine passende Wandeinfassung bzw. einen geeigneten Luftkanal.

Heizglas

Ein Wintergarten besteht normalerweise aus gut gedämmtem und isoliertem Glas. Dadurch kann die natürliche Wärme des Sonnenlichts möglichst lange im gläsernen Raum gespeichert werden. Im Winter kann es jedoch sein, dass dieser Glashauseffekt nicht ausreicht, um für angenehme Temperaturen zu sorgen. In diesem Fall empfiehlt sich Heizglas – eine unsichtbare Wintergartenheizung.

Heizglas ist ein bruchfestes Glas, das wärmedämmende Eigenschaften besitzt. Hinzu kommt, dass es selbst Wärme abstrahlt. Die Scheiben besitzen nämlich spezielle Heizdrähte und bestehen aus einer wärmeleitfähigen Oberfläche. In einem Wintergarten kommt man der Natur ganz nahe. Für ein gemütliches Ambiente braucht es hier auch Wohlfühltemperaturen. Diese Heizsysteme stehen bei der Erwärmung des Wintergartens zur Auswahl. Wenn man sich der Nutzung seines Wintergartens bewusst ist, findet man auch bestimmt die geeignete Heizmethode.