Ein Sumpfbeet anlegen

Sumpfpflanzen wachsen am besten auf einem Boden, der locker und vollständig mit Wasser gesättigt ist, ohne dass die Oberfläche ständig von Wasser überstaut ist. Sumpfpflanzen sind Pflanzen, die gerne feuchte Füße haben, aber nicht unbedingt im Wasser stehen wollen.

Ein Sumpf bildet sich normalerweise in der Verlandungszone eines Sees oder in einer von Grundwasser gespeisten Senke ohne Ablauf. Solche Sümpfe können recht ausgedehnte Flächen einnehmen. Sie haben keine geschlossene Vegetationsdecke, die Oberfläche ist vielmehr von einzeln, isoliert stehenden Horst bildenden Stauden oder lange Ausläufer bildenden Polsterpflanzen besiedelt.

Sträucher und Bäume sind hier eher die Ausnahme und beschränken sich auf den Randbereich.

Sumpfbeet in der Natur
Natürliche Sumpffläche – Foto: Wojsyl, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported

Die Fläche eines künstlich angelegten Sumpfbeetes fällt verständlicherweise kleiner aus und ist in der Regel dicht mit den unterschiedlichsten Sumpfpflanzen besetzt. Damit sich auch in einem solch künstlich angelegten Feuchtbiotop ein Biologisches Gleichgewicht einstellt und möglichst lange auch erhalten bleibt, muss ein solches Sumpfbeet vorausschauend geplant und angelegt werden. Denn Fehler lassen sich später kaum noch korrigieren.

Es gibt prinzipiell 4 Möglichkeiten, ein künstliches Biotop für Sumpfpflanzen zu schaffen:

Sumpfzone im Gartenteich

Die Sumpfzone lässt sich direkt in den Gartenteich integrieren. Dazu grenzt man einen Teil der Flachwasserzone mit einer Barriere aus größeren Steinen gegen die Tiefenzone ab, spart einige Durchlässe mit einem grobmaschigen Gitter aus, um den Wasseraustausch zu gewährleisten und füllt diesen Bereich mit einem Gemisch aus Lehm und kalkfreiem Torf auf.

Besonders einfach ist dies in einem Fertigteich, bei dem die Flachwasserzone ja schon mit einem umlaufenden Holm gegen den tieferen Bereich begrenzt ist. Allerdings ist dieser Flachwasserbereich in Fertigteichen meist zu schmal, um eine Sumpfzone mit einem natürlich wirkenden Vegetationsaufbau anzulegen.

Die Sumpfzone legt man am besten im hinteren Teil des Gartenteichs an; sonst versperrt sich durch die Pflanzen die Sicht auf die Wasserfläche.

Sumpfbeet neben dem Gartenteich

Ein Sumpfbeet legt man direkt neben dem Gartenteich an, wobei allerdings beide Becken strikt voneinander getrennt sein müssen. Der Gartenteich wird etwa 5cm höher als das Sumpfbeet angelegt. Dann kann überschüssiges Wasser aus dem Gartenteich in das Sumpfbeet abfließen und dieses feucht halten.

Für das Sumpfbeet hebt man eine Grube aus, die nicht mehr als 1m breit sein darf (damit man später alle Pflanzen bequem erreichen kann), beliebig lang und etwa 40cm tief sein muss. Man liest zwar immer wieder, dass eine Beckentiefe von 10 bis 20cm ausreichend sei, aber dann besteht die Gefahr dass der Boden zu schnell austrocknet; außerdem gibt es auch Sumpfpflanzen mit Wurzelballen, die mehr als 10cm in tief in den Boden eindringen.

Als Abdichtung gegen den Untergrund kann man eine relativ dünne Teichfolie verwenden. Stellenweise wird empfohlen, einige Löcher in die Folie zu schneiden, damit überschüssiges Wasser abfließen kann. Dann besteht allerdings die Gefahr, dass die Folie ausreißt. Besser ist es deshalb gefasste, mit der Folie fest verklebte Abflussöffnungen einzubauen.

Der Folienrand wird etwa 1 bis 2cm unterhalb des umgebenden Bodenniveaus umgeschlagen und eingegraben. Landeinwärts kann man den Folienrand mit flachen Steinplatten bedecken: Das schützt die Folie vor Licht und erhöht die Trittfestigkeit am Beckenrand.

Zum Gartenteich hin kann man Sumpfbeet- und Teichrand durch flache Polsterpflanzen wie das schnell wachsende Pfennigkraut oder den Kriechenden Günsel kaschieren.

Gartenteich zum Sumpfbeet umfunktionieren

Es soll vorkommen, dass man seinen Gartenteich mit den Jahren leid geworden ist, entweder weil er dauernd leckt und sich nicht abdichten lässt, oder weil man sich nicht mehr mit Algenblüte, Faulschlamm oder warum auch immer herumärgern will. Oder der Gartenteich wurde in Nachbarschaft von Laubbäumen angelegt, deren Falllaub dann im Herbst im Teich landet. Nun aber bitte nicht den Fertigteich ausgraben und entfernen.

Ein aufgegebener Fertig- oder Folienteich lässt sich recht einfach in ein Sumpfbeet umfunktionieren. Dazu muss man noch nicht einmal das Teichwasser ablassen. Das Becken wird vielmehr mit einem geeigneten Gemisch aus 2/3 Lehm und 1/3 ungedüngtem (!) Torf bis wenige cm unter den Beckenrand aufgefüllt.

Es wird einige Zeit dauern, bis das Teichwasser vollständig von diesem Substratgemisch aufgesaugt wird und der Boden völlig wassergesättigt ist. Anschließend bedeckt man die Oberfläche mit einer dünnen Lage aus kalkfreiem Grobkies, damit das Lehm-Torf-Gemisch nicht aufgeschwemmt wird und sich bei Starkregen nicht über den Beckenrand hinaus in den Garten ergießt.

Damit alle Bereiche, auch die Mitte eines solchen Sumpfbeetes, zugänglich bleiben, integriert man in die ehemalige Flachwasserzone einige größere Trittsteine. Zusätzlich kann man einen Holzsteg bis zum Rand der Tiefenzone bauen oder eine Holzbrücke in einem elegant geschwungen Bogen über die gesamte Fläche spannen.

Anders als bei einem Sumpfbeet neben dem Gartenteich setzt man die großen Stauden mit ihren tief reichenden Wurzeln in die Mitte und kleinere Stauden und Polsterpflanzen in den flacheren Randbereich. Landeinwärts lässt sich der Beckenrand mit Kriechendem Günsel oder Pfennigkraut kaschieren.

Besonders eindrucksvoll sieht ein solches Sumpfbeet aus, wenn man in das Zentrum eine größere Sumpfzypresse oder ein Chinaschilf als Solitärpflanze setzt.

Separates Sumpfbeet ohne Gartenteich

Natürlich kann man auch ein Sumpfbeet ohne einen Gartenteich in unmittelbarer Nachbarschaft anlegen.

Man darf allerdings nicht die Feuchtigkeitsverluste im Sumpfbeet durch die Wasseraufnahme und Evaporation der Pflanzen unterschätzen. Damit das Sumpfbeet nicht austrocknet, muss für eine permanente, wenn auch geringe Wasserzufuhr gesorgt werden. Dazu stellt man ein Regenfass in die Nähe des Sumpfbeets und sorgt über den Ablaufhahn und eine Schlauchleitung zum Sumpfbeet für eine Wasserzufuhr, die die Wasserverluste im Beet kompensiert.

Noch naturnaher und besser in die Umgebung integriert kann man die Gesamtanlage gestalten, indem man zwischen Regenwassertonne oder eine halb in den Boden eingelassene Zisterne einen künstlichen Bachlauf platziert. Ist das Gefälle nicht ausreichend, dann kann durch eine Pumpe nachgeholfen werden. Dazu reicht eine relativ leistungsschwache Pumpe, die über ein Solarmodul mit Strom versorgt wird.

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Inhaltsempfehlungen zur Zonierung

Die Tiefwasserzone

Die Tiefwasserzone ist das Areal mit der größten Wassertiefe im Gartenteich. Sie schließt sich an die Flachwasserzone an, wo sie mit einer Wassertiefe von etwa 60cm beginnt und bis zur tiefsten Stelle auf mindestens 70 bis 90cm, bei Fischbesatz auf…

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Flachwasserzone im GartenteichFoto: © sonne fleckl - Fotolia.com

Die Flachwasserzone

Die Flachwasserzone schließt sich landeinwärts an die Tiefwasserzone an. Ihre Wassertiefe sollte von 20cm in Ufernähe bis auf etwa 50cm Richtung Teichmitte abfallen. Damit das Gefälle nicht zu steil wird, muss die Flachwasserzone eine Breite von etwa 50cm haben. Bei…

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Dieser Gartenteich weist einen gut strukturierten und nicht mit zu vielen Pflanzenarten überfrachteten Aufbau aufFoto: © Nidor - Fotolia.com

Ufer- oder Feuchtzone

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Ein Moorbeet anlegen

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