Schilfrohr
Phragmites australis

Schilfrohr - Phragmites australis

Foto: Rasbak, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported

Pflege
Einfach
Zucht
Einfach
Wassertiefe
bis 1m
Standort
sonnig
Winterhart
Ja
Boden
bis 400 cm
Blütenfarbe
-
Vermehrung
durch Rhizomteilung
Besonderheiten
Rhizomsperre erforderlich

Das Schilf ist fast weltweit verbreitet und kommt in Mitteleuropa am Ufersaum als Charakterpflanze der Röhrichtzone an Seen und langsam fließenden Fließgewässern vor. Will man es zur Randbepflanzung am eigenen Gartenteich nutzen, dann sollte man es wenigstens in einen größeren Kübel setzen, damit es sich nicht mit seinen meterlangen Ausläufern unkontrolliert ausbreiten kann und andere Pflanzen verdrängt. Besser nutzt man das Schilf als Repositionspflanze in einem Filtergraben oder einer kleinen Pflanzenkläranlage durch die das Wasser zur biologischen Aufbereitung aus einem Schwimm- oder Fischteich geleitet wird.

Verbreitung und Lebensraum des Schilfrohrs

Das Schilfrohr ist fast weltweit verbreitet. Es kommt von der Ebene bis in höheren Gebirgslagen vor, wo es dann allerdings nicht blüht. In Mitteleuropa ist es die Charakterart der Röhrichtzone von Seen und langsam fließenden Gewässern. Es dringt dabei rasch seewärts bis in 1m Wassertiefe vor und trägt so zur Verlandung bei. Es siedelt sich aber auch in Erlenbrüchen, Auenwäldern und Quellmooren an. Dort wo es auf feuchten Wiesen erscheint, ist es ein Anzeiger für einen hohen Grundwasserspiegel. Andererseits wächst es aber auch auf trockenen Böden und aufgegebenen Kiesgruben. Einerseits trägt es entscheidend zur Stabilisierung von Gewässerufern bei, andererseits hat es Wellenschlag, vor allem ausgelöst durch Schiffs- und Bootsverkehr, kaum Widerstandskraft entgegen zu setzen. Gefährdet sind mitteleuropäische Schilfbestände vielerorts immer noch durch die Unsitte des Abfackelns der Schilfzone während der Wintermonate. Dies schadet auch der Vogelwelt die das Schilf als Rückzugs- und Brutmöglichkeit nutzt. Vor allem an der Nordseeküste wird das Schilf geschnitten, gebündelt und getrocknet und dann zum Decken der Reetdächer verwendet.

Merkmale, Form und Färbung

Das Schilfrohr Phragmites australis ist das größte, mitteleuropäische Süßgras. Es wird bis zu 4m hoch. Es gibt jedoch auch eine Riesenform, die bis zu 10m Höhe erreichen kann, die aber fast ausschließlich in den Tropen vorkommt. In jedem Fall ist das Schilfrohr ein kräftiges Süßgras, welches bis zu 10m lange Ausläufer bildet, die sich flach über das Bodensubstrat schieben und in regelmäßigen Abständen starre, aufrecht stehende Halme bildet.

Über der Substartoberfläche kriechendes Rhizom des Schilfs
Über der Substartoberfläche kriechendes Rhizom des Schilfs – Foto: Kenraiz, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported

Diese Schilfhalme, durchschnittlich 2 bis 3m, seltener sogar 4m hoch, bilden zahlreiche Knoten und sind dicht mit Blattscheiden besetzt. Die Schilfrohre können einen Durchmesser von bis zu 2,5cm haben. Blatthäutchen gibt es nicht, sie werden beim Schilf von einem Kranz von Härchen ersetzt. Die Blattscheiden sind weitgehend kahl, nur am oberen Rand mit Härchen besetzt. Sie überlappen sich mit ihren Rändern. Die Blattspreiten werden bis zu 50cm lang und 3cm breit. Die Blüten erscheinen zwischen August und Oktober. Sie stehen in dichten Rispen, die mit einer Länge von bis zu 40cm meist leicht überhängen.

Blütenähre des Schilfrohrs
Blütenähre des Schilfrohrs – Foto: Matthias Kabel, Creative Commons Attr.-Share Alike 2.5 generisch

Die einzelnen Rispenäste sind fast auf der ganzen Länge dicht mit den Ährchen besetzt. Die zwischen 1 und 1,5cm großen Ährchen setzen sich aus bis zu 6 Blüten zusammen. Die unterste dieser Blüten ist stets männlich, die übrigen Blüten sind Zwitter.

Pflege des Schilfrohrs am Gartenteich

Hat man einen Garten in unmittelbarer Nähe eines langsam fließenden Grabens oder eines von einem Röhrichtgürtel umgebenen größeren Sees so dauert es meist nicht lange, bis die ersten Schilfhalme auch im heimischen Garten aus dem Boden sprießen. Diese noch jungen Schilfpflanzen lassen sich ausgraben und näher an den Rand des Gartenteichs setzen. Dabei ist aber äußerste Vorsicht geboten; einmal richtig angewachsen, ist das Schilfdickicht kaum noch beherrschbar. Dort wo es wächst, haben andere Uferpflanzen kaum noch eine Chance. Mit einer Höhe von bis zu 4m bildet es rasch eine dichte Pflanzenwand. Statt an den Gartenteichrand setzt man die Schösslinge besser an den Rand eines Filtergrabens oder legt sich damit einen kleinen bewachsenen Bodenfilter zu, um den dichten Wurzelraum des Schilfs zur biologischen Reinigung des Wassers aus dem mit Fischen besetzten Teich oder einem Schwimmteich zu nutzen. Das Schilf entzieht dem Wasser große Mengen an Stickstoff-, Phosphatverbindungen und anderen Nährstoffen und trägt damit entscheidend zur Klärung des Wassers bei und verhindert so auch trotz intensiver Fütterung der Gartenteichfische eine Algenblüte. Als Repositionspflanze im Filtergraben neben einem Schwimmteich gesetzt, trägt es auch zur Gewässerhygiene bei, indem eventuell ins Wasser gelangte Salmonellen oder Kolibakterien wirksam vernichtet werden. Der Wurzelbereich des Schilfs enthält nämlich Stoffe, die ähnlich wie Antibiotika wirken. Die Schilfhalme werden auch gerne als Landeplätze von Libellen genutzt und ihre Nymphen klettern an den Halmen empor, um sich dort ungestört ein letztes Mal zum fertigen Imago häuten zu können. In jedem Fall sollte man seinen Schilfbestand am Gartenteich gut im Auge behalten. Die langen Rhizome schieben sich dicht über den Boden oder unter der Wasseroberfläche entlang und sollten regelmäßig gekürzt werden. Für die Flachwasser- oder Randzone von Folienteichen ist das Schilf in jedem Fall völlig ungeeignet, da sein starker Wurzelballen die Folie beschädigen und durchstoßen kann. Setzt man das Schilf nicht – wie beschrieben – als Biofilter in einem kleinen Pflanzenklärbeet oder Filtergraben ein und will es stattdessen als dekoratives Element am Gartenteichrand pflanzen, dann sollte man es wenigstens statt direkt in Boden in einen großen Pflanzkübel setzen. Sonst wächst einem das Schilfrohr rasch im wahrsten Sinne über den Kopf.

Vermehrung des Schilfrohrs

Das Schilf lässt sich im Frühjahr relativ einfach durch Teilung seines langen Rhizoms vermehren. Das Problem ist jedoch eher, dass man das Schilf an seiner unkontrollierten Vermehrung behindern muss, damit es sich zu sehr am Gartenteich ausbreitet und andere Pflanzen der Uferrand- und Flachwasserzone verdrängt.

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