Biogene Entkalkung – Glossar

Pflanzen brauchen zur Photosynthese neben Lichtenergie vor allem Kohledioxid. Wasserpflanzen nehmen dazu im Wasser gelöstes Kohledioxid auf. Damit entziehen sie dem Wasser Kohlensäure, die aus Calciumhydrogencarbonat nachgeliefert wird. Das Calciumhydrogencarbonat zerfällt in Wasser und wasserunlösliches Calciumcarbonat, also Kalk. Diesen Vorgang nennt man Biogene Entkalkung, da er durch Pflanzen ausgelöst wird.

Dieser Kalk schlägt sich vor allem dort nieder, wo das Kohlendioxid dem Wasser entzogen wird, also auf den Blättern der Wasserpflanzen. Mit der Zeit bildet sich so ein weiß-grauer oder gelblicher Kalküberzug. Nimmt die Verkalkung überhand, so stirbt die Pflanze ab. Auf diesem Kalksubstrat können sich dann neue Pflanzen ansiedeln, die ihrerseits verkalken. So wächst die Kalkversinterung langsam in die Höhe. Mit der Zeit bildet sich so im Fließgewässer eine Barriere, hinter der sich das Wasser staut, bis es über das Hindernis hinweg fließt. Besonders durch die Biogene Entkalkung der Wassermoose können so im Laufe der Zeit ganze Kaskaden von kleinen Wasserfälle entstehen.

Besonders schöne Beispiele dafür sind die Uracher Wasserfälle am Nordrand der schwäbischen Alb und die Kaskaden der Plitvitzer Seen in Kroatien. Auch im Aquarium und im Gartenteich lässt sich das Phänomen der Biogenen Entkalkung beobachten. Ein anschauliches Beispiel liefert die Kanadische Wasserpest, eine submerse Wasserpflanze, die besonders gut in kalkreichem Wasser gedeiht. Auf den kleinen Blättern bilden sich allmähliche dicke Kalküberzüge. Durch den Entzug von gelöstem Kohlendioxid steigt außerdem der pH-Wert an. Dadurch wird das Wasser stärker alkalisch, was nicht alle Pflanzen und Tiere gut vertragen.

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