Wurzelhölzer – Glossar

Neben einzelnen größeren Steinen können auch Wurzelhölzer zur dekorativen Randgestaltung des Gartenteichs verwendet werden. Damit bietet man zahlreichen amphibisch lebenden Teichtieren einen willkommenen Unterschlupf in Teichnähe, besonders dann, wenn sie an den bis in Wasser ragenden Wurzelenden leicht aus dem Wasser herausklettern können.

Aber nicht jede Baumwurzelart eignet sich für einen Platz im oder am Gartenteich. Wer in Küstennähe wohnt, findet manchmal auf einem Strandspaziergang schon ausgebleichtes, knorriges Wurzelholz als Treibgut, oder an einem bewaldeten Bachufer Fragmente von Erlenwurzeln. Beide muss man erst einige Tage oder Wochen in Leitungswasser wässern und das Wasser öfters wechseln, bevor man sie in den Teich setzen kann. Das Treibgut hat u.U. viel Salz gespeichert, die Erlenwurzeln würden wegen ihres hohen Säuregehaltes das Wasser zu stark ansäuern und den pH-Wert soweit absenken, dass er u.U. in einen für die Teichfische kritischen Bereich kommt.

Die Wurzeln müssen außerdem völlig sauber sein, frei von anhaftender Erde und ohne angefaulten Stellen. Erlenwurzeln erweisen sich im Wasser als außerordentlich beständig; sie können bis zu 50 Jahre unter Wasser bleiben, bevor der Verrottungsprozess einsetzt.

Einfacher ist es auf die in Aquarien verwendeten Moorkien- und Mangrovenwurzeln zurückzugreifen, die man im Zoofachhandel als Kiloware angeboten bekommt. Moorkienwurzeln haben bereits viele Jahre im Moorwasser unter Luftabschluss gelegen. Sie sind deshalb so schwer, dass man sie im Flachwasser des Gartenteichs positionieren kann, ohne dass sie am Boden verankert oder mit Steinen beschwert werden müssen. Anders sind Wurzeln aus Mangrovenholz, sie müssen eine Zeitlang im Eimer gewässert werden, bis sie sich soweit mit Wasser vollgesogen haben, dass sie nicht mehr an die Wasseroberfläche treiben. Moorkienwurzeln geben ähnlich wie die Erlenwurzeln Gerbsäure an das Wasser ab. Dadurch färbt sich das Wasser leicht gelblich bis hellbraun, bleibt aber klar. Das ist harmlos, die Gerbsäuren können den pH-Wert nur minimal absenken. Andererseits wirken solche Humin- und Gerbsäuren als bakterizid und fungizid und helfen damit, das Teichwasser möglichst keimfrei zu halten.

Hält man Rotwangenschmuckschildkröten im Teich, dann sollte man unbedingt ein oder zwei größere Wurzelhölzer im Becken so platzieren, dass die Wasserschildkröten vom Wasser aus darauf hinaufklettern und sich in der Sonne aufwärmen können.

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