Rotwangenschmuckschildkröte
Trachemys scripta elegans

Rotwangenschmuckschildkröte inmitten einer Schwimmpflanzendecke aus Muschelblumen

Rotwangenschmuckschildkröte inmitten einer Schwimmpflanzendecke aus Muschelblumen - Foto: Luis García, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported

Pflege
Einfach
Zucht
Mittel
Erreichbares Alter
40
Besonderheiten
Standort: ständig im Wasser

Die Rotwangenschmuckschildkröte stammt aus den Gewässern Nordamerikas, ist aber auch in Europa mehrfach ausgewildert worden. Will man sie im Gartenteich halten, sollte man wissen dass diese Wasserschildkröten bis zu 40cm groß werden können und viel Platz im Gartenteich brauchen. Besonders wichtig ist eine ausgedehnte Flachwasserzone mit Sonnenplätzen und Ausstiegshilfen.

Auf wertvolle Teichpflanzen sollte man besser verzichten. Neben Wasserinsekten, Molchlarven und Kaulquappen stehen Pflanzen auf dem Speiseplan der Schildkröten. Man kann sie aber mit größeren Fischarten vergesellschaften. Der Teich sollte ausbruchssicher eingefasst sein und im Herbst sollte man die Wasserschildkröten zum Überwintern in ein Aquarium umquartieren.

Verbreitung und Lebensraum der Rotwangenschmuckschildkröte

Die Heimat der Rotwangenschmuckschildkröte sind stehende, kleinere und langsam fließende Gewässer Nordamerikas. In Deutschland wurde diese Wasserschildkröte stellenweise ausgewildert.

Merkmale, Form und Färbung der Rotwangenschmuckschildkröte

Die Rotwangenschmuckschildkröte gehört zur Familie der Neuwelt-Sumpfschildkröten Emydidae. Charakteristisch und unverwechselbar ist der orange-rote Wangenstrich. Der Panzer ist relativ flach, die Oberseite ist dunkel-graugrün mit gelblichen bis orangefarbenen Linienmustern und Flecken; die Bauchseite ist gelb mit größeren, dunklen Flecken.

Abgesehen davon, dass das Männchen deutlich kleiner und auch leichter als das Weibchen ist, hat es einen etwas längeren und dickeren Schwanz. Beim Männchen ist die Bauchseite konkav, also nach innen gewölbt, beim Weibchen dagegen ist sie flach. Ausgewachsene Männchen haben außerdem längere Vorderkrallen als die Weibchen.

Pflege der Rotwangenschmuckschildkröte im Gartenteich

In ihrer nordamerikanischen Heimat lebt die Rotwangenschmuckschildkröte in Naturteichen und Tümpeln, aber auch an langsam fließenden, pflanzenreichen Gewässern. Sie hält sich dort vor allem im flachen, schlammigen Uferbereich auf. Während der warmen Jahreszeit hält sie sich oft stundenlang auf flachen Steinen, Baumwurzeln oder am Strand auf, um sich zu sonnen. Dort sitzen sie dann oft dicht gedrängt in Gruppen zusammen. Das heißt aber nicht, dass Rotwangenschmuckschildkröten besonders gesellig wären. Außerhalb der Paarungszeit leben sie in der Regel als Einzelgänger. Will man Rotwangenschmuckschildkröten auf Dauer im eigenen Gartenteich halten, dann muss man ihnen ähnliche Rahmenbedingungen bieten.

Fertigteiche aus Kunststoff sind für die Haltung von Wasserschildkröten völlig ungeeignet. Ihre Flachwasserzone ist zu schmal und die Uferränder sind zu steil. Die Rotwangenschmuckschildkröte braucht eine breite Flachwasserzone mit einer Wassertiefe von 15 bis 20cm, die nahtlos in den Ufer- und Randbereich übergeht. Ein solches Teichprofil lässt sich mit einem Folienteich besser realisieren. Um den Schildkröten den Ausstieg aus dem Teich zu erleichtern, sollte man an einigen Stellen über der Kunststoff-Folie eine Kokosmatte fixieren. Sonst haben die Schildkröten Schwierigkeiten beim Herausklettern und rutschen immer wieder ins Wasser zurück. Als Platz zum Sonnen bietet sich ein flacher Stein oder eine große Moorkienwurzel an, die knapp über die Wasseroberfläche ragen. Optimal wäre natürlich ein Baumstamm, der flach vom Ufer aus ins Wasser ragt. Hervorragend geeignet dafür sind auch bepflanzte Schwimminseln, wie seit einigen Jahren im Fachhandel angeboten werden. Man sollte sich jedoch keinen Illusionen hingeben: Wasserschildkröten und Wasserpflanzen, das passt nicht gut zusammen. Besonders Seerosenblätter stehen bei Rotwangenschmuckschildkröten ganz oben auf der Speisekarte. Besser geeignet sind schnell wachsende Unterwasserpflanzen wie die Kanadische Wasserpest Elodea canadensis oder emerse Überwasserpflanzen wie die Schwanenblume, das Hechtkraut oder eine Rohrkolbenart. Auch schnellwachsende Schwimmpflanzen wie die Wasser- und Teichlinsen oder Schwimmfarm sind gut geeignet, sie werden von den Wasserschildkröten gerne als Futter aber auch zur Tarnung angenommen. Neben einer ausgedehnten Flachwasserzone, die etwa 2/3 der Wasserfläche ausmachen sollte, ist natürlich auch eine Tiefwasserzone wichtig, in die die Wasserschildkröte bei Gefahr abtauchen kann. Eine Tiefwasserzone erhöht auch das gesamte Wasservolumen des Teiches um einiges. Das ist wichtig, damit sich das Teichwasser in der prallen Mittagssonne nicht zu sehr aufheizt und nachts nicht zu weit abkühlt. Natürlich kann man auch junge, noch recht kleine Rotwangenschmuckschildkröten bereits in den Teich setzen. Aber dann besteht zu leicht die Gefahr, dass sie Katzen oder Vögeln zum Opfer fallen.

Theoretisch könnte man die Rotwangenschmuckschildkröten auch im Gartenteich überwintern lassen, besonders wenn es eine Möglichkeit gibt, den Teich zu beheizen. Es gibt ja schließlich auch in Deutschland bereits ausgewilderte Freilandpopulationen. Da aber die für die Wasserschildkröten so lebensnotwendige Flachwasserzone im Winter zuerst zufriert, sollte man die Tiere besser in ein Aqua-Terrarium umquartieren. Das Problem dabei ist allerdings, dass die anfangs so putzig kleinen Schildkröten aus dem Aquariengeschäft schnell größer werden und dann brauchen sie auch ein entsprechend großes Becken. Mancher Aquarianer geht daher leider den umgekehrten Weg und entsorgt seine für das Aquarium zu groß gewordenen Wasserschildkröten in den Gartenteich. Das löst aber keineswegs das Problem des fehlenden Winterquartiers. Außerdem sei darauf hingewiesen, dass der Gartenteich ausbruchssicher sein muss. Dazu kann man die gesamte Fläche mit einem niedrigen, feinmaschigen Zaun umgeben. Sonst besteht immer wieder die Gefahr, dass die Tiere ausbüchsen und nahegelegene natürliche Gewässer besiedeln. Solche eine Faunenverfälschung, egal ob fahrlässig oder absichtlich, ist in Deutschland strafbar. Deswegen wurde auch der Handel mit Rotwangenschildkröten in der EU stark reglementiert, nicht weil die Art in ihrer nordamerikanischen Heimat vom Aussterben bedroht wäre, sondern um weitere Auswilderungen zu unterbinden.

Zwar finden die Rotwangenschildkröten neben Wasserpflanzen auch Wasserinsekten und anderes Kleingetier als Nahrung, trotzdem muss man die Gruppe zufüttern. Dazu eignet sich am besten im Fachhandel erhältliches Futter für Wasserschildkröten. Die Wasserschildkröten werden im Aquarium schnell handzahm, im Gartenteich bleiben sie aber eher scheu. Um den Teich nicht wahllos mit Futterresten zu belasten, füttert man am besten immer am gleichen Platz und zur gleichen Zeit. Daran gewöhnen sich die Wasserschildkröten rasch.

Mit Goldfischen, Goldorfen und Koi lassen sich Rotwangenschmuckschildkröten vergesellschaften, wenn der Teich groß genug ist. Kleinere Fischarten wie Moderlieschen, Elritzen und Bitterlinge würden den Schildkröten eher als Beutetiere zum Opfer fallen, ebenso wie Kaulquappen und Molchlarven.

Vermehrung der Rotwangenschmuckschildkröte

Rotwangenschmuckschildkröten werden im Alter von 5 Jahren geschlechtsreif. Im späten Frühjahr, wenn die Wassertemperaturen allmählich ansteigen, beginnen die Männchen mit der Balz. Dazu vibrieren sie mit ihren verlängerten Vorkrallen vor den Augen der Weibchen. Zur Paarung hält sich dann das Männchen mit diesen Vorderkrallen auf dem Rückenpanzer des Weibchens. Um erfolgreich kopulieren zu können, schiebt sich das Männchen mit seiner konkaven Unterseite des Panzers auf den Rückenpanzer des Weibchens hinauf. Das Weibchen gräbt mit seinen Hinterbeinen im weichen Ufersand oberhalb der Wasserlinie eine Grube, in die es die bis zu 22 Eier hineinfallen lässt und scharrt den Brutplatz wieder aus.

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