Während bei einem Bachlauf mit Gartenteich das Hauptaugenmerk auf dem Teich liegt, sollte ein Bachlauf ohne Gartenteich möglichst abwechslungsreich strukturiert und bepflanzt wird.

Stattdessen den Bachlauf als gerade „Schusslinie“ anzulegen, um auf kürzestem Weg das Wasser vom Quellstein hinunter bis zum Ansaugstutzen der Pumpe zu befördern, das macht absolut keinen Sinn.

Wassergumpen am Bachlauf

Voraussetzungen für einen Bachlauf ohne Teich

2 Voraussetzungen sind für den Bachlauf unverzichtbar:

  • Das Grundstück muss eine Geländeneigung von wenigstens 5 bis 10% haben, sonst entsteht kein Fließgewässer, sondern bestenfalls ein mehr oder weniger stehender Entwässerungsgraben.
  • Für einen Bachlauf mit Teich können 3 bis 5m Länge genügen, ein mäandrierender Bachlauf ohne Teich mit Stillwasserbereichen und schnell-fließenden Abschnitten, Kurven mit Prall- und Gleithang, Gumpen und Flachwasserzonen sollte aber eine Fließstrecke von wenigstens 7 bis 9m haben. 

Woher kommt das Wasser am Bacheinlauf ohne Teich?

1) Meist wird es „im Kreislauf gefahren„, d. h. die Fließstrecke endet in einem Absetzbecken. Von dort wird das Wasser über einen Ansaugstutzen und eine unterirdisch verlegte Schlauchleitung mit Hilfe einer leistungsstarken Pumpe wieder an den Anfang des Bachlaufs hochgepumpt.  

2) Hat man das Glück, dass in unmittelbarer Nähe des Grundstücks ein natürlicher Bach oder Fluss liegt, kann man diesen gewissermaßen „anzapfen“ und das Wasser in den künstlich angelegten Bachlauf einspeisen. Ist das Geländegefälle groß genug, kann man oft sogar auf eine Pumpe verzichten.

Grundsätzlich ist die Wasserentnahme aus einem natürlichen Fließgewässer möglich, vorausgesetzt der Antrag auf Wasserentnahme wird von der Unteren Wasserbehörde genehmigt. Dazu müssen drei Bedingungen erfüllt sein:

  • dass für den Bachlauf abgezweigte Wasser wird am Ende der Fließstrecke wieder möglichst verlustfrei in das natürliche Gewässer zurückgeführt.
  • Die Wasserqualität darf nicht gemindert werden
  • Im sogenannten Altwasser, der Flussstrecke zwischen Entnahme und Einleitungsstelle, muss auch an trocken-heißen Sommertagen eine Restwassermenge von mindestens 10% eingehalten werden.

Näheres regelt das Deutsche Wasserhaushaltsgesetz in §9.

3) Liegt das Hanggrundstück unterhalb eines Waldes, bildet sich unmittelbar darunter manchmal ein Sickerwasserhorizont, der Boden ist feucht, stellenweise tritt sogar etwas Grundwasser zu tage und bildet kleine Rinnsale. Dann kann man versuchen das Sickerwasser in einer eingefassten Quelle zu sammeln und in den Bachlauf einzuspeisen. 

Ist die Wasserschüttung dieser Quelle groß genug, kann der Bachlauf ausschließlich aus der Quelle gespeist werden. In diesem Fall haben wir es mit einem halboffenen System zu tun: Der Bachlauf endet in einem Absetzbecken. Von dort wird der größte Teil des Wassers über eine Pumpe an den Anfang des Bachlaufs, das überschüssige Wasser fließt aus dem Absetzbecken in ein angeschlossenen Sumpfbeet.

Dies duale System bringt 2 Vorteile mit sich: Durch das Frischwasser aus der Quelle bleibt die Wasserqualität immer gleich hoch und die Wasserverdunstung im Laufe der Fließstrecke an trocken-heißen Tagen kann damit kompensiert werden.

Aufbau und Gestaltung des Bachlaufs

Als Baumaterial für die Anlage eines Bachlaufs kommen infrage:

  • fertige Bachlaufmodule – dazu bietet der Fachhandel Sets mit aus stabilem Kunststoff angefertigten Bachlaufschalen. Damit lässt sich allerdings nur ein Bachlauf von wenigen Metern zusammensetzen.
  • ein Bachbett aus Beton gegossen – mit Beton lassen sich auch längere Bachläufe mit wechselndem Profil gestalten. Wichtig ist dabei, dass die Bachsohle eine lückenlose, geschlossene Betondecke bildet ohne Risse, damit kein Wasser im Boden versickern kann.
  • Teichfolie – ein häufiges Problem bei der Verwendung von Teichfolie ist ähnlich wie beim Folienteich der störende Faltenwurf an allen möglichen Ecken und Enden. Deutlich einfacher lässt sich der Bachlauf mit einer sogenannten Steinfolie gestalten: Steinfolien gibt es mit feinem Sand bis zu größeren Kieseln. Damit lässt sich der Gewässergrund des Bachlaufs abwechslungsreich gestalten. Den Faltenwurf kann man vermeiden, wenn man die Folie in passende, gerade oder gebogene Stücke schneidet und dann mit einem geeigneten Folienkleber leicht überlappend zusammenklebt. In jedem Fall sollte unter die Teich- oder Steinfolie ein Teichvlies gelegt werden. 
  • Magerbeton – Soll der Bachlauf abwechslungsreich mit Rückstaubereichen und Gefällstufen gestalten werden, dann verwendet man als Unterbau für die Schwellen unter der Teich- oder Steinfolie am besten Magerbeton.
  • Kombination aus Teich- oder Steinfolie mit fertigen Bachlaufschalen – Soll der langsam fließende Bachlauf häufig mäandrieren, dann verwendet man für die Kurven und Schlenker fertige Bachlaufschalen und für die geraden Teilabschnitte Stein- oder Teichfolie.

Welches Baumaterial man verwendet, das hängt auch davon ab, welchen Fließwassertyp der Bachlauf imitieren soll:

  • ein langsam fließender Wiesenbach mit reicher Uferbepflanzung
  • ein Wildbach mit teilweise grobem Geröll, Schwellen und kleinen Wasserfällen
  • ein dicht bewachsener Graben.

Harmonische Ruhebereiche integrieren

Um den Bachlauf genießen zu können sollte man mindestens einen, besser jedoch zwei Ruheplätze in der Nähe des Wassers anlegen.

Vorteilhaft ist die Kombination einer gepflasterten Terrasse mit gemütlicher Sitzgelegenheit für die ganze Familie. Ein Grillabend am plätschernden Bachlauf entspannt besonders, wenn man diesen rustikal und naturnah anlegt. Hierzu eignen sich Pflastersteine mit gebrochener Oberfläche und eine verwitterte Holzbank.

Förderleistung der Pumpe

Um das Wasser aus dem unteren Absetzbecken in den Quellstein am oberen Bacheinlauf zu pumpen, verwendet man am besten eine Teichpumpe, die nach dem Saugprinzip arbeitet. Diese sind einfacher gebaut und weniger störanfällig als Pumpe, die das Wasser hochdrücken.

Die Pumpenleistung muss ausreichen, dass im Bachlauf noch eine deutlich Fließbewegung zu erkenn ist. Die von Herstellerseite angegebene maximale Pumpleistung bezieht auf den Wasserspiegel im Teich, also auf 0m Förderhöhe.

Muss das Wasser vom Absetzbecken aus ein bis zwei Meter hochgepumpt werden, dann nimmt die tatsächliche Förderleistung schnell ab. Gleichzeitig hat aber jede Pumpe eine maximale Förderhöhe, die nicht überschritten werden kann. Bei der in der Nähe des Bacheinlaufs platzierte Saugpumpe müssen außerdem die Minderung der Förderleistung durch die Reibungsverluste im Verlauf des Schlauchs hinzu.

Faustformel

Ein erster Schätzwert, welche Pumpleistung aufgebracht werden muss, bekommt man, wenn, man die Bachbreite in cm mit einer Förderleistung von 2 Liter/min oder 120 Liter/h multipliziert. Bei einer durchschnittlichen Bachbreite von 40cm, ist also bereits eine Pumpleistung von 80 Liter/min notwendig. Die Länge der Fließstrecke spielt dagegen eine geringere Rolle.

Bepflanzung und Besiedlung mit Tieren

Die Bepflanzung von Uferbereich und Bachsohle sollte zum Bachtyp passen.

Wirbellose Tiere werden sich mit der Zeit von selbst einstellen: Köcher- und Eintagsfliegenlarven, Wasserschnecken und Kleinkrebse.

Unser Tipp

Die Besiedlung kann man beschleunigen durch sogenannte lebende Steine aus einem natürlichen Fließgewässer nachhilft. Solche größeren Steine sind oft von zahlreichen Insektenlarven und kleinen Schnecken besiedelt.

Für einen Besatz mit Fischen ist solch ein künstlicher Bachlauf dagegen nicht geeignet.