Den alten Schachtbrunnen wieder in Betrieb nehmen

Die allerersten gemauerten Gartenbrunnen aus früheren Jahrhunderten hatten einen Schacht, der bis in die Grundwasser führende Bodenschicht reichte.

Tiefer Brunnenschacht

Aus solchen oft viele Meter tiefe Schachtbrunnen holte man das Wasser mit Hilfe eines am Seil hängenden Eimers und einer Winde empor. Einige dieser alten Brunnen sieht man heute noch. Aber oft sind sie seit langem wieder zugeschüttet worden oder verschlammt und versandet. 

Doch man kann sie wieder instandsetzen. Dazu müssen sie nicht wieder vollständig ausgeschachtet werden. Stattdessen bohrt man in der Brunnenmitte ein Loch bis in die Grundwasser-führende Schicht, in das ein entsprechend langes Ansaugrohr eingepasst und dann Pumpenstock und Handschwengelpumpe angebaut werden.

Gartenbrunnen mit Handschwengelpumpe

Im 19.Jahrhundert tauchten die ersten Brunnen mit solchen Handschwengelpumpen aus Gusseisen auf.  Nun musste nicht mehr der ganze Brunnen bis in die Tiefe ausgeschachtet werden. Stattdessen wird ein Loch gebohrt und ein bis in die Grundwasserschicht reichendes Rohr eingepasst, auf welches die Handschwengelpumpe aufgesetzt wird.

Handschwengelpumpe zur Grundwasserförderung

Nun wird nicht mehr das Wasser mit einer Winde zutage gefördert, sondern von Hand mit Muskelkraft hochgepumpt. Damit kann das Wasser aus etwa 6 bis 8 m Tiefe hochgepumpt werden.

Nach wie vor hat solch ein Brunnen mit Handschwengelpumpe einen hohen nostalgischen Wert und passt hervorragend in das Gesamtbild eines Naturgartens. Doch viele dieser Brunnen sind seit Jahrzehnten nicht mehr in Betrieb, Rohr und Handpumpe sind verrostet oder der Schacht ist versandet. Aber es ist relativ einfach, solch eine Handschwengelpumpe wieder instand zu setzen. Gute Handschwengelpumpen im Vintage-Stil bietet der Fachhandel bereits ab 60? oder mit einem passendem Pumpenständer dazu ab etwa 95?. Schwieriger, aufwendiger und, wenn man einen Fachbetrieb damit beauftragt, teuer wird es den verschütteten oder versandeten Rohrschacht für das Ansaugrohr wieder freizulegen.

Baut man in das Rohr des Pumpenstocks einen Verteiler ein, an den ein Kugelhahnventil angeschlossen wird, dann kann man wechseln zwischen der manuell betriebenen Handschwengelpumpe und einer elektrischen Pumpe. Mit dem Kugelhahnventil wird verhindert, dass die elektrische Pumpe Luft statt Wasser ansaugt.

Die elektrische Schwengelpumpe

Will man Muskelkraft durch einen elektrischen, kräftesparenden Antrieb ersetzen, so muss man trotzdem nicht auf solch eine, nostalgisch anmutende Schwengelpumpe verzichten. Ein Handschwengelpumpe ist zwar im Betrieb günstiger, da keine Stromkosten anfallen: Aber natürlich ist der Kraftaufwand ungleich größer, und mit der Handschwengelpumpe kann man nur einen relativ niedrigen Grundwasserspiegel erreichen.

Eine elektrisch betriebene Schwengelpumpe ist leicht zu bedienen, dazu muss lediglich einen Schalter betätigen. Zudem leistet sie auch mehr, Fördermenge und Förderhöhe sind größer. Bei noch tiefer liegende Grundwasserschichten muss man stattdessen sogenannte Tiefbrunnenpumpe mit leistungsfähigen Elektromotoren einsetzen, dabei handelt es sich um Unterwasserpumpen.    

Elektrische Kreiselpumpe für Garten- und Rammbrunnen

Mit einer Kreisel-Pumpe erreicht man jedoch nur eine Saughöhe von 5 bis maximal 8m. Das sollte in den meisten Geräten reichen. Natürlich kann man solche Kreiselpumpen auch ohne Handschwengel-Attrappe einsetzen und stattdessen für einen Rammbrunnen nutzen.

Normalansaugende Kreiselpumpen müssen ähnlich wie bei der Handschwengelpumpe zunächst mit Wasser gefüllt werden, bevor sie ihren Betrieb aufnehmen. Sie dürfen keinesfalls trockenfallen, während sie laufen. Um dies zu verhindern, wird ein Rückschlagventil eingebaut, welches auch nach dem Abschalten das Wasser n der Pumpe hält.

Eine selbstansaugende Kreiselpumpe kann auch in trockenem Zustand in Betrieb genommen werden. Diese Pumpen haben aber eine etwas geringe Saugleistung und sind deutlich lauter als normalansaugende Pumpen.

Tiefbrunnen- oder Unterwasserpumpe

Bei noch tiefer liegende Grundwasserschichten von mehr als 8m reicht die Förderleistung einer Kreiselpumpe nicht aus. Hier kommt eine sogenannte Tiefbrunnenpumpe zum Einsatz. Das ist eine Unterwasserpumpe, die direkt im Grundwasser steht, also das Wasser nicht ansaugt wie die Kreiselpumpe, sondern hochpumpt.

Egal ob man eine Kreisel- oder eine Tiefbrunnenpumpe einsetzt, ähnlich wie bei den Teichpumpen besteht ein enger Zusammenhang zwischen der Förderhöhe und der tatsächlichen Fördermenge, die von der vom Hersteller angegebenen maximalen Fördermenge deutlich abweichen kann. So übt z.B. eine Wassersäule von 10m Höhe einen Druck von 1 bar aus.

Angenommen die Pumpe hat eine maximale Förderhöhe von 30m, dann erzeugt sie entsprechend einen Druck von höchstens 3bar. Muss die Pumpe das Wasser auf 5m Tiefe herauffördern, dann erzeugt die Pumpe dabei nur noch einen Druck von maximal 2,5bar und die Förderleistung sinkt um wenigstens 50%. Liegt der Grundwasserspiegel in 9m Tiefe, dann wird mit dieser Pumpe nun noch ein Druck von höchstens 2,2bar erzeugt und die Förderleistung kann bereits unrentabel werden, sodass stattdessen eine leistungsstärkere Pumpe angeschafft werden muss.

Hinweis

Den Zusammenhang zwischen der tatsächlichen Förderleistung in Abhängigkeit von der Förderhöhe gibt die sogenannte Kennlinie an. Diese Kennlinie sollte in den Betriebsunterlagen aufgeführt sein.

Hinzu kommt allerdings dann noch der sogenannte Leitungswiderstand, der nicht nur mit der Länge der Leitung zunimmt, sondern auch vom Durchmesser der Leitung abhängt.

Aufwand von Montage und Wartung der verschiedenen Pumpentypen

Eine elektrisch betriebene Schwengelpumpe verlangt deutlich mehr Aufwand bei der Montage als eine Handschwengelpumpe, ebenso wie eine Kreiselpumpe im Vergleich zu einer Tiefbrunnenpumpe.

Denn dabei geht es nicht nur um den betriebssicheren Einbau dieser Pumpen, sondern auch die Verlegung der stromführenden Kabel im Garten von der Steckdose bis zum Gerät, die den Anforderungen von Feuchträumen entsprechen muss. Außerdem müssen diese Pumpen rechtzeitig vor Wintereinbruch demontiert, trocken und frostsicher eingelagert werden.

Grundwasserentname ist genehmigungspflichtig

Egal für welchen Pumpentyp für den Gartenbrunnen man sich entscheidet, es handelt sich dabei immer um eine genehmigungspflichtige Entnahme von Grundwasser, die in jedem Fall bei der zuständigen Behörde vor Inbetriebnahme beantragt werden muss, selbst wenn es sich nur um eine Handschwengelpumpe handelt.