Verbreitung

Man nimmt an, dass die Wechselkröte nach der letzten Eiszeit aus den Steppen Asiens in Ost- und Mitteleuropa eingewandert ist.

Das Verbreitungsgebiet der Wechselkröte reicht heute von Ost-Frankreich im Westen, über Mitteleuropa bis zum Baltikum, weiten Teilen Russland bis etwa in die Umgebung von Moskau und im Süden über den Balkan bis in die Ägäis, an die Nordküste des Schwarzen und Assowschen Meeres.

Lebensraum

In Mitteleuropa besiedelt die Wechselkröte vor allem steppenähnliche Gebiete mit trocken-warmen Sommern: z. B. versandete Felder und Äcker, Weinberge, Steinbrüche aber auch Dorfgärten und ländliche Siedlungsgebiete.

Laichgewässer der Wechselkröte
Laichgewässer der Wechselkröten
Foto: LepoRello, Ottobrunn Haidgrabenweg Wechselkröten-Biotop 001 2012-10-21, CC BY-SA 3.0

Voraussetzung ist allerdings, dass ein geeignetes Laichgewässer in der Nähe ist. Während die Wechselkröte in Asien noch Höhenlagen von bis zu 4200m ü. NN besiedelt, kommt sie bei uns in Mitteleuropa selbst in den Mittelgebirgen mittlerer Höhenlagen nicht vor.

Größe, Farbe und besondere Eigenschaften

Die Wechselkröte, manchmal auch Grüne Kröte genannt, kann bis zu 9 cm groß werden, wobei die Weibchen nur geringfügig größer sind als die Männchen. 

Körperbau

Sie haben eine gedrungene Körperform mit einem relativ breiten Kopf.

Der Abstand zwischen den Augen ist deutlich schmäler als beispielsweise bei der Erdkröte.  Die Pupille verläuft waagerecht. Die Iris ist grünlich gefärbt mit schwarzen Sprenkeln. Das Trommelfell ist groß und deutlich ausgeprägt.

Färbung der Wechselkröte

Charakteristisch für die Wechselkröte ist aber die helle Rückpartie mit unregelmäßig geformten, aber scharf begrenzten Feldern und Flecken in Hell- bis Dunkelgrün.

Zwischen diesen grünen Inseln sind kleine rote und gelbliche Punkte eingestreut, die wie Sandkörner aussehen.

Dies Farbmuster auf dem Rücken dient der Wechselkröte vor allem zur Tarnung. Denn von oben betrachtet, verschmilzt die Körperform durch dieses Fleckenmuster mit der Umgebung – ähnlich wie die Tarnnetze bei Militärfahrzeugen.

Selten findet man auch Wechselkröten mit einem hellen, langen Rückstrich wie bei der Kreuzkröte. Dank des auffallenden Farbmusters auf dem Rücken kann man aber auch solche Wechselkröten kaum mit einer Kreuzkröte verwechseln.

Und im Gegensatz zur Kreuzkröte hat die Wechselkröte lange Hinterbeine und deshalb sich auch mit Hilfe kleiner Sprünge in schneller Folge fortbewegen.

Pflege im Gartenteich

Hat man einen Garten in ländlicher Umgebung mit einem sandig-kiesigen Boden und einigen sonnenbeschienen Plätzen, dann stehen die Chancen gar nicht so schlecht, dass sich auch Wechselkröten irgendwann in den Garten verirren und dort sogar Fuß fassen; denn die Wechselkröte ist ein Kulturfolger. Besonders gerne werden Gärten von Typus Heidegarten, Steppen- und Kiesgarten als Lebensraum angenommen.

Die Wechselkröte braucht tagsüber ein Versteck, in das sie sich zurückziehen kann. Das kann ein größerer, hohl aufliegender Stein, eine große Baumwurzel oder eine kleine Erdhöhle sein. Die Wechselkröte ist ein ähnlich geschickter Kletterer wie die Kreuzkröte und kann sich auch in einer Trockenmauer eine geeignete Nische suchen.

Die Wechselkröte ist nachtaktiv und verlässt meist erst im Dunkel ihren Unterschlupf. Dann wandert sie zu einer Lichtquelle hin, um dort Nachtschmetterlinge und andere anfliegende Insekten zu erbeuten.

Sie ernährt sich außerdem von Spinnen, Asseln, Würmern und verschmäht auch Schnecken nicht.

Als Laichgewässer reicht ein kleiner bis mittelgroßer Tümpel mit flachem Wasserstand und sandig-schlammigen Untergrund ohne Pflanzen.

Wechselkröten sind allerdings nicht sehr reviertreu. Ebenso unverhofft, wie sie im Garten erscheinen sind, können sie auch wieder weiterziehen. Denn als ehemalige Steppenbewohner laichen sie an Wasserstellen, die oft nur kurze Zeit Wasser führen, und müssen dann weiterziehen auf der Suche nach anderen Gewässern.

Vermehrung

Paarung und Laichabgabe der Wechselkröte verlaufen ähnlich wie bei der Kreuzkröte.

Zur Paarungszeit zwischen April und Juni lockt das Wechselkrötenmännchen mit einem hellen Trillern ürrrr – ürrr – ürrr die paarungsbereiten Weibchen an. Dabei dauert jeder Ruf bis zu einer Sekunde und steigert sich in der Lautstärke von Sekunde zu Sekunde.

Nach der Paarung legt das Weibchen bis zu 4 m lange Laichschnüre mit bis zu 10.000 Eiern.

Kaulquappen der Kreuzkröte
Kaulquappen der Wechselkröte
Foto: Pierre-Yves Vaucher (http://www.batraciens-reptiles.com), Bufo viridis09, CC BY-SA 2.5

Als ehemaliger Steppenbewohner ist das Laichverhalten der Wechselkröte an nur zeitweise Wasser führende Tümpel angepasst und zieht deshalb kurze Zeit nach dem Ablaichen bereits weiter auf der Suche nach neuen geeigneten Gewässern.