Verbreitung

Der Moorfrosch kommt in Teilen Europas und Asiens vor. Deutschland und die Niederlande bilden die westliche Verbreitungsgrenze, im Norden reicht sie bis Schweden und Finnland, im Osten bis zum Baikalsee in Sibirien.

Bei dem auf dem Westbalkan verbreiteten Moorfrosch handelt es sich vermutlich um eine Unterart, den Balkan-Moorfrosch Rana arvalis woltertorffi.

Lebensraum

Der Moorfrosch besiedelt vor allem Niedermoore, Feuchtgebiete, Auen- und Bruchwälder, die zur Laichzeit überschwemmt sind oder unter Wasser stehen.

Dort laichen die Moorfrösche auch – an sonnenbeschienen Stellen im flachen Wasser zwischen Seggen, Binsen und anderen Tümpelpflanzen.

Typisches Laichgewässer des Moorfroschs
Typisches Laichgewässer des Moorfroschs
Foto: Udo Schmidt from Deutschland, Spawning ground of Rana arvalis (8674282337), CC BY-SA 2.0

Außerhalb der Laichzeit hält sich der Moorfrosch aber an Land auf, bei Gefahr flüchtet er mit kurzen Sprüngen in den nächst gelegenen Wiesengraben oder Moorloch. Hochmoore besiedelt der Moorfrosch nicht, da er und vor allem seien Kaulquappen das dort herrschende saure Milieu von pH 4,5 und weniger nicht vertragen.

Zur Überwinterung ziehen sich die Moorfrösche von Oktober bis März ins Gehölz, in die bodennahe Vegetation oder ins Falllaub zurück.

Der Moorfrosch ist vor allem ein Tieflandbewohner. In Bergen liegen die höchsten Vorkommen nur bis 600 m ü. NN.

Größe, Farbe und besondere Eigenschaften

Der Moorfrosch (Rana arvalis) wird zwischen 6,5 und 7,8 cm groß und bleibt damit in der Körperlänge deutlich kleiner als beispielsweise der Grasfrosch.

Körperbau

Der Moorfrosch hat eine schlanke Körperform mit einem zugespitzten Kopf. Im Verhältnis zum Körper sind die Hinterbeine relativ lang. Nach vorne gelegt, würde das Fersengelenk bis zur Schnauzenspitze reichen.

Zum Vergleich: Beim ähnlichen Springfrosch (Rana dalmatina) reicht es bis über die Schnauzenspitze hinaus.

Fluchtstrategie

Der Moorfrosch, der wie der Grasfrosch zu den sogenannten Braunfröschen gehört, die die meiste Zeit an Land verbringen, ist dank seiner Körperfärbung und -zeichnung gut getarnt und in seiner Umgebung nur schwer auszumachen.

Droht Gefahr durch einen Raubvogel, eine Elster oder Krähe, dann duckt sich der Moorfrosch ganz dicht an den Boden, verhält sich vollkommen still und bedeckt dabei sogar seine Augen mit den Vorderbeinen.

Moorfrösche haben eine waagerecht verlaufende Pupille. Die Region des Trommelfells tritt deutlich hervor und ist mehr oder weniger sichelförmig dunkelbraun gefärbt. Der Abstand zwischen den Augen ist kaum größer als der zwischen den beiden Nasenlöchern.

Blaue Färbung der Moorfrösche

Die Männchen sind zur Paarungszeit entweder auf dem Rücken oder dem ganzen Körper hell- bis leuchtend blau gefärbt; damit wollen sie den Weibchen imponieren.

Außerdem sehen die Männchen zur Paarungszeit etwas aufgedunsen und schwammig aus, weil sich unter ihrer Haut vermehrt Flüssigkeit ansammelt. Danach sind sie wieder schlicht braun, grau und gelb gefärbt mit den für Moorfrösche typischen Längsanordnung der Farbmuster.

Moorfroschmännchen zur Laichzeit
Blaufärbung der Moorfroschmännchen zur Laichzeit
Foto: Frank Liebig creator QS:P170,Q29586018, Moorfrösche EO5P2550-2, CC BY-SA 3.0 DE

Typische Laute der Moorfrösche

Die Männchen haben zwei innere Schallblasen, die sie auch nicht ausstülpen können wie die Gras- und Wasserfrösche. Damit produzieren die Moorfrosch-Männchen blubbernde, glucksende Geräusche, die an die aus Moorwasser aufsteigenden Bläschen von Sumpfgas erinnern. Der einzelne Ruf des Moorfroschmännchens bleibt recht leise, im Chor mehrerer paarungsbereiter Männchen sind sie jedoch schon von Weitem zu hören.

Die Ausprägung und Anordnung der Körperzeichnung des Moorfroschs kann sich regional voneinander unterscheiden. Beim Balkan-Moorfrosch reicht die Fersenspitze des nach vorne gelegten Hinterbeines im Gegensatz zur Stammform über die Schnauzenspitze hinaus.

Wovon ernähren sich die Moorfrösche?

Sie sind Allesfresser und nehmen solange die Beutegröße stimmt, Insekten, Spinnen, Schnecken und auch Würmer zu sich.

Pflege im Gartenteich

Moorfrösche sind in der Regel bei Temperaturen zwischen 4 und 20°C aktiv. Sie stehen wie alle einheimischen Amphibien unter Naturschutz und dürfen eigentlich nicht in Gefangenschaft halten.

Finden sie sich aber von selbst im Garten ein und laichen im Frühjahr im Gartenteich ab, dann darf man sie auch nicht wieder herausfangen und entfernen, sondern sollte dafür sorgen, dass ihnen im Garten und am Teich ein möglichst artgerechtes Milieu geboten wird. Die Chance, dass man im Garten auf Moorfrösche trifft, ist jedoch sehr selten. Es sei denn, der Garten liegt in unmittelbare Nähe eines Moorgebietes, eines Auen- oder Bruchwaldes.  

Als Laichgewässer eignet sich eher ein Gartentümpel als ein Gartenteich. Solch ein Tümpel, der in Nachbarschaft eines Moor- oder Sumpfbeetes führt nur zeitweise Wasser und wird hauptsächlich durch Regenwasser gespeist.

Ein Wasserstand von etwa 15 bis 20 cm ist völlig ausreichend. Der Gewässergrund sollte schlammig-sandig, aber frei von Faulschlamm sein. Das Ufer kann dicht bepflanzt sein und sollte den Fröschen ausreichend Unterschlupfmöglichkeiten in Form von hohl aufliegenden, mit Moos bewachsenen Steinen oder Baumwurzeln bieten.

Der Tümpel sollte nur spärlich bepflanzt werden z.B. mit einigen Büscheln von Teichbinsen, Froschlöffel oder Igelkolben, Binsen und Tannenwedel. Schwimmpflanzen sind eher hinderlich. 

Auch wenn der Wasserstand niedrig bleiben kann, die Wasserfläche selbst eines solchen Tümpels sollte aber ähnlich groß sein wie beim Gartenteich. Denn zur Paarungszeit leben die Moorfrösche zwar gesellig. Die Männchen halten aber, auch wenn sie gemeinsam ihre Rufe ertönen lassen, genügend Abstand untereinander.

Vermehrung

Bei den Moorfröschen beginnt die Paarungszeit sobald das Laichgewässer eisfrei ist, also manchmal schon zu Frühjahrsbeginn, meist aber erst Ende März oder am Aprilanfang.  Moorfrösche laichen in der Regel aber etwas später ab als die Grasfrösche.  Die Männchen sammeln sich noch vor den Weibchen in den Laichgewässern. Die Männchen lassen ihre charakteristischen Rufe meist gemeinsam ertönen.

Die Laichballen des Moorfroschweibchens setzen sich aus 1 bis 2 Klumpen zusammen, die jeweils bis zu 1.000 Eier enthalten. Das erscheint viel, bleibt aber deutlich unter der Laichgröße des Grasfroschweibchens zurück. Diese Laichballen quellen im Wasser auf, steigen dann aber nicht zur Wasseroberfläche auf wie bei den Grasfröschen, sondern bleiben am Gewässergrund liegen.

Die Kaulquappen schlüpfen je nach Wassertemperaturen nach etwa 1 bis 2 Wochen. Sie sind anfangs meist weniger als 1 cm groß und erreichen nach 6 bis 12 Wochen ? auch das hängt vor allem von der Wassertemperatur, aber auch vom Nahrungsangebot ab – ihre Endgröße von etwa 4,5 cm. Dann vollziehen ihre Umwandlung von Kiemen zum Lungenatmer, verlieren ihren Schwanz und verlassen das Gewässer.

Moorfrösche werden meist erst im dritten Lebensjahr geschlechtsreif.