Seerosen pflegen und vermehren

Nach etwa 4 Jahren sollte man auch die winterharten Seerosen aus dem Teich herausnehmen und teilen. Sonst breiten sie sich zu stark auf der Wasseroberfläche aus, und die Schwimmblätter verdecken schließlich die Blüten.

Seerosen pflegen
Seerosen kreuz und quer – Foto: LeitnerR – Fotolia.com

Soweit sollte man es nicht kommen lassen. Die Schwimmblätter bedecken die gesamte Wasserfläche und schieben sich bereits übereinander. Das gefällt vielleicht dem Frosch als bequemer Sitzplatz an ?Deck?. Aber die Blüten der Seerose haben keine Chance mehr, an die Oberfläche vorzudringen. Da hilft nur, die Seerosenstauden aus dem Teich nehmen, auszulichten und anschließend zu teilen.

Dazu hebt man die Seerose vorsichtig aus dem Pflanzkorb heraus und reinigt ihren Wurzelstock. Knollenartige Wurzelstöcke, die kein Rhizom bilden, kann man auseinanderziehen. Dann schneidet man die alten, dunklen Wurzeln ab und kürzt die jungen, hellen Wurzeln und setzt die geteilten Pflanzen in separate Pflanzkörbe ein (Seerosen richtig pflanzen). Seerosen mit einem rhizomartigen Wurzelstock teilt man, indem an den Rhizomspitzen mit einem scharfen Messer jeweils etwa 15cm lange Stücke abtrennt, die Schnittfläche mit Aktivkohle oder Kaliumpermanganat desinfiziert und dann wieder einpflanzt werden. Aktivkohepeulver kann man direkt auf die Schnittflächen auftragen, Kalimupermanganat-kristalle löst man dagegen in einem Wasser auf, bis sich das Wasser leicht rosa färbt. Dann taucht man die die Seerosenschnittlinge einige Minuten in die Kaliumpermangatlösung ein und pflanzt sie dann ein. Diese jungen Rhizomteile sind meist kräftiger und treiben schneller wieder aus, als der alte Wurzelstock.

Knollenartige Seerosen bilden an ihrem Wurzelstock Bulben als neue Vegetationspunkte. Diese Bulben kann man herausschneiden. Dann drückt man jedes dieser Augen in ein feuchtes Gemisch aus Sand und Lehm in einen kleinen Pflanztopf. Die Pflanztöpfe werden in einen Kasten mit Wasser gestellt, den man an einen halbschattigen Platz im Wintergarten, Gewächshaus oder auch im Frühbeet setzt. Nach rund einem Monat sollten die ersten Triebe zu erkennen sein. Dann kann man die Pflänzchen in passende Pflanzkörbe setzen und im Gartenteich schrittweise an ihre endgültige Wassertiefe gewöhnen.

Schwimmfarn und Seerosen
Schwimmfarn und Seerosen im Miniteich – Foto: Bombaert Patrick – Fotolia.com

In diesem Miniteich droht der Schwimmfarn Salvinia bereits die Schwimmblätter der Seerosen zu verdrängen und zu ersticken. Hier muss dringend ausgelichtet werden.

Seerosen in einer ausgewogenen Menge
Perfekter Seerosenteich – Foto: Herbert Esser – Fotolia.com

In diesem Gartenteich scheint ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Seerosenbestand, freier Wasserfläche und Fischbesatz zu herrschen; sonst würde die Seerose im Hintergrund nicht blühen

Seerosen werden von der Teichrandbepflanzung übertrumpft
Teichrandbepflanzung wirkt zu mächtig für den kleinen Gartenteich – Foto: Composer – Fotolia.com

Blühende Seerosen sind die Krönung eines Gartenteichs. Aber hier drohen die wuchernden und blühenden Staudenpflanzen rings um das kleine Becken die Seerosen rein optisch zu erschlagen. Ganz abgesehen davon, dass es sich hier keineswegs um eine teich-gerechte Ufer- und Randbepflanzung handelt.

Beginnen die Seerosen zu kränkeln, so kann dass neben einem zu dichten Bestand auch andere Ursachen haben:

Zeigen die Schwimmblätter der Seerosen braunen Flecken, dann ist ein Pilzbefall die häufigste Ursache. Da hilft nichts, man muss die befallenen Blätter mitsamt ihren Stielen herausschneiden und entfernen. Sind Missbildungen an Blättern und Blütenstängeln zu sehen, verkümmern die Blüten und sind winzig kleine Insekten zu sehen, dann handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Seerosen-Blattläuse. Sieht man dagegen Löcher in den Blättern, an denen helle kleine Larven herumfressen, dann sind mit großer Wahrscheinlichkeit Seerosenblattkäfer am Werk. Um beide Arten von Plagegeistern wieder loszuwerden, hilft ein einfacher, aber äußerst wirksamer Trick: Man beschwert die Seerosenblätter mit einem schweren Drahtnetz und drückt die Pflanze so unter die Wasseroberfläche. Nach einem Tag sind die Schadinsekten ertrunken und man kann das Drahtgitter wieder entfernen. Dagegen sollte man auf eine Bekämpfung mit Insektiziden im Gartenteich vollständig verzichten. Denn dabei würden auch Fische, Kaulquappen, Libellenlarven und andere Wasserinsekten in Mitleidenschaft gezogen oder sogar getötet.

Bleiben die Schwimmblätter klein und blass oder verfärben sich gelb, wird kein Blütenansatz entwickelt, dann handelt es sich nicht um eine Krankheit oder einen Befall mit Schadinsekten, sondern es herrscht Nährstoffmangel. Dann muss man die Seerosen eventuell noch einmal mit ihren Pflanzkörben aus dem Wasser nehmen und mit einem Langzeitdünger versorgen. Auf keinen Fall sollte das Substrat teilweise gegen gedüngte Erde austauschen oder gar Flüssigdünger ins Wasser geben. Das würde lediglich das Algenwachstum fördern und den Gartenteich in eine grüne Brühe verwandeln. Abgestorbene, verfaulte Schwimmblätter muss man regelmäßig abschneiden und aus dem Becken entfernen. Sonst beginnen sie zu faulen und das Wasser beginnt sich milchig grau durch die an den Abbauprozessen beteiligten Bakterien einzutrüben.

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