Seerosen richtig pflanzen

Ab Mai kann man im Gartencenter oder von Seerosenzüchter Seerosen kaufen und in den Gartenteich setzen. Das Angebot an Seerosen-Sorten ist inzwischen riesengroß. Neben der Blütenfarbe gilt es einige Kriterien zu beachten, um die für den Teich passende Sorte auszuwählen. Neben der Teichgröße ist vor allem die Wassertiefe entscheidend. Nur einige wenige Zwergseerosen kommen für einen Miniteich infrage. Es gibt Seerosen, die mit einer Wassertiefe zwischen 20 und 40cm auskommen, andere, mitteltiefe Sorten gedeihen am besten bei Wassertiefen zwischen 40 und 80cm. Einige große Seerosenarten brauchen dagegen eine Mindesttiefe von 70cm, manche siedeln sich noch in Tiefen über 150cm an. Auch die Wasserfläche, die bereits eine einzelne Seerosenstaude beansprucht, ist von Art zu Art, von Sorte zu Sorte unterschiedlich. Kleinere Seerosen kommen mit rund 1m² oder weniger aus, für die meisten muss man jedoch 2m² einkalkulieren. Die Schwimmblätter brauchen genügend Freiraum, um sich an der Wasseroberfläche in alle Richtungen ungehindert ausbreiten zu können. Werden die Seerosen zu dicht gesetzt oder haben sie zu wenig Wasserfläche zur Verfügung, dann bilden sie zwar jede Menge Blattmasse und die Schwimmblätter schieben sich teilweise übereinander und drängen aus dem Wasser heraus, aber die Blütenbildung wird unterdrückt. Eine erste Orientierungshilfe welche Wassertiefe und Wasserfläche die gut eingeführten Seerosensorten benötigen, bietet die Tabelle in Seerosen-Zuchtsorten.

Seerosen Pflanzen
Seerosen fachgerecht gepflanzt – Foto: H.Fröhlich

Ein weiteres Auswahlkriterium ist die Frage, ob die Seerose unsere niedrigen Wintertemperaturen verträgt oder nicht. Die meisten aus Mitteleuropa und Nordamerika stammenden Seerosenarten und ihre Kultivare sind winterhart und können im Teich bleiben. Nicht so die exotischen Seerosen aus den Subtropen und Tropen, sie müssen im Spätherbst in ein geschütztes Winterquartier umgesiedelt werden. Außerdem gibt es Sorten, zu meist blau blühende tropische Vertreter, die nachts ihre Blüten öffnen. Andere blühen tagsüber für wenige Stunden, aber über mehrere Monate lang. Viele Arten haben aber eine sehr begrenzte Blütezeit von wenigen Tagen.

Seerosen werden nicht direkt in den Teichgrund gepflanzt, sondern in einen Pflanzkorb, den man dann in der geeigneten Wassertiefe exponiert. Die meisten Seerosen kann man bereits angezogen in einem Container mit dem passenden Substart und Langzeitdünger kaufen. Spätestens, wenn nach einigen Jahren die Seerose zu groß geworden ist und ausgelichtet oder geteilt werden muss, muss man selbst den passenden Pflanzkorb wählen. Neben der Größe der Seerose ist daher vor allem der Wurzeltyp entscheidend. Seerosen mit einem knollenartig verdickten Wurzelstock benötigen einen schmalen, aber tiefen Pflanzkorb; Seerosen mit einem rhizomartigen Wurzelstock dagegen einen flachen, aber breiteren Korb.

Der Pflanzkorb muss mehrere Jahre unbeschadet überstehen und sollte daher aus einem unverrottbaren Plastikmaterial bestehen. In den Korb legt man zunächst ein Stück saubere, grobe Jute oder Sackleinen, damit die Pflanzerde später nicht ins Wasser ausgeschwemmt wird. Als Pflanzsubstrat wird ein Gemisch aus Lehm und Sand gewählt und ein Langzeitdünger (Hornspäne, Knochenmehl oder Düngerkügelchen) zugeführt, der die Seerose im ersten Jahr mit den notwendigen Nährstoffen versorgt.

Seerosen mit einem rhizomartigen Wurzelstock haben einige kräftigere Wurzeln, mit denen sie im Boden Halt suchen, während die vielen, haarfeinen Wurzeln der Aufnahme der Nährstoffe dienen. Wenn die Pflanzenwurzeln im Gartenbetrieb noch nicht zugeschnitten worden sind oder sie beim Versand oder Heimtransport Schaden genommen haben, dann schneidet man mit einem sauberen, scharfen Messer alle abgestorbenen oder abgeknickten Blätter und die älteren, braunen Wurzeln ab. Die jüngeren, hellen Wurzeln werden auf eine Länge von etwa 10cm eingekürzt. In ähnlicher Weise geht man bei Seerosen vor, die kein Rhizom bilden, sondern einen knollenartig verdickten Wurzelstock haben.

Seerosen-Pflanze
Seerosen-Pflanze – Foto: H.Fröhlich

Das Rhizom der Seerosen wird flach auf den zu 2/3 mit dem Substratgemisch gefüllten Pflanzkorb ausgebreitet. Dann wird soweit mit dem restlichen Substart aufgefüllt, dass die Augen der Schösslinge noch aus der Erde ragen. Dann hebt man die Seerose noch einmal etwas an, damit sich auch die letzten Lücken zwischen den Wurzeln mit Erde füllen und keine Luftblasen übrig bleiben. Seerosen mit einem kurzen, verdickten Wurzelstock ohne Rhizom werden stattdessen senkrecht in das Pflanzsubstart gesetzt und bis zur Basis der Triebe mit dem Lehm-/Sandgemisch bedeckt. Die Erde wird dann nochmals fest angedrückt und, falls nötig, etwas weiter aufgefüllt.

Pflanzkorb und Substratgemisch sollten nun schwer genug sein, dass das Ganze am Teichgrund bleibt und nicht an die Oberfläche auftreibt. Hält man Fische im Teich, dann sollte man das Substrat zusätzlich mit einer Kiesschicht bedecken, um ihnen ihre Leidenschaft zur Wühlarbeit zu vergällen.

Die neu gepflanzten Seerosen exponiert man nun nicht gleich in der für sie später geeigneten maximalen Wassertiefe, sondern gewöhnt sie erst schrittweise daran. Dazu setzt man den Pflanzkorb mit der Seerose zunächst in den Flachwasserbereich, sodass das Substart nur etwa 10 bis 20cm hoch mit Wasser bedeckt ist. Oder man exponiert sie gleich an den endgültig vorgesehenen Platz und füllt das Teichwasser nur soweit auf, dass der Wasserspiegel 10 bis 20cm über dem Pflanzsubstrat liegt. Ist der Gartenteich bereits vollständig mit Wasser gefüllt und ist kein Platz für die Seerose im Flachwasserbereich reserviert, dann bleibt nicht anderes übrig, als unter den Pflanzkorb einige Lagen Ziegelsteine zu legen, damit der Seerose knapp unterhalb des Wassersiegels steht.

Die Seerose kann nun ihre Kraftreserven mobilisieren, um dem schrittweise zu erhöhenden Wasserspiegel mit ihren Blattstielen entgegen zu wachsen, sodass die Schwimmblätter immer an der Wasseroberfläche liegen. Würde man die Seerose dagegen gleich in die maximale Wassertiefe setzten, dann erreicht sie zwar auch irgendwann die Wasseroberfläche, aber sie wird es schwer haben, nicht nur genügend Blattmasse, sondern auch Blüten zu entwickeln.

Für Seerosen, die winterhart sind und im Gartenteich bleiben können, ist die beste Pflanzzeit ab April/Mai. Dann bleibt genug Zeit, dass sie sich während der Sommermonate voll entwickeln können, um der kalten Jahreszeit erfolgreich trotzen zu können. Seerosen, die nicht winterfest sind und im Spätherbst umquartiert werden müssen, setzt man erst dann in den Teich, wenn die Tagestemperatur im Wasser wenigstens 20°C erreicht.

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