Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Geburtshelferkröte liegt in Südwest- bis Mitteleuropa. Sie besiedelt den Norden und Südosten der Iberischen Halbinsel.

Interessanterweise gibt auf der Iberischen Halbinsel eine Schwesterart, die Iberische Geburtshelferkröte (Alytes cisternasii), die sich auf die westliche Hälfte Iberiens beschränkt. Dabei gibt es ein breites Überlappungsgebiet, in welchem beide Arten vorkommen.

In Deutschland besiedelt die Geburtshelferkröte (A. obstetricans) fast ausschließlich die Zentralen Mittelgebirge.

In Südeuropa kommt sie noch bis in Höhenlagen von 2.000 m ü. NN vor.

Lebensraum

Die Geburtshelferkröte besiedelt aufgegebene Steinbrüche, Kies- und Tongruben, von Trockenmauern durchzogenes Kulturland sowie lichte Wälder. Wobei diese Biotope oft weit entfernt vom nächsten Gewässer liegen, in dem die Kaulquappen heranwachsen können.

Lebensraum der Geburtshelferkröte
Dies ist der Lebensraum, eine alte, aufgegebene Tongrube, einer größeren Population von Geburtshelferkröten in Nordrhein-Westfalen
Foto: Weddi, Oedingen Tongrube pano juni 2018, CC BY-SA 4.0

Bei der Paarung und bis zum Ausschlüpfen der Larven aus den Eiern sind die Geburtshelferkröten ja nicht auf Laichgewässer angewiesen.

Größe, Farbe und besondere Eigenschaften

Das Männchen der Geburtshelferkröte wird etwa 4,5 cm lang, das Weibchen wird nur wenig größer

Körperbau

Die Geburtshelferkröte hat einen gedrungenen Körperbau, der Kopf läuft spitz zu. Die Pupillen sind senkrecht gestellt. Das Trommelfell ist kaum sichtbar. 

Die Rückenpartie ist mehr oder weniger dunkelgrau bis bräunlich mit leicht verwaschenen, schwarzen und hellgrauen Flecken.

Außerdem ist die Körperoberseite mit kleinen, runden Warzen besetzt. Oberhalb der Beine ist eine regelrechte, etwas abgesetzte „Kante“ aus größeren Warzen vorhanden.

Auf den Handballen der Füße sind 3 Höcker zu sehen. Die Bauchseite ist schmutzig grau-weiß gefärbt und hat eine gekörnte Struktur. Sie Schwimmflossen zwischen den Zehen sind sehr kurz.

Die Männchen und Weibchen lassen sich kaum voneinander unterscheiden, die Männchen lediglich etwas kleiner und im Sommer an den Eischnüren auf ihrem Hinterleib zu erkennen.

Vermehrung der Geburtshelferkröte

Die Paarungszeit kann sich über mehrere Monate hinziehen und fällt in den Zeitraum zwischen März und September. Das Weibchen kann während dieser Zeit mehrmals ablaichen.

Die Paarung

Bei der Paarung packt das Männchen das Weibchen in der Lendenregion. Sobald die Laichschnüre austreten, rutscht es nach vorne, hält sich am Hals des Weibchens fest und besamt die Eier.

Dann wickelt sich das Männchen die Laichschnüre, die nur wenige, aber relativ große Eier enthalten, um die Unterschenkel der Hinterbeine. 

Entwicklung der Eier

Es trägt nun die Eier, die zunächst hell beige-gelb, später dunkelbraun gefärbt sind, mehrere Wochen lang mit sich herum und sucht dabei auch regelmäßig Pfützen und andere Wasser führende Stellen auf, um die Eier feucht zu halten.

Sobald die Larven aus den Eiern schlüpfen, werden sie endgültig ins Wasser entlassen.  

Geburtshelferkröte mit Eiern
Männchen der Geburtshelferkröte mit noch frischen Eiern, die um die Unterschenkel der Hinterbeine gewickelt sind
Foto: Christian Fischer, AlytesObstetricansMaleWithEggs, CC BY-SA 3.0

Das Männchen kann während dieser Tragzeit sich noch zweimal mit anderen Weibchen paaren und auch deren Eischnüre zusätzlich m die Hinterbeine gewickelt herumtragen.

Kaulquappen

Die Kaulquappen der Geburtshelferkröte erkennt man unter anderem an dem Kiemenloch an der Bauchmitte.

Die Kaulquappen entwickeln sich bis zum Herbst zu voller Größe oder sie überwintern im Larvenstadium, und verlassen dann erst im nächsten Frühjahr das Gewässer.

Nachdem sich die Metamorphose von der Kaulquappe zur Jungkröte vollzogen hat, dauert es noch etwa 1 1/2 Jahre, bis sie geschlechtsreif ist.

Geburtshelferkröten können bis zu 8 Jahre alt werden.