Spitzhornschnecke
Lymnaea stagnalis

Spitzschlammschnecke

Eine Spitzschlammschnecke am Pflanzenstängel der Wasserpest fressend - Foto: Rex, Public Domain

Pflege
Einfach
Zucht
Einfach
Wasserbedingungen
kalkhaltiges Wasser
Winterhart
Ja

Die Spitzhornschnecke, auch Große Schlammschnecke genannt, ist unsere größte einheimische Wasserschneckenart. Wie alle Schlammschnecken ist sie ein Lungenatmer, der zum Lufthohlen an die Wasseroberfläche kommt. Im Winter kann sie unter Eisbedeckung aber auf Hautatmung umstellen. Sie lebt als Weidegänger und raspelt systematisch Faden- und andere Aufwuchsalgen ab. Sie kann aber auch Stücke aus den Wasserpflanzen herausbeißen und damit vor allem an Seerosen und anderen Schwimmblattpflanzen großen Schaden anrichten.

Ihren Laich kann mit Wasserpflanzen oder auch mit Wasservöglen eingeschleppt werden; man sollte aber darauf verzichten, die Spitzhornschnecke bewusst in den Gartenteich einzusetzen. Sie kann sich explosionsartig vermehren, und dann wird man sie nicht mehr los.

Verbreitung und Lebensraum der Spitzhornschnecke

Die Spitzhornschnecke ist in der nördlichen Hemisphäre verbreitet, auch in Europa mit Ausnahme Süditaliens und Südgriechenlands. Sie besiedelt vor allem stehende, aber auch langsam fließende, pflanzenreiche Gewässer. In den Flusstälern kommt sie auch in Überschwemmungszonen und Restwassertümpeln vor. Sie dringt bis ins Brackwasser der Ostsee vor, erreicht dort aber nur Gehäusegrößen von 2 bis 3cm.

Merkmale, Form und Färbung der Spitzhornschnecke

Lymnaea stagnalis, die Spitzhornschnecke, ist unsere größte einheimische Wasserschnecke. Sie gehört zur Familie der Schlammschnecken (Lymnaeidae). Als Lungenatmer muss sie von Zeit zu Zeit zum Luftholen an die Wasseroberfläche kommen. Sie hat ein rechtgewundenes Gehäuse ohne Deckel (Operculum). Im Winter, wenn eine geschlossene Eisdecke über dem Wasser liegt, stellt sie sich von Lungen- auf Hautatmung um und nimmt dann im Wasser gelösten Sauerstoff auf.

Wie alle Süßwasserlungenschnecken hat sie nur ein Paar Fühler; ihre Augen befinden sich an der Basis dieser Fühler. Das Gehäuse ist normalerweise hornfarben und besitzt zwischen 6 und 8 Windungen. Das Gewinde des Schneckengehäuses ist lang und spitz-ahlenförmig ausgezogen, der letzte Umgang mit der Mündung blasenförmig erweitert. Die Gehäusespindel ist streng spiralenförmig gewunden: Wenn man von unten senkrecht in das leere Gehäuse blickt, kann man direkt bis in die Spitze sehen. Die Schale ist jedoch sehr abhängig von den Milieubedingungen.

Wie alle Schlammschnecken gleitet auch die Spitzhornschnecke mit ihrer Fußsohle auf einem Schleimband vorwärts. Dieses Schleimband wird von Drüsen produziert, die sich vorne am Fuß befinden. Sie ist sogar in der Lage, mit der Fußsohle nach oben kopfunter auf der Unterseite des Wasserspiegels hinzugleiten. Dabei sieht man dann, dass sie sich fortbewegt, indem regelmäßige Bewegungswellen von hinten nach vorne über die ganze Fußunterseite laufen.

Diese Schlammschnecken sind Weidegänger, die mit ihrer Raspelzunge, Radula genannt, Algenaufwuchs auf Wasserpflanzen, Steinen und anderen festen Unterlagen abschaben kann. Denn die Radula, die ähnlich wie ein Reibeisen funktioniert, braucht immer ein festes Gegenlager. Die Spitzhornschnecke können Stücke aus weicheren Pflanzenteilen herausbeißen und damit erhebliche Fraßschäden an den Teichpflanzen anrichten. Sie fressen aber auch Aas und den Laich von Fischen und Fröschen.

Die Spitzhornschnecke im Gartenteich

Es kann vorkommen, dass man die Spitzhornschnecke mit an Wasserpflanzen anheftendem Laich in den Gartenteich einschleppt. Man sollte aber tunlichst davon absehen, Spitzhornschnecken bewusst in den Teich einzusetzen, auch wenn sie von Züchtern immer wieder zum Besatz von Garten- und Fischteichen angeboten werden. Anfangs können sie sich als nützlich erweisen, indem sie sich über die Fadenalgen hermachen. Doch dann vergreifen sie sich sehr bald an den Teichpflanzen.

Frisch geschlüpfte Jungschnecken von Lymnaea stagnalis
Frisch geschlüpfte Jungschnecken von Lymnaea stagnalis – Foto: Robikan, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported

Schon der kleine, nur wenige Millimeter große Nachwuchs kann unzählige Löcher in die Seerosenblätter fressen. Wenn überhaupt, dann kommt diese Schlammschnecke nur für sehr große Teiche infrage, wo sie keinen nennenswerten Schaden anrichten kann. Sie ist mehrjährig und überwintert im Schlamm und Mulm am Teichgrund.

Vermehrung der Spitzhornschnecke

Die Spitzhornschnecken sind Zwitter. Eine Selbstbefruchtung ist jedoch äußerst selten. Meist paaren sich zwei Schnecken, wobei eines als Männchen, das andere als Weibchen fungiert. Eine wechselseitige Begattung ist dagegen ziemlich selten zu beobachten.

Laichschnüre der Spitzschlammschnecke
Laichschnüre der Spitzschlammschnecke unter dem Blatt einer Schwimmblattpflanze – Foto: Frank Vincentz, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported

 

Die Eier werden in Form eines wurstförmigen, bis zu 6cm langen Gallertballens abgelegt, meist an der Unterseite von untergetauchten Pflanzenblättern oder an Steinen. Aus den Eiern schlüpfen nach etwa 60 Tagen bereits fertig entwickelte kleine Schnecken. Spitzhornschnecken können sich in den Sommermonaten sehr stark vermehren. Sie sind nach einem Jahr geschlechtsreif. Schneckenfressende Fische wie die Sonnenbarsche oder Schleien kann man in den Teich setzen, um einer Schneckenplage Herr zu werden, aber die ausgewachsenen Spitzhornschnecken sind ihnen zu groß.

Literaturhinweise

COSTA(1991): Pflanzen und Tiere für den Gartenteich. – Falken Verlag, Niedernhausen/Ts.
ENGELHARDT, W.: Was liebt in Tümpel, Bach und Weiher – Kosmos Franckh’sche Verlagshandlung Stuttgart.
FECHTER, R. & G.FALKNER: Weichtiere .- Mosaik Verlag, München.

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