Unke
Bombina spec.

Unken in Europa

Vergleich der Bauchseiten der beiden in Mitteleuropa vorkommenden Unkenarten Rotbauchunke (oben) und Gelbbauchunke (unten) - Foto: Christian Fischer, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported

Pflege
Einfach
Zucht
Mittel
Winterhart
Ja
Besonderheiten
ständig im Wasser

Gelb- und Rotbauchunken kommen nur in einem schmalen Überlappungsbereich quer durch Deutschland gemeinsam vor. Sie stehen unter Naturschutz und dürfen nicht aus ihren natürlichen Gewässern heraus gefangen werden. Wer aber das Glück hat, dass sich Unken am eigenen Gartenteich einfinden, sollte versuchen, sie dort zu halten. Voraussetzung ist eine breite Flachwasserzone von 15 bis 290cm Tiefe, die wenigstens teilweise pflanzenfrei sein und einen schlammig-sandigen Boden haben sollte.

Sie können nicht mit größeren Fischen oder Molchen zusammen gepflegt werden, wohl aber mit kleinen Fischarten und anderen Froschlurchen. Unken gehören zu den heimischen Froschlurchen, die noch spätestens bis in den August hinein ablaichen können. Jedes Weibchen kann mehrmals ablaichen, die Weibchen einer Population laichen zu verschiedenen Zeiten ab. Mit dieser Fortpflanzungsstrategie haben die Unken eine gute Überlebenschance auch in ihren kleinen, oft von Austrocknung bedrohten Gewässern.

Verbreitung und Lebensraum der Unken

Im mitteleuropäischen Raum gibt es zwei Unkenarten: Die Gelbbauchunke Bombina variegata ist vom Zentrum Mitteleuropas bis in Teile Südosteuropas verbreitet. Sie fehlt in der Norddeutschen Tiefebene, auf der Iberischen Halbinsel, den Britischen Inseln und in Skandinavien. Die Gelbbauchunke kommt auch im Gebiet der Alpen vor und wird deshalb auch Bergunke genannt. Weiter südlich wird die Nominatform in Italien südlich der Poebene von der Unterart Bombia variegata pachypus, auf dem Balkan von den beiden Subspecies B.v.scabra und B.v.kolombatovici abgelöst.

Gelbbauchunken kommen in Deutschland in Kleingewässern aller Art vor, vorzugsweise in stehenden Kleingewässern mit einem sandig-schlammigen Untergrund, auch falllaubreiche Waldtümpel und selbst in mit Wasser gefüllte Wagenspuren auf Feld- und Waldwegen. In fließenden Gewässern kommen sie allerdings nicht vor, und in mit Molchen und Molchlarven besetzten Gewässern wird man sie auch vergeblich suchen.

Die Rotbauchunke Bombina bombina stellt ähnliche Ansprüche an ihren Lebensraum wie die Gelbbauchunke, sie kommt aber vor allem im östlichen Teil Mitteleuropas bis weit ins westliche Asien und nördlich bis Dänemark vor. Dort wo sich das Verbreitungsgebiet beider Arten überlappt, besiedelt die Rotbauchunke vor allem Gewässer im Flachland. Sie wird deshalb auch Berg- oder Tieflandunke genannt. Obwohl die Rotbauchunke ein viel größeres Verbreitungsgebiet als die Gelbbauchunke hat, bildet sie keine regionalen Unterarten.

Merkmale, Form und Färbung der Unken

Die Unken gehören zu der stammesgeschichtlich alten Familie der Scheibenzüngler (Discoglossidae), zu der auch die Geburtshelferkröte zählt. Sie sind also keine Kröten im engeren Sinn wie die Kreuz- und die Erdkröten. Gelb- und Rotbauchunken werden etwa 4 bis 5cm lang; sie haben einen relativ flachen Körperbau mit seitlich abstehenden Beinen. Der Rücken ist unauffällig graubraun bis oliv-grünlich mit zahlreichen kleinen Warzen. Jede dieser Warze hat oben eine Pore, bei den Männchen außerdem einen kleinen Stachel. Rot- und Gelbbauchunken lassen sich vor allem an der Färbung der Bauchseite unterscheiden. Der Bauch der Gelbbauchunken ist gelblich bis gelb-orange gefärbt mit einigen größeren schwarz-gräulichen bis schwärzlich-blauen Flecken. Die gelben Hautpartien sind zusätzlich mit wenigen sehr kleinen schwarzen Punkten, die schwarzen Felder mit winzigen gelben Punkten besetzt.

Die Fingerspitzen der Gelbbauchunke sind gelblich bis orange gefärbt, während sie bei der Rotbauchunke einheitlich dunkel sind. Die Bauchseite der Rotbauchunke hat größere, ausgedehnte schwarze Felder mit zahlreichen weißen Pünktchen. Dazwischen sind leuchtend orange-Farben bis orange-rote Flächen zu sehen. Die Rotbauchunke hat auch etwas kürzere Hinterbeine und einen schmaleren Kopf als die Gelbbauchunke. Beide Arten haben eine herzförmige Pupille.

Pflege der Unken im Gartenteich

Beide Unkenarten gehören zu den streng geschützten Amphibienarten und dürfen nicht aus ihren natürlichen Gewässern herausgefangen und in den eigenen Gartenteich gesetzt werden. Finden sie sich aber per Zufall, wie auch immer, im Gartenteich ein, dann darf man sie auch nicht daraus verdrängen. Das ist aber auch weiter kein Problem, sondern ein echter Glücksfall, wenn man diese selten gewordenen Froschlurche pflegen und beobachten kann.

Sie stören auch nicht durch ein nächtliches Froschkonzert. Die Männchen lassen ihre glockenhellen, zarten Unkenrufe nur während der Paarungszeit in den Dämmerungs- und frühen Nachtstunden erklingen. Sie lassen sich gut mit anderen Froschlurchen, ebenso mit klein bleibenden Fischarten vergesellschaften, aber nicht mit Molchlarven, die den Larven der Unken schnell den Garaus machen würden.

Unken können oft stundenlang mit ausgestreckten Beinen regungslos dicht unter der Wasseroberfläche ausharren. Durch ihren dunkel graubraunen Rücken sind sie von oben gegen den schlammig-sandigen Gewässergrund der Flachwasserzone kaum auszumachen. Werden sie z.B. von Vögeln in die Enge getrieben und fühlen sich angegriffen, dann werfen sie sich auf den Rücken, um den Angreifer mit ihrer leuchtend gelben oder rotornagen Färbung abzuschrecken.

Unken ernähren sich vor allem von Anflugnahrung, z.B. Mücken, die auf der Teichoberfläche landen, aber auch von Würmern, im Wasser lebenden Insektenlarven oder anderen Kleinlebewesen. Ihre Larven lassen sich mit gesiebtem Brennnessel- oder Spirulina-Algenpulver füttern.

Vermehrung der Unken

Die Fortpflanzungszeit reicht bei beiden Unkenarten von April bis in den Spätsommer. Das Männchen umklammert das Weibchen in der Lendengegend -ähnlich wie man es von Erdkröten kennt. Die Weibchen werden zu verschiedenen Zeiten laichbereit. Jedes Weibchen kann aber auch mehrmals ablaichen. Auf diese Weise gibt es den ganzen Sommer über immer wieder Larven. Das ist offensichtlich eine Anpassung an die häufig austrocknenden Kleingewässer, die die Unken besiedeln. So gehen wenigstens nicht alle Nachkommen einer Generation verloren.

Das Kiemenloch der Unkenlarven liegt auf der Bauchseite. Die Larven von Rot- und Gelbbauchunken lassen sich an der Form ihres Mundfeldes unterscheiden. Das Mundfeld ist von einer Reihe kleiner Warzen umgeben. Bei geschlossenem Mund hat dieses Feld bei den Rotbauchunken eine dreieckige Form, bei den Gelbbauchunken ist das Mundfeld dagegen elliptisch rund.

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