Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Knoblauchkröte reicht im Westen von der französischen Rheinseite östlich bis zum Ural und zum Aral See. In Mitteleuropa ist diese Krötenart selten geworden, in Ostdeutschland ist sie häufiger.

In Südbayern und in einigen Regionen im Westen Deutschlands fehlt sie völlig. Die Knoblauchkröte ist gemäß den FFH-Richtlinien der EU und dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt.

Lebensraum

Eigentlich ist die Knoblauchkröte ein Bewohner offener Steppenlandschaften, wo sie sich im lockeren, sandigen Boden eingraben kann.

Typischer Lebensraum der Knoblauchkröte
Im Bild ein halbwegs natürlicher Lebensraum der Knoblauchkröte, hier kann sie sich in den trocknen und lockeren Sandboden eingraben
Foto: Michael Linnenbach, Knoblauchkröte Lebensraum, CC BY-SA 3.0

Da solche Lebensräume in Deutschland selten sind, lebt sie bei uns häufig auf offenen Ackerflächen. Dort fällt sie allerdings oft dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zum Opfer.

Typische Laichgewässer

Als Laichgewässer nutzt die Knoblauchkröte kleinere stehende oder sehr langsam fließende Gewässer in sandreicher, offener Umgebung. Solche Laichgewässer sind aber durch Entwässerung, Schadstoffeintrag oder Zuschütten ebenfalls rar geworden.

Knoblauchkröte als Kulturfolger

Da natürliche Lebensräume für die Knoblauchkröte in Deutschland oft fehlen, ist sie zum Kulturfolger geworden und besiedelt ersatzweise landwirtschaftlich genutzte und brachliegende Flächen, dringt aber auch bis auf die Freiflächen in den Städten, in Abbaugebiete z.B. des Braunkohletagebaus und in Gärten vor.

Haben sich Knoblauchkröten in einem Garten mit Freiflächen aus Sand oder lockerem Erdreich angesiedelt, dann werden sie auch einen Tümpel oder Teich, falls es solche Wasserstellen im Garten gibt, als Laichgewässer nutzen.

Größe, Farbe und besondere Eigenschaften

Die Knoblauchkröte gehört zu den kleineren Vertretern unserer einheimischen Krötenarten. Die Männchen werden bis zu 6,5 cm lang, die Weibchen bis 8 cm.

Körperbau und Erscheinung

Die Körperform ist gedrungen, der Kopf relativ kurz und konvex.

Auffallend ist eine buckelförmige Erhebung am Hinterkopf hinter den Augen. Diesen Buckel braucht die Knoblauchkröte, wenn sie sich in den Sand oder einen anderen lockeren Boden eingräbt, um die Bodenpartikel wegzuschieben.

Ebenso wie die kurzen, aber kräftigen Beine, mit denen sie sich rückwärts eingräbt.

Dazu dient auch eine große, verhornte, gelb-braun gefärbte Grabschaufel mit einer scharfen Schneide auf der Hinterfußseite vor dem kleinsten Zeh.

Die Körperfärbung ist hell oder eher dunkel oliv-grünlich bis braun mit unregelmäßigen Flecken auf dem Rücken. Dazwischen können auch ganz kleine, rote Flecken eingestreut sein.

Charakteristisch für die Krötenart ist aber vor allem die helle Mittellinie auf dem Rücken.

Helle Mittellinie
Typisch für Knoblauchkröten ist – wie hier bei einem Weibchen – das mehr oder weniger zickzackförmig verlaufende helle Muster entlang der Mittellinie auf dem Rücken

Das Trommelfell ist nicht sichtbar und es gibt auch keine Schallblasen.

Die Männchen haben eine große, ovale Drüse auf dem Oberarm. Füht es sich in die Enge getrieben oder angegriffen, dann stößt es aus der Drüse ein intensiv nach Knoblauch riechendes Sekret aus ? daher der deutsche Name Knoblauchkröte. Die Bauchseite ist mehr oder weniger schmutzig bis grau-weiß gefärbt, manchmal gibt es zusätzlich Flecken oder Sprenkel.

Knoblauchkröten sind außerhalb der Paarungszeit nachtaktiv und halten sich tagsüber verborgen, indem sie sich in den lockeren Boden eingraben. In heißen, trockenen Perioden im Sommer können sie auch einen regelrechten Sommerschaf halten. Die Knoblauchkröte ist bei nicht zu trockenem Wetter und Temperaturen zwischen 5 und 20oC aktiv.

Die Knoblauchkröte ist zwar eine relativ kleine, einheimische Krötenart, ihre Kaulquappen sind aber um ein Vielfaches größer als die aller anderen Kröten und Frösche, wie der Vergleich zwischen den fast ausgewachsenen Larven der Erdkröte und der Knoblauchkröte zeigt:

Kaulquappen der Knoblauchkröte
Größenvergleich zwischen fast ausgewachsenen Kaulquappen der Knoblauchkröte (oben) und der Erdkröte (unten im Bild)
Foto: Original:Christian Fischer. Bild-Nachbearbeitung: Rainer Zenz., Kaulquappen-3, CC BY-SA 3.0

Die Kaulquappen der Knoblauchkröte erreichen eine Körperlänge von bis zu 17,5 cm.

Vermehrung

Die Paarungszeit fällt in den Zeitraum zwischen April-Anfang und Ende Mai.

Der Balzruf des Männchens ist ein kräftiges „wock wock wock„, und nach einer kurzen Pause wird der Lockruf wiederholt. Manchmal ruft das Männchen sogar unter Wasser.

Das Männchen klammert sich bei der Paarung mit seinen Vorderbeinen in der Lendenregion des Weibchens an. Das Weibchen legt eine dicke, aber kurze Laichschnur ab.