Ansprüche der Molche an den Gartenteich

Erwachsene Molche halten sich tagsüber in der unmittelbaren Umgebung versteckt, werden erst in der Dämmerung aktiv und gehen dann auf Nahrungssuche. Als Unterschlupf und Rückzugsmöglichkeit müssen wir ihnen daher geeignete Versteckmöglichkeiten in Ufernähe bieten. Diese nutzen Molche meist auch als Quartier zum Überwintern.

Den Teich suchen sie vor allem im Frühjahr zur Fortpflanzungszeit auf, wo sie dann einige Wochen verbringen, um nach einer Eingewöhnungsphase im Wasser mit der Balz, Paarung und Eiablage zu beginnen. Die Eier werden meist einzeln vom Molch-Weibchen an Unterwasserpflanzen abgelegt und sich dann selbst überlassen. Wichtig ist es deshalb, dass ein Teil der Flach- und Tiefwasserzone im Gartenteich mit dafür geeigneten Unterwasserpflanzen bewachsen ist.

Einige Molcharten verbringen darüber hinaus auch längere Zeit im Gartenteich: Bergmolche, die teilweise auch nach dem Ablaichen im Wasser bleiben und manchmal ganz zu einer rein aquatischen Lebensweise übergehen. Marmormolche, deren Larven auch nach der Umwandlung vom Kiemen- zum Lungenatmer noch einige Wochen im Wasser bleiben, bevor sie zum Landleben überwechseln.

Da die erwachsenen Molche Lungenatmer sind, müssen sie auch im Teich von Zeit zu Zeit an der Wasseroberfläche auftauchen und Luft einatmen. Ein Teil der Wasserfläche sollte deshalb frei von Schwimmpflanzen bleiben.

Die aus den Eiern schlüpfenden Molchlarven sind dagegen ähnlich wie Fische Kiemenatmer, d. h. sie brauchen einen möglichst sauberes und Sauerstoff reiches Wasser.

Molcharten

Die Uferzone gestalten

Die Uferzone sollte vor allem so flach wie möglich ansteigen. Das erleichtert den Molchen den Wechsel von Land zu Wasser und umgekehrt.

Wo dies nicht möglich ist, z.B. weil eine steil aufragende Kapillarsperre, der hochgezogene Rand eines Fertigteiches oder die über die Wasserfläche hinausragende Teichfolie den Weg ins Wasser erschweren, sollte man für Ein- und Ausstiegshilfen sorgen:

  • ein flach ansteigendes Holzbrett, welches von der Fachwasserzone aus bis über den Teichrand hinausreicht.
  • eine am Teichrand eingehängte Ufermatte, die wenigstens teilweise mit flachen Polster- und Teppichpflanzen bepflanzt ist. Bewährt haben sich dazu z. B. das Pfennigkraut (Lysimachia nummulara) und Moose.
  • ein oder zwei größere, flache Steine, die in der Flachwasserzone liegen und direkt an den Teichrand stoßen.

Solche Ein- und Ausstiegshilfen kommen auch Kröten, Fröschen und anderen amphibisch lebenden Tieren zugute. Igel und andere Kleinsäuger, die ins Wasser gefallen sind, können über die Ausstiegshilfe wieder ans rettende Ufer gelangen.

Molche haben wie andere Amphibien auch einige Feinde – Raubvögel, Marder, Waschbären, Katzen u.a. Daher sollte die Ein- und Ausstiegshilfe immer etwas versteckt liegen und von oben nicht einsehbar sein, z. B. im Schatten einiger Uferpflanzen. 

Flachwasserzone für Molche

Die Flachwasserzone von Fertigteichen und meist auch bei Folienteichen ist oft viel zu schmal und fällt über eine Stufe steil in die Tiefenzone ab. Das ist nicht amphibiengerecht!

Molche und auch Frösche brauchen eine möglichst breite, ausgedehnte und langsam abfallende Flachwasserzone.

Denn:

  • wenn die Molche im Frühjahr aus der Winterstarre erwachen und zur Fortpflanzungszeit das Wasser aufsuchen, müssen sie sich erst langsam wieder an die aquatische Lebensweise gewöhnen. Dazu verharren sie in der ersten Zeit im flachen Wasser und halten sich dabei möglichst in der Nähe schützender Teichpflanzen auf. Hilfreich ist auch der im Flachwasser nur kurze Weg zur Wasseroberfläche, wenn die Molche zum Luftholen auftauchen müssen.
  • In der Flachwasserzone des Gartenteiches erwärmt sich im Frühjahr das Wasser viel schneller als in der Tiefenzone. Die Molche kriechen zwar schon bei Temperaturen von 6 bis 8 °C aus ihrem Winterquartier ins Wasser, richtig aktiv werden sie aber meist erst bei Wassertemperaturen von 10 °C und mehr.
  • Auch die Molchlarven suchen gerne das flache Wasser auf, um sich aufzuwärmen oder dort auf Nahrungssuche zu gehen. Die Flachwasserzone sollte teilweise bepflanzt sein, am besten mit einigen Teichpflanzen der Riedzone, die über die Wasseroberfläche hinauswachsen und einem lockeren Polster aus feingefiederten, weichen Unterwasserpflanzen, z. B. Hornkraut (Certaophyllum), Tausendblatt (Myriophyllum) oder einem Laichkraut (potamogeton).

Die Flachwasserzone sollte zwischen den Teichpflanzen einige freibleibende Bereiche behalten. Als Bodengrund dient dort ein sauberes, feinkörniges Substrat aus hellem Sand oder Feinkies. Darauf lassen sich die Molche und Molchlarven gut vom Ufer aus beobachten.

Um den Molchen genügend Futter bieten zu können, sollte man die Flachwasserzone mit einer Hundertschaft Wasserflöhe oder einer Portion Tubifex „animpfen“. Beides bekommt man im Zoogeschäft. 

Tiefwasserzone des Molchteiches

Ist auch die Tiefenzone teilweise dicht bepflanzt, dann ist Wasser in der Regel sauerstoffreich und sauber, sodass auf eine Teichpumpe verzichtet werden können. Denn Molche mögen in der Regel kein stark strömendes, unruhiges Wasser.

Wichtig sind auch in der Tiefwasserzone einige Stränge von Unterwasserpflanzen, die bis an die Wasseroberfläche reichen und in deren Schutz die Molche zum Luftholen auftauchen können.

Auch einige größere Schwimmblätter von See- oder Teichrose oder auf dem Wasser treibenden Schwimmpflanzen bieten den Molchen Schutz und Schatten. Eher störend ist das dagegen eine dichte „Entengrütze“ aus Wasser- und Teichlinsen.

Als Schattenspender, Sonnenplatz und Sichtschutz vor möglichen Feinden haben sich auch bepflanzte Schwimminseln bewährt, wie sie teilweise schon fertigbepflanzt der Fachhandel bietet.

Umfeld des Molchteiches

Neben der bereits geschilderten Ein- und Ausstiegshilfe brauchen die nachtaktiven Molche genügend Unterschlupf- und Versteckmöglichkeiten, in die sie sich tagsüber, aber auch zur Winterruhe zurückziehen können.

Geeignete Versteckmöglichkeiten sind:

  • Größere Wurzelstücke aus Mangroven – oder Moorkienholz (bekommt man im Aquaristik Fachhandel)
  • Moospolster und dichte Teppiche aus Bodendeckerpflanzen
  • ein Haufen aus locker aufgeschichtetem Totholz
  • Lochgestein z. B. aus Travertin oder Lücken am Fuße einer Trockenmauer

Wichtig ist, dass solche Unterschlupfmöglichkeiten immer auch durch einige größere Pflanzen beschattet und vor Fressfeinden geschützt ist.

Vergesellschaftung der Molche mit anderen Tieren

Wer Molche im Teich hat, sollte auf Teichfische verzichten. Denn selbst an und für sich friedliche Fische wie die Goldfische oder Koi machen Jagd auf kleine Molchlarven, wenn sich ihnen die Gelegenheit dazu bietet. Umgekehrt ernähren sich Molche und auch die größeren Molchlarven gerne von Fischlaich und frisch geschlüpfter Fischbrut.

Das Zusammenleben von Fröschen, Unken und Molchen im Teich gestaltet sich dagegen problemlos – sie ignorieren sich meistens gegenseitig.

Molche und Molchlarven ernähren sich übrigens ausschließlich von tierischer Nahrung, sie sind keine Pflanzenfresser. Man kann sie deshalb auch ohne weiteres mit wertvolleren und selten Teichpflanzen vergesellschaften.

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