Standort für ein Freilandaquarium

Dazu eignet sich vor allem ein Hanggrundstück. Dazu wird das Aquarium so in den Hang eingebettet, dass die Frontscheibe des Aquariums frei bleibt. Oder man setzt es mit zwei im rechten Winkel aufeinandertreffenden Scheiben in den Hang. Dann bleiben die beiden übrigen Scheiben zur Beobachtung frei.

Das Aquarium sollte so angeordnet werden, das die Frontscheibe im Schatten oder wenigstens Halbschatten bleibt. Die Fische orientieren sich im Raum zum einen an der Schwerkraft, zum anderen am Lichteinfall, der im Gewässer ja normalerweise von oben einfällt. Dann schwimmen sie mit der Bauch nach unten im Wasser. Fällt das Licht aber im schrägen Winkel auf das Wasser oder auf die Frontscheibe des Aquariums, dann drehen sich die Fische in ihrer Körperlängsachse etwas zur Seite. Ihre Schräglange entspricht einem Winkel zwischen der senkrechten Achse der Schwerkraft und dem Mittelwert zwischen dem Einfallswinkel des Lichtes auf der Wasseroberfläche und dem Einfallswinkel des Lichtes durch die Frontscheibe des Aquariums. Bei sehr tiefstehender Sonne nehmen der Fische dann fast eine 45°-Schräglage ein. Sehr schön lässt sich dies bei besonders hochrückigen oder langflossigen Fischen wie dem Skalar beobachten. Dann gerät ihre räumliche Orientierung durcheinander und die Fische sind kaum in der Lage gezielt in eine bestimmte Richtung zu schwimmen und ihre Beute zu ergreifen. Deshalb ist es wichtig, dass die Frontscheibe des Aquariums im Tagesverlauf nicht dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt ist.

Das Freilandaquarium aufstellen

Angenommen das Aquarium hat eine Länge von 200cm, eine Tiefe von 50cm und eine Höhe von 60cm. Dann muss man den Hang, dort wo das Aquarium eingebettet werden soll, in einer Breite von ungefähr 240cm, einer Tiefe von 70cm und in der Höhe 85cm abgraben. Der Boden wird nun mit einer Kelle eingeebnet und unter Zuhilfenahme einer Wasserwaage sorgfältig exakt horizontal ausgerichtet.

Auf diesen Boden kommt zunächst ein Holzgestell, welches aus Balken und Dachlatten gezimmert worden ist. Dabei muss sich das Holzgestell passgenau in den Hangaushub einfügen lassen. Hat das Aquarium stattdessen einen quadratischen Grundriss, dann kann man stattdessen auch eine entsprechend große Holzpalette verwenden. Das Holz muss gegen die Bodenfeuchtigkeit imprägniert werden. Der Holzboden wird in den Hangaushub gelegt und die exakt horizontale Position wiederum mit der Wasserwaage kontrolliert.

Dann werden die Lücken und Zwischenräume mit feinem Sand aufgefüllt. Nun kommt eine etwa 10mm dicke Styroporplatte zwischen Holzgestell und Aquariumboden als Puffer, um Unebenheiten und auftretende Spannungen im Glasboden auszugleichen. Auch zwischen die Seitenwände, die Rückwand und den Hangaushub werden solche Styroporplatten senkrecht eingefügt werden.

Zur Stabilisierung des Hangs wird in den verbliebenen Freiraum zwischen Styroporplatten und Hangwand leichtes, kleines Tuffgestein eingefüllt. Solche Tuff-Elemente haben ein geringes Eigengewicht und sind auch leicht zu bearbeiten. Stattdessen kann man auch imprägnierte Holzpalisaden dazu verwenden.

Die Lücken werden mit Bausand aufgefüllt. Um ein Abrutschen der Erdschichten zu vermeiden, darf die Hangneigung höchstens 65° betragen.

Auf die freilegenden Glaskanten des Aquariums werden mit Silikon Kunststoffprofile in Holzoptik aufgeklebt, die man sich im Baumarkt passgenau zuschneiden lassen kann. Dann ist das Glas hinreichend vor mechanischen Beschädigungen geschützt.

Die Filterung des Wassers

Um das Wasser sauber zu halten und zu reinigen, ist ein Bodenfilter besonders geeignet. Das Aquarienwasser wird dabei durch das Bodensediment gesaugt und bereits durch die im Substrat lebenden Mikroorganismen biologisch gereinigt.

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Will man im Aquarium Warmwasserfische aus den Tropen pflegen, dann verlegt man unter die Siebplatte zusätzlich eine Bodenheizung.

Das Aquarium kann dann wie üblich mit einigen Moorkienwurzeln, standsicheren Steinaufbauten und Wasserpflanzen eingerichtet werden. Da das Freilandaquarium keine Abdeckhaube hat und nach oben offen ist, kann es ähnlich wie ein Palludarium mit einigen Pflanzen besetzt werden, die über die Wasseroberfläche hinauswachsen. Dazu eignen sich beispielsweise das blau blühende Hechtkraut, die Schwanenblume mit ihren rosafarbenen Blütenständen und Zyperngras.

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Zusätzlich kann man eine Zwerg-Seerose in das Becken setzen, die mit ihren Schwimmblättern, die Wasserfläche später etwas abschattet. Dazu eignen sich auch Schwimmpflanzen wie die Wasserhyazinthen und Muschelblumen.

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Vom umliegenden Ufer her lässt man Pfennigkraut mit seinen langen Trieben in das Aquarium hineinwachsen. Zusätzlich wird das Aquarium mit einer Membranpumpe, Silikonschlauch und Ausströmerstein feinperlig belüftet, um die Sauerstoffversorgung für die Fische sicherzustellen.

Das Freilandaquarium im Winter

Zumindest während der warmen Jahreszeit können die Fische die Sommerfrische genießen. Im Herbst müssen alle, auch die einheimischen Kaltwasseraquarium in ein Winterquartier im Haus umziehen.

Eine Überwinterung im Freilandaquarium ist nicht möglich. Das Aquarium wird anschließend vollständig geleert und trockengelegt. Sämtliche Pflanzen und Aufbauten, das Bodensubstrat und alle technische Installationen werden entfernt. Dann wird das Aquarium oben und an der Frontscheibe mit Styroporplatten frostsicher verpackt.

Inhaltsempfehlungen zum Freilandaquarium

Literaturhinweis

STADELMANN,P. (2000): Fische für den Gartenteich, Praxis Freilandaquarium (Gräfe & Unzer Verlag München), S.30-31.

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