Das Kiesbeet

Trockene Kiesbeete kommen immer mehr in Mode. Man sieht sie als Dränstreifen an Hauswänden entlang oder als Kiesschüttungen unter Gebäudevorsprüngen, aber auch als Flachdächer mit und ohne extensiver Dachbegrünung. Unkraut kommt kaum hoch und bei richtiger Auswahl der Pflanzen ist der Pflegeaufwand äußerst gering.

Natürliches Kiesbeet
Natürliches Kiesbeet, Donauversickerung bei Immendingen – Foto: Drombalan, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported

Das feuchte Kiesbeet

Es gibt auch die Variante ‚Feuchtes Kiesbeet‘. Man kann sie entlang von Sumpfzonen, Bächen oder Teichen anlegen. Natürlich und stilecht sieht das dann aber in den wenigsten Fällen aus. In der Natur kommen solche feuchte Kiesbänke eigentlich nur in Wildbächen und Gebirgsflüssen, in denen sich dann, wenn das Gewässer stromab etwas breiter wird, im Stillwasserbereich Kiesbänke ablagern.

Auch oberhalb der Geröllbrandungszone größerer Seen lagern sich während der Herbststürme und bei Hochwasser auf der Uferbank große Kiesflächen ab. Ein bekanntes Beispiel ist die Donauversickerung bei Immendingen. Innerhalb weniger Meter versiegt das Donauwasser vollständig im Untergrund und tritt erst nach 12 km unterirdischem Lauf an der Aachquelle wieder zutage. Unterhalb der Versickerungsstelle ist das Donaubett über mehrere Hundert Meter eine zusammenhängende Kiesbank. Doch auch hier reicht die Zeit von Oktober bis etwa März, in der die Donau trocken liegt, nicht aus, dass sich hier Pflanzen auf Dauer ansiedeln können.

An einem kleinen Weiher oder entlang eines Wiesenbaches wird man ein solches Kiesbeet jedoch nie sehen. Dazu sind Wellenschlag und die Strömungsverhältnisse viel zu gering, um derartige Kiesmengen zu transportieren und an anderer Stelle wieder abzulagern.

Stabile Kiesbank mit lückenhaftem Bewuchs in der Isar oberhalb von Vorderrhiß
Stabile Kiesbank mit lückenhaftem Bewuchs in der Isar oberhalb von Vorderrhiß – Foto: SteveK, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported

Erst wenn solch eine Kiesbank für wenigstens ein Jahr nicht mehr dauerhaft überflutet wird, sondern bestenfalls unterirdisch durchflossen wird, kann sich eine für solche Kiesflächen typische Ruderalflora entwickeln.

Im Garten kann man eine solche Kiesfläche natürlich viel leichter stabil halten und dauerhaft bepflanzen. Hier kann es eher Probleme bereiten, das Kiesbeet feucht zu halten, ohne dass das Substrat überflutet wird.

Wo ein Kiesbeet anlegen?

Riesige Steinbarrieren auf dem Teichrand oder in den Flachwasserzonen, die mit Kies zugeschüttet werden, wie man es oft sieht, sind eigentlich völlig fehl am Platz und wirken unnatürlich. Wind und Wellenschlag über solch einer kleinen Wasserfläche werden nie ausreichende, solche Kies- und Steinareale am Ufer aufzuwerfen.

Viel natürlicher wirkt z.B. eine ‚Donauversickerung im Kleinen‘: An einen Filtergarben, der dicht mit Repositionspflanzen besetzt ist und die Schwebstoffe und Ablagerungen aus dem Gartenteich zurückhält, schließt man ein Kiesbeet an, in dem das Wasser versickert und dann nach einigen Meter wieder zutage tritt und dann wieder in den Teich zurückfließt. Oder man legt an einer Außenkurve eines künstlichen Bachlaufs, dort wo auch in einem natürlichen Bergbach die Strömung am schwächsten wäre, ein ein bis zwei Meter breites Kiesbeet an.

Die meisten Pflanzen, die sich für ein solches Kiesbeet eignen, sind zwar kalktolerant bis kalkliebend, man sollte aber als Kies ein möglichst kalkfreies Ausgangsgestein wählen, sonst reichert sich auch im anschließenden Teich das Wasser zu sehr mit Kalk an, die Calicum-Härte steigt und eine Algenblüte wäre irgendwann die Folge.

Das Areal, in dem das Kiesbeet angelegt werden soll, sollte wenigstens ein geringes Gefälle aufweisen, damit das Wasser sich nicht im Untergrund staut, sondern langsam abfließen kann. Zunächst wird ein flacher Graben ausgehoben und mit Teichfolie ausgekleidet. Dann füllt man den Graben zur Hälfte mit einem Gemisch aus Lehm und Humus auf und deckt es schließlich mit mehreren Lagen von Kies mittlerer bis grober Korngröße ab.

Pflanzen im Kiesbeet

Ein Kiesbeet wirkt nur dann natürlich und harmonisch, wenn sowohl der Kies als auch die Pflanzen zur Geltung kommen. Große Stauden setzt man als Solitärpflanzen in das Kiesbeet und lässt ringsum um die Pflanze eine breite Zone von unbepflanztem Kies stehen; kleine, Polster bildende Pflanzen lässt man über größere Steine oder Holzwurzeln kriechen. Alle Pflanzen sollten einen gepflegten Eindruck machen. Verblühte, verwelkte oder abgebrochene Pflanzenteile darf man nicht auf dem Beet liegen lassen. Es lässt sich kaum vermeiden, dass sich immer wieder Erde oder Sand auf und zwischen dem Kies absetzt. Deshalb muss der Kies ab und zu mit einem scharfen Wasserstrahl saubergespritzt werden. Damit sich der Boden unterhalb der Kiesschicht, in dem die Pflanzen wurzeln, nicht unnötig verdichtet, sollte man das Kiesbeet so wenig wie möglich betreten. Stattdessen kann man einige größere Trittsteine quer oder diagonal zur Längsrichtung in das Kiesbeet einbetten.

Für ein feuchtes Kiesbeet eignen sich vor allem folgende Pflanzen (in alphabetischer Reihenfolge):

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  • Blutweiderich Lythrum salic.
  • Chinaschilf Miscanthus sinensis
  • Dreimasterblume Tradescantia spec.
  • Gelenkblume Physostegia virginiana
  • Jakobsleiter Polemonium caeruleum
  • Kriechender Günsel Ajuga reptans
  • Lilienfunke Hosta plantaginea
  • Mädesüß Filipendula ulmaria
  • Pfennigkraut Lysimachia nummularia
  • Schachbrettblume Fritillaria maleagris
  • Scharfer Hahnenfuß Ranunculus atris Multiplex
  • Sibirische Iris Iris sibirica
  • Sumpfgarbe Achillea ptarmica
  • Sumpfschwertlilie Iris pseudacorus
  • Sommerprimel Primula florindae
  • Taglilie Hemerocallis citrina
  • Wasserdost Eupatorium cannabium
  • Weißrand-Funkie Hosta sieboldii

Pflegeaufwand für das Kiesbeet

Der Pflegeaufwand für solch ein feuchtes Kiesbeet ist relativ gering. Im Jahresverlauf fallen folgende Arbeiten an:

Im Frühjahr (März bis Mai) schneidet man die Blätter der Irisgewächse, von Chinaschilf und Waserdost ab. Dann werden das Unkraut und das Falllaub entfernt, die größeren Steine spritzt man eventuell mit Wasser ab. Falls irgendwo Kies fehlt oder der Kies in die darunterliegende Erdschicht abgesunken ist, muss man solche Stellen mit Kies wieder auffüllen. Anschließend werden die Pflanzen mit einem Flüssigdünger gedüngt.

Im Sommer (Mai bis August) werden die Triebe ausläuferbildender Pflanzen wie dem Kriechender Günsel oder vom Pfennigkraut gestutzt, damit sie Kies und Steine nicht völlig überwuchern. Primeln und Schafgarbe kann man nach der Blüte zurückschneiden. Bei länger anhaltender Trockenheit muss man die Bodenfeuchtigkeit kontrollieren und eventuell das Kiesbeet zusätzlich wässern.

Im Herbst (August bis November) kann man den Blutweiderich, die Tradescantien und die Gelenkblume zurück schneiden, die anderen Stauden lässt man den Winter über stehen. Das Herbstlaub, wird sobald es trocken ist, abgefegt oder mit einem schwachen Laubgebläse entfernt.

Das Kiesbeet altert

Bei aller Sorgfalt setzt sich das Kiesbeet im Laufe einiger Jahre soweit mit Sediment, Detritus und Mulm zu, dass der Untergrund nicht mehr gleichmäßig durchströmt wird und sich stattdessen Staunässe bildet. Dann hilft es nichts, das Kiesbeet muss ausgeräumt werden. Dann wird es mit einem frischem Humus-Lehm-Gemisch und sauber gewaschenem Kies und Steinen aufgefüllt und wieder neu bepflanzt.

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