Was tun, wenn im Gartenteich die Schnecken zur Plage werden?

Der Schaden, den selbst die größeren Wasserschnecken im Gartenteich anrichten können, hält sich meist in Grenzen. Schaden und Nutzen halten sich in der Regel die Waage. Manchmal kann es aber zu einer nahezu explosionsartigen Vermehrung von Schnecken kommen. Dann gerät das mühsam im Gartenteich aufrecht erhaltene Biologische Gleichgewicht ins Wanken.

Schnecken werden zur Plaage
Schnecken werden zur Plaage – Foto: H. Fröhlich

Wie aber kann man eine solche Schneckenplage eindämmen? Das Verkehrteste was man tun kann, ist der Einsatz von chemischen Schneckengiften, sogenannte Mollusciziden. Die würden nicht nur Schnecken vernichten, sondern auch einen Teil der übrigen Teichfauna stark in Mitleidenschaft ziehen. Ohnehin sind diese Schneckengifte meist nicht für die Anwendung in wässrigem Milieu gedacht.

Schnecken mechanisch entfernen

Eine altbewährte Methode ist immer noch – das wird leider oft vergessen – das mechanische Entfernen der Schnecken aus dem Teich. Größere Schnecken kann man ablesen oder mit einem Kescher abfischen. Kleinere Schnecken lockt man mit Köderfallen an, die man in Ufernähe im Wasser exponiert.

Bekämpfung mit Fischen

Es gibt einige schneckenfressende Fische. Unter den einheimischen Fischarten sind es vor allem die Schleien, die unter dem Schneckenbesatz gründlich aufräumen. Bereits die Jungfische machen Jagd auf kleinere Schneckenarten. Handelt es sich um größere Schneckenarten, dann kann man – je nach Teichgröße – zwei oder mehrere halbwüchsige Schleien einsetzen. Schleien zerdrücken mit ihren Schlundzähnen die Schneckenschalen durch die harte Kauplatte am Schlunddach. Das Geräusch beim Bersten der Gehäuse ist deutlich zu hören. Dann spucken die Fische die Schalenreste aus und schlucken den Weichkörper der Schnecken herunter.

Da Schleien recht groß werden, kommt ihr Einsatz nur in größeren Teichen infrage. Außerdem können sie mit ihrer Wühlarbeit im Teichschlamm am Bodengrund auch so viel im Boden sedimentierte Nährstoffe wieder freisetzen, dass das Teichwasser überdüngt wird und zu kippen droht.

Dieses Problem hat man nicht mit Sonnenbarschen, da sie sich eher in den oberen Wasserschichten aufhalten. Kleinere Wasserschnecken gehören auch bei ihnen zum Beuteschema. Aquarianer kennen sicher weitere exotische Zierfischarten, die zeitweise während der Sommermonate zur Schneckenbekämpfung im Teich eingesetzt werden können, allen voran der Paradiesfisch Macropodus opercularis. Sie sind allerdings nicht winterfest und müssen im Herbst wieder ins Aquarium umquartiert werden.

Weitere Tiere zur Schneckenbekämpfung

Außerdem gehört weicher, gallertiger Schneckenlaich, der an Pflanzen und Steinen haftet, zur Leibspeise von Molchen. Hat man einige Teich- oder Bergmolche im Gartenteich, dann braucht man nicht mehr mit einer Massenvermehrung von Schnecken zu rechnen.

Sehr wirksam zur Schneckenbekämpfung im Teich ist auch der Einsatz von Flusskrebsen. Dabei sollte man aber unbedingt darauf achten, dass es sich um den einheimischen Edelkrebs Astacus astacus handelt und nicht um den Kamberkrebs oder eine andere nordamerikanische Krebsart. Denn die sind Überträger der für unsere einheimischen Krebsarten tödlichen Krebspest. Da beide aber nicht einfach zu unterscheiden sind, bekommt man im Zoofachhandel oft Kamberkrebse als Edelkrebse angeboten. Außerdem muss man darauf achten, dass der Teich ausbruchssicher ist. Krebse können über Nacht bei hoher Luftfeuchtigkeit größere Strecken bis zum nächsten Gewässer zurücklegen und dort großen Schaden anrichten.

Frasspuren an Pflanzen im Gartenteich

Einige Schneckenarten begnügen sich nicht mit Algen und abgestorbenen Pflanzenteilen als Nahrung, sondern gehen auch an einige Teichpflanzen. Bei einem spärlich mit Pflanzen besetzten Gartenteich und einer starken Schneckenplaage können die Pflanzen stark reduziert und beschädigt werden. Daher sollte man den Pflanzenbestand ständig im Auge behalten und wenn notwendig in den Gartenteich einbringen. Pflanzen im Gartenteich sind wichtig für das Biologische Gleichgewicht, nehmen Schadstoffe auf und reichern das Wasser gleichzeitig mit Sauerstoff an.