Der Bodengrund erfüllt eine wichtige ökologische Funktion

Jedes halbwegs natürliche Gewässer braucht nicht nur eine Freiwasserzone und Pflanzen, sondern auch einen Bodengrund. Das können Steine, Kies, Sand oder auch ein sehr weicher, schlammiger Gewässerboden sein. Und auch in einem steinigen-kiesigen Gewässergrund wird sich Mulm, Detritus und andere Schwebstoffe ablagern.

Nahrungsquelle und Lebensraum

In solch einem Gewässergrund leben viele Mikroorganismen, Würmer und Insektenlarven, die die im Schlamm enthaltenen organischen Substanzen abbauen.  Aber auch Goldfische, Karauschen, Barben und andere Fische, die gerne gründeln, wissen diesen an Futtertieren reich gedeckten Tisch zu schätzen.

Nährstoffbunker

Aber der weiche Bodengrund erfüllt auch eine weitere, mindestens ebenso wichtige ökologische Funktion. Denn hier werden mit den absinkenden, nicht genutzten Futterresten, abgestorbenen Pflanzenteilen, Mulm und Detritus auch viele überschüssige Nährstoffe wie Phosphat und Nitrat dem Wasser entzogen und im Schlamm deponiert.

Warum muss der Teichschlamm trotzdem von Zeit zu Zeit  entfernt werden?

Ist das Gewässer tief genug, dann bleibt die Schichtung des Gewässers lange Zeit stabil und die überschüssigen Nährstoffe und Faulgase bleiben in sicherer Verwahrung im weichen Gewässergrund. Solch eine stabile Schichtung im Sommerhalbjahr entwickeln tiefe Seen wie beispielsweise der Bodensee.

Teichschlamm in natürlichen Gewässern

Erst die Herbststürme wirbeln diese Schichten durcheinander, auch der Bodenschlamm wird dann aufgewühlt und die organischen Substanzen mit dem kühlen, sauerstoffreichen Wasser oxidiert und weiter abgebaut.

In sehr flachen Seen wie dem Steinhuder Meer, dem Dümmersee oder dem Werrastausee bei Eschwege kann sich dagegen im Sommerhalbjahr oft keine stabile Schichtung entwickeln. Bereits jeder kurze Sturm kann den Bodengrund aufwirbeln und überschüssige Nährstoffe freisetzen – meist mit dem Ergebnis einer massiven Blaualgenblüte und Badeverbot!

Teichschlamm im Gartenteich

Selbst ein noch so großer Gartenteich ist stets ein zu flaches Gewässer. Früher wurde empfohlen, den Teich mindestens 90cm tief anzulegen, damit er nicht in strengen Wintern bis zum Grund zufriert. Heute mit den eher milden Wintern reichen dazu 60cm Tiefe.

Mit dem Ergebnis, dass der am Boden sedimentierte Schlamm jederzeit und selbst bei einzelnen Windböen und kurzen Stürme oder auch durch gründelnde Teichfische aufgewirbelt und Nährstoffe und schädlichen Faulgase wie Methan und Schwefelwasserstoff freigesetzt werden. Um dies zu verhindern, muss der Teichschlamm abgesaugt und entfernt werden.

Wann und wie oft sollte der Teichschlamm abgesaugt werden?

In der Regel wird empfohlen, den Teichschlamm einmal im Jahr gründlich abzusaugen und zwar im Herbst, bevor in der Teichbiozönose die Winterruhe einkehrt. Doch im Spätherbst ziehen sich die Larven von Libellen und vielen anderen Wasserinsekten, Kleinkrebse, Schnecken und Würmer in den Schlamm zurück, um dort in eine Art Winterschlaf zu fallen und den Winter so lebend zu überstehen.

Die Entschlammung im Herbst stellt deshalb oft einen schweren Eingriff in die Biologe des Teiches dar.

Wie kann der Teichschlamm möglichst schonend für Tiere und Pflanzen entfernt werden?

Schonender ist deshalb eine vollständige Teichentschlammung im zeitigen Frühjahr, bevor das Teichleben voll erwacht ist und das Pflanzenwachstum wieder einsetzt. 

Will man das Teichwasser das ganze Jahr hindurch klar, sauber und frei von sich am Boden ansammelndem Schlamm halten, etwa wenn das Wasser zur Fischzucht oder als Schwimmteich genutzt wird, dann sollten möglichst schon alle zu Boden sinkenden Schwebstoffe, Mulm u. a. abgesaugt werden, bevor sich daraus Schlamm entwickeln kann.                                                                       

Dazu werden alle Sinkstoffe, die sich an der tiefsten Stelle sammeln, entweder kontinuierlich oder in kurzen Intervallen mit Hilfe einer Teichpumpe abgesaugt und

  • entweder in einem parallel zum Teich verlaufenden Filtergraben, der dicht mit Teich- und Wasserpflanzen besetzt ist, abgebaut. Die Anlage eines solchen Filtergrabens wird in Beitrag Filtergraben im Detail beschrieben.
  • Bei kleineren Teichen kann zum Abbau und Entfernen von Sinkstoffen stattdessen auch ein kompakter, Dreikammer -Teichfilter eingesetzt werden. Zusätzlich können mit Hilfe eines Oberflächen-Skimmers bereits an der Wasseroberfläche treibende Algen und Schwebstoffe abgesaugt werden.

Ein sauberer Gartenteich erhöht den Wert der Immobilie

Eine kürzlich in Delmenhorst durchgeführte – nicht repräsentative – Umfrage fragt Immobilienbesitzer: „Würden sie eine Immobilie mit fachgerecht angelegtem, sauberen Gartenteich als höherwertig einschätzen oder würden sie eine Immobilie ohne Gartenteich bevorzugen?“ Fast alle befragten Besitzer der Immobilien in Delmenhorst würden einen Garten mit Gartenteich bevorzugen.

Equipment zum Absaugen und Entsorgen von Teichschlamm

Soll der Teich nur einmal im Jahr, aber vollständig abgesaugt werden, dann wird eine besonders leistungsstarke Teichpumpe benötigt, die an der tiefsten Stelle des Teichs eingesetzt wird.

Der Fachhandel bietet dazu spezielle Geräte an:

Handpumpe mit Absetzkammer

Ein Miniteich oder ein kleineres Becken muss nicht unbedingt mit einer elektrisch betriebenen Teichpumpe entschlammt werden. Schonender ist die Verwendung einer kleien Absetzkammer aus stabilem Kunststoff, in die der Schlamm mit Hilfe einer Handpumpe eingesaugt wird.

Schlammsauger mit Zweikammersystem

Zum Absaugen größerer Teiche verwendet man stattdessen einen elektrisch betriebenen Schlammsauger mit Zweikammersystem.

Ein solcher Schlammsauger kann den Schlamm besonders schnell absaugen, ohne jedoch dabei zu verstopfen. Denn während in der ersten Kammer der Schlamm gesammelt und zwischengelagert wird, wird die zweite Kammer bereits entleert. So ist ein kontinuierliches Absaugen ohne Unterbrechungen möglich.

Teichpumpe mit Skimmer

Wird der Mulm und andere Sinkstoffe stattdessen regelmäßig abgesaugt, bevor sich Schlamm am Teichboden bilden kann, dann reicht dazu eine normale Teichpumpe mit mittlerer Förderleistung von etwa 1000 bis 1500 Liter/Stunde, wie sie auch im Dauerbetrieb eingesetzt wird. Eventuell ergänzt durch einen Oberflächenskimmer.

Für kleinere Miniteiche reicht ein Einhängeskimmer, der am Beckenrand eingehängt oder festgeschraubt werden kann. Zum Absaugen größerer Wasserflächen ist ein freischwimmender Skimmer besser geeignet – entweder mit einem Sieb, welches entnommen und gereinigt werden muss – oder das abgesaugte Material wird über einen am Skimmer angeschlossenen Schlauch zusammen mit dem von der Teichpumpe abgesaugten Bodenmaterial in einen leistungsfähigen Dreikammerfilter mit Absetzkammer, mechanischer und biologischer Filterstufe gepumpt und fließt so gereinigt in den Teich zurück.