3 unterschiedliche Filterverfahren

1. Mechanische Reinigung

Zur Entfernung von im Wasser treibenden Partikeln wird das Wasser aus dem Teich durch einen feinmaschigen Siebfilter gepumpt. Dabei kommen Filtersiebe, Schaummatten oder Filterbürsten zum Einsatz.

2. Biologische Filterung

Zum Biologischen Abbau werden vor allem Bakterien eingesetzt, die sich auf einem Filtermaterial mit einer möglichst großen Oberfläche ansiedeln. Dadurch können vor allem schädliche Stickstoffverbindungen wie Nitrit, Ammonium und Ammoniak zu Nitrat und Luftstickstoff abgebaut werden.

Als Filtermaterial für diese Biologische Reinigungsstufe dienen Keramikröhren, Lavasteinchen, poröse Kugeln, Bälle oder Würfel aus Kunststoff oder Zeolith infrage.

Hinweis

Wichtig ist vor allem, dass sich dort Mikroorganismen ansiedeln können, ohne dass dabei die Poren allmählich verstopfen oder von diesen Mikroorganismen überwuchert werden.

3. Pysikalisch-chemische Methoden

In der physikalisch-chemischen Reinigungsstufe werden bestimmte Substanzen, z. B. Eisen und Phosphate umgewandelt oder aus dem Wasser entfernt.

Diese chemischen Verfahren sind oft mit einem massiven Eingriff in die Biozönose des Gartenteichs verbunden und sollte nur im Notfall eingesetzt werden. 

Hinweis

In einer gut funktionierenden Lebensgemeinschaft im Teich mit einem ausgewogenen Verhältnis von Pflanzen und Tieren ist diese dritte Reinigungsstufe überflüssig.

Unterschiede zwischen Einkammer-Unterwasserfiltern und Mehrkammer- Teichaußenfiltern 

Kombisets mit Unterwasserfilter

Diese Filter sind mit einer Saug-Pumpe, einem Steigrohr und Kunststoffmatten oder Schaumstoffwürfel als Filtermaterial ausgestattet.

Solche Filter sind jedoch nur kleinere bis mittelgroße Teiche mit einem flachen Wasserstand geeignet. Da sich diese Matten rasch mit Schwebstoffen zusetzen, muss der Teichfilter bereits nach wenigen Tagen aus dem Wasser geholt und das Filtermaterial mit klarem Wasser durchgespült werden.

Manche dieser Pumpe haben einen Siebkorb, in welchem bereits grobe Partikel ausgefiltert werden, bevor das Wasser die eigentliche Teichkammer passiert.

Teichaußenfilter mit Mehrkammersystem

Ein mehrstufiges Filtersystem mit 2, 3 oder mehr Filterkammern, bei dem die einzelnen Filtermodulen unabhängig voneinander gereinigt oder ausgetauscht werden können, wird außerhalb des Teiches aufgebaut.

Schemazeichnung Modulfilter
Schemazeichnung Modulfilter
Grafik: H. Fröhlich

Die Teichpumpe wird in der Regel ebenfalls oberhalb der Wasserlinie aufgestellt entweder vor dem Teichfilter als Druckfilter oder als Saugfilter.

Solche Mehrkammer-Filtersysteme werden vor allem bei größeren Teichen oder bei größerem Fischbesatz – z. B. bei Koi-Teichen, eingesetzt.

Hinweis

Der Vorteil von solchen Teichaußenfiltern gegenüber Unterwasserfilter ist, dass die einzelnen Filtermodulen auch im laufenden Betrieb herausgenommen, gereinigt oder ausgewechselt werden können.

Überblick über Filtermaterialien und ihre Einsatzmöglichkeiten

Physikalisch-mechanische Reinigung

Filterbürsten – werden aus Kunststoff oder Edelstahl hergestellt.

Filterbürsten mit einer Edelstahlwicklung sind zwar deutlich teurer, dafür halten sie aber auch viele Jahre. Bei Filterbürsten aus Kunststoff wird der Kunststoff bald spröde und zerbricht; sie halten meist kaum ein Jahr.

Filtersiebe und Filtersiebrohre – werden auf den Ansaugstutzen der Pumpe gesetzt. Neben ihrer Eigenschaft als Vorfilter schützen sie das Flügelrad der Pumpe. Sie sind leicht zur Reinigung zu entnehmen, durchzuspülen und relativ lange haltbar. Allerdings müssen sehr oft gereinigt.

Filtermatte – aus blauem Kunstfasermaterial mit unterschiedlichen Porengrößen in Grob (10 PPI= parts per inch, 10 Poren pro 2,54cm), Mittel (20 PPI) und Fein (30 PPI). Außerdem ist beim Kauf darauf zu achten, dass es sich um mehrfach retikulierte Schaumstoffe handelt. Sonst die Poren nicht völlig durchgängig und die Filtermatte verstopft zu schnell.

Hinweis

Alle genannten Filtermaterialien ist gemeinsam, dass sie nicht selbstreinigend sind und in regelmäßigen Intervallen entnommen und die Poren wieder freigespült werden müssen.

Biologische Reinigung

Filterschaum und Schaumstoffwürfel – können in Filtern mit modularer Bauweise, in Filtern mit einem Mehrkammersystem oder in einfachen Durchlauffiltern eingesetzt werden.

In dieser Reinigungsstufe geht es nicht mehr darum, Schmutzpartikel und Schwebstoffe abzufangen, sondern Bakterien und andere Mikroorganismen anzusiedeln, die organische Substanzen abbauen und in hohen Konzentration für Fische giftige Stoffe wie Ammonium und Nitrit wie für die Teichpflanzen nutzbare Nährstoffe umzuwandeln.

Mit den verwendeten Schaumstoffen gelingt dies aber nur mit einem grob- bis mittelporigem Material (10 bis 20ppi). Da diese Schaumstoffe nicht selbstreinigend sind, müssen sie vergleichsweise oft entnommen und gereinigt werden. Dabei werden aber auch die Mikroorganismen mit ausgeschwemmt.

Besser geeignet sind frei bewegliche, poröse Kugeln, Ringe, Röhrchen oder Helixformen. Wenn sie locker in die Filterkammer eingefüllt werden und in der Kammer mit der Wasserströmung rotieren und umgewälzt gewälzt, werden sie ständig mit Wasser umspült und Sauerstoff versorgt. Und wenn sie im bewegten Wasser der Filterkammer gegeneinanderschlagen, fällt manch grober Partikel heraus und so entsteht ein gewisser Selbstreinigungseffekt.

Der Fachhandel bietet dazu:

  • Keramische Filterröhrchen
  • Kugel- oder zylinderförmige Filtercarrier aus Kunststoffen
  • Bio-Filterbälle
  • Ringe und Helixformen in Kunststoffelemente
  • Poröse Lavasteinchen
  • Kunststoff-Ringe, – Helix oder andere

Durch ihre poröse Struktur bieten sie den Mikroorganismen außen und innen relativ große Siedlungsflächen.

Chemische Reinigung

In der dritten Reinigungsstufe werden Farb- und Geruchsstoffe absorbiert, Giftstoffe oder Phosphate, Nitrate, Eisen; Kalk oder Silizium aus dem Wasserkreislauf entfernt. Dazu werden hoch-poröse Trägersubstanzen wie Zeolith, Lavamulch oder Aktivkohle, abgefüllt in Säckchen, in die Filterkammer eingelegt.

Hinweis

Da diese chemisch aktiven Substanzen einen Eingriff in die Teichbiozönse bedeutet, sollten sie nur bei akutem Bedarf verwendet werden. Dieser wird vorher mit Teststreifen oder einem Testkit in einer Wasserprobe aus dem Teich ermittelt werden.

Nachteil dieser Substanzen, sie können nur einmal verwendet werden. Wenn ihre adsorptive Wirkung erlischt, müssen sie spätestens nach 4 bis 6 Wochen entsorgt werden.

In die dritte Fiterkammer kann man stattdessen Säckchen mit Fasern aus ungedüngtem Weißtorf einlegen. Damit lässt sich der pH-Wert im Teich in den sauren Bereich senken und durch die aus dem Torf ins Wasser abgegebenen Gerbsäuren und Huminstoffe gut puffern.

Das wirkt bakterizid und unterbindet die Vermehrung von Bakterien und Blaualgen. Andererseits fühlen sich die meisten Fische und Teichpflanzen im leicht sauren Milieu wohl.

In eigener Sache:

An dieser Stelle möchten wir uns bei einem Leser von uns bedanken, der in Bad Soden ein Haus kaufen möchte. Bei einer Immobilien Besichtigung hatte dieser einen Luxus-Mehrkammerfilter an einer riesigen Teichanlage entdeckt, bei dem alle 6 der Filterkammern mit Schaumstoffwürfeln gefüllt waren. Er hat uns um Unterstützung bei der fachgerechten Befüllung der Filterkammern gebeten. Dies war für uns der Grund, diesen Fachartikel mit den Grundlagen der 3 Filterarten zu erstellen.

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