Wie viel Sonne verträgt der Teich?
Viele Teichratgeber nennen als Richtwert vier bis sechs Stunden direkte Sonne am Tag. Wie viel Licht es genau sein muss, hängt von den Pflanzen ab. Deutlich mehr Sonne heizt aber vor allem kleine und flache Teiche stark auf. Warmes Wasser kann weniger Sauerstoff lösen, und Schwebealgen vermehren sich bei Wärme und Licht besonders schnell. Für Fische wird ein aufgeheizter Miniteich im August schnell zur Belastung.
Entscheidend ist aber auch die Tageszeit. Morgensonne ist für den Teich unproblematisch, sie wärmt das Wasser nach der kühlen Nacht langsam auf. Kritisch wird es am Nachmittag, wenn die Luft ohnehin am wärmsten ist und die Sonne aus Südwesten auf die Wasserfläche fällt. Schatten in diesen Stunden bringt am meisten.
Beim Sitzplatz ist die Rechnung einfacher. Zwischen Mittag und dem späten Nachmittag wird es an einem offenen Ufer ungemütlich, dazu blendet die Spiegelung auf dem Wasser. Ein Platz, der am Vormittag angenehm ist, bleibt am Nachmittag oft ungenutzt.
Pflanzen beschatten das Wasser selbst
Die natürlichste Form von Schatten auf dem Wasser liefern Schwimmblattpflanzen. Seerosen, Seekanne oder Froschbiss decken einen Teil der Oberfläche ab und halten das Wasser darunter kühler. Außerdem verbrauchen sie Nährstoffe, die sonst den Algen zur Verfügung stünden. Als Faustregel gelten etwa ein Drittel bis die Hälfte der Wasserfläche. Ein Teil des Wassers sollte aber offen bleiben, damit auch Unterwasserpflanzen genug Licht bekommen.
Bei Seerosen lohnt ein Blick auf die Sorte. Die meisten brauchen viel Sonne, um zu blühen, und bilden an einem schattigen Platz vor allem Blätter. Wer sie in den sonnigsten Teil des Teichs setzt, bekommt Blüten und Schatten zugleich.
Bäume sind dagegen ein zweischneidiger Schattenspender. Ihr Laub landet im Herbst im Wasser, zersetzt sich am Grund zu Schlamm und setzt dabei Nährstoffe frei. Kräftige Wurzeln können zudem die Teichfolie beschädigen. Ein Baum in einigem Abstand, dessen Krone erst am Nachmittag Schatten über das Ufer wirft, kann funktionieren. Direkt über dem Wasser bringt er mehr Arbeit als Nutzen, und im Herbst hilft dann oft nur ein Laubschutznetz.
Feste Beschattung: Pergola, Pavillon und Terrassendach
Für den Sitzplatz selbst reichen Pflanzen im Wasser nicht aus. Hier kommen Konstruktionen ins Spiel. Eine Pergola mit Kletterpflanzen, ein fest montierter Pavillon oder eine Überdachung spenden jeden Sommertag an der gleichen Stelle Schatten. Pavillon und Überdachung schützen zudem bei Regen.
Am Teich sind dabei zwei Punkte wichtig. Pfosten brauchen ein Fundament, und das gehört nicht in den Bereich, in dem Folienrand und Kapillarsperre verlaufen. Wer neben einem bestehenden Teich gräbt, sollte den Verlauf des Folienrands genau kennen. Außerdem sammelt jedes Dach Regenwasser. Läuft das Regenwasser über Beete oder Rasen in den Teich, spült es Erde und Dünger ein, also genau die Nährstoffe, die man aus dem Wasser heraushalten möchte. Eine Regenrinne oder ein leichtes Gefälle weg vom Ufer löst das Problem.
Eine feste Beschattung eignet sich vor allem dann, wenn der Sitzplatz etwas vom Wasser abgerückt liegt, etwa auf einer Terrasse mit Blick auf den Teich. Ragt ein Dach dagegen über einen großen Teil der Wasserfläche, fehlt den Pflanzen dauerhaft Licht.
Beweglicher Schatten: Sonnensegel und Schirm
Flexibler sind Lösungen, die sich mit der Sonne mitbewegen oder nur bei Bedarf aufgespannt werden. Ein Sonnensegel beschattet große Flächen, braucht aber drei oder vier stabile Befestigungspunkte und muss straff gespannt sein, damit sich bei Regen kein Wassersack bildet. Am Teich fehlen solche Punkte oft, weil man keine Pfosten ins Ufer setzen möchte.
Ein klassischer Sonnenschirm mit Mittelmast ist schnell aufgestellt. Sein Nachteil zeigt sich an schmalen Uferplätzen: Der Ständer braucht genau den Platz, an dem Bank und Tisch stehen sollen, und der Mast ragt mitten durch die Sitzgruppe.
Bei einem Ampelschirm steht der Mast seitlich, das Schirmdach hängt an einem Ausleger darüber. So kann der Fuß auf festem Boden hinter dem Sitzplatz stehen, während der Schatten bis an die Wasserkante reicht. Viele Modelle lassen sich drehen und neigen. Das ist am Teich besonders praktisch, weil die Nachmittagssonne tief steht und seitlich einfällt. An sehr heißen Tagen lässt sich das Dach zusätzlich so ausrichten, dass es einen Teil der Flachwasserzone beschattet. Am nächsten Morgen dreht man es wieder zurück, damit der Teich seine Morgensonne bekommt.
Standfest am Ufer
Das Ufer ist oft der unsicherste Untergrund im Garten. Der Boden ist feucht und locker, und unter Kies oder Randsteinen verläuft die Folie. Deshalb gilt für jeden Schirm und jedes Segel: Nichts in den Boden schlagen, solange man nicht sicher weiß, was darunter liegt. Bodenhülsen und Erdspieße gehören mit ausreichendem Abstand zum Folienrand auf die sichere Seite.
Für Ampelschirme ist ein Kreuzfuß mit Beschwerung die übliche Lösung. Je nach Modell und Schirmgröße verlangen Hersteller oft 80 bis 150 Kilogramm oder mehr, meist in Form von Gehwegplatten oder befüllbaren Gewichten. Bei befüllbaren Ständern, wie sie etwa Zeltpro für seine Ampelschirme anbietet, greift man am Ufer besser zu Sand als zu Wasser, denn damit werden sie spürbar schwerer. Maßgeblich ist immer die Angabe in der Anleitung. Der Fuß braucht eine ebene, tragfähige Fläche. Gut geeignet ist eine kleine Fläche aus verlegten Platten auf verdichtetem Unterbau, die sich in die Ufergestaltung einbinden lässt.
Über offenem Wasser gibt es kaum etwas, das den Wind bremst, deshalb kommen Böen am Teich oft unvermittelt. Der Schirm wird bei aufkommendem Wind und immer beim Verlassen des Gartens geschlossen und dabei vom Wasser weggedreht. So kann eine Böe das Schirmdach samt Streben nicht in den Teich drücken, wo es Folie und Pflanzen beschädigen würde.
Auch bei der Reinigung des Schirms sollte man an den Teich denken. Die Bespannung säubert man am besten mit einer weichen Bürste und klarem Wasser, und zwar nicht direkt am Ufer. Reste von Seifenlauge oder Reinigungsmitteln haben im Teichwasser nichts verloren.
Im Herbst planen, im Sommer genießen
Die ruhigen Wochen nach der Saison eignen sich gut, um die Beschattung für das nächste Jahr vorzubereiten. Wer im Sommer Fotos vom Teich zu verschiedenen Tageszeiten gemacht hat, sieht darauf genau, wann welche Bereiche in der Sonne liegen. Mit diesen Bildern lassen sich die Standorte für Pflanzen und Sonnenschutz festlegen. Schwimmblattpflanzen kommen im Frühjahr in den sonnigsten Teil des Wassers, die Stellfläche für den Schirm entsteht jetzt abseits des Folienrands, und der Sitzplatz rückt dorthin, wo er am Nachmittag im Schatten liegt, ohne dem Teich die Morgensonne zu nehmen. So bleibt der Sitzplatz am Wasser auch im Hochsommer nutzbar, und der Teich bekommt trotzdem sein Licht.